Hall of Fame

Viele Athleten haben in der DTU große Erfolge gefeiert. An dieser Stelle wollen wir ihnen für ihren jahrelangen Einsatz danken und ihnen einen würdigen Platz in unserer Hall of Fame geben. 

Wir fragen uns, was macht eigentlich ... ? 

Aydin Ates

Steckbrief

Was war dein schönster sportlicher Moment während deiner Einsätze für die DTU?

Mein schönster Erfolg im DTU war ganz klar der Sieg der Europameisterschaft 1994 in Zagreb. Den Gewinn eines solchen großen sportlichen Ereignisses behält man den Rest seines Lebens unauslöschlich in Erinnerung!

Bei welchem Turnier bist du mit einer Enttäuschung zurückgekehrt und warum warst du enttäuscht/unzufrieden?

In jeder Sportlerkarriere gibt es Höhenflüge und Rückschläge. Früher gab es keine objektive Bewertung in Form elektronische Westen und Helme, man musste sich auf die Punktrichter verlassen. So kam es doch oft vor, dass unfaire Ergebnisse zustande kamen. 

Meine größte Enttäuschung, die mich sportlich und persönlich betraf, war bei der Weltmeisterschaft 1995 in Manila auf den Philippinen. Als amtierender Europameister war ich sehr motiviert den WM-Titel zu gewinnen. 

Bei meinem Kampf gegen Iran wurden leider viele meiner eindeutigen Treffer nicht gewertet, so dass ich den Kampf unverdient verlor. Mein Gegner erreichte dann das Finale und verlor gegen Cihat Kutluca aus der Türkei. Da ich den aktuellen Weltmeister Cihat Kutluca aus der Türkei zuvor bereits 2 x geschlagen hatte, beim World Cup in Cayman Islands und EM-Finale, war es für mich sehr enttäuschend. Die Kampfrichter waren leider nicht auf meiner Seite. Das hätte heute mit dem elektronischen Punktsystem nicht passieren können

Erzähle uns eine/zwei witzige, aufregende oder amüsante Geschichten aus deiner Zeit im Nationalteam.

Während meiner Taekwondo Karriere hatte ich immer das Problem mein Kampfgewicht zu halten. Meine Mutter ist eine leidenschaftliche und hervorragende Köchin und Essen gehört zur Geselligkeit dazu. Auch in Trainingslagern war ich berühmt für kohlenhydratreiches Frühstück. Das zog für mich vor jedem Wettkampf den Schreck auf der Waage nach sich. Also begann jedes Mal die Quälerei wenige Tage vor der Waage ein paar Kilos herunter zu hungern. Zu jeder Jahreszeit auch bei 30°C im Schwitzanzug mit hochrotem Kopf joggen gehen zu müssen, ließ die Passanten oft lachend und kopfschüttelnd hinter mir her gucken. 

In meiner Gewichtsklasse bis 54kg war ich bei meiner Körpergröße und einem Körperfettanteil um 10% bereits sehr schlank und durchtrainiert. 

So traf ich vor einem Kampf im Vorraum ein und rätselte, wer mein Gegner sei. Neben mir stand ein Kämpfer, der ungefähr eineinhalb Köpfe größer war als ich. Mein Coach und ich waren uns einig, dass dieser große Kämpfer mit Sicherheit nicht mein Gegner ist, sondern mindestens 2 Gewichtsklassen höher kämpfen würde. Doch zu Kampfbeginn kam genau dieser als mein Gegner auf mich zu. Ich konnte aber den Kampf dennoch für mich entscheiden.

Welches Turnier war dein erster Wettkampf im Nationaldress und wie hast du dich damals dabei gefühlt?

Das erste Mal war der World Cup auf dem Cayman Islands 1994. Es war für mich eine unglaubliche Erfahrung allein durch die Überseereise, die wir antraten. Internationale Kämpfe mit den Weltbesten waren emotional immer am spannendsten. Der erste Kampf fand gegen den amtierenden Vize-Europameister aus der Türkei Cihat Kutluca statt, der 1 Jahr später sogar Weltmeister wurde. Als Neuling hatte man vor solchen Namen natürlich großen Respekt. Doch ich konnte den Kampf für mich entscheiden. Das war eine unglaubliche Erfahrung gegen solche Größen mithalten zu können. Im Halbfinale hab ich dann gegen den Favoriten und späteren Sieger aus Korea sehr knapp verloren. Ich konnte mehr als zufrieden die Heimreise antreten.

Was machst/arbeitest du heute und wo lebst du?

Ich arbeite als Disponent im Einkauf bei der Firma Bürstner Caravan-Reisemobil-Bau 

Ich lebe in Offenburg, wo ich ein Haus gebaut habe.

Hast du noch Kontakt mit der Sportart Taekwondo?

Taekwondo ist weiterhin meine große Leidenschaft, die ich nach Beendigung meiner aktiven Wettkampfzeit weiterhin als Trainer und Vorstand betreibe. Ich habe bereits 2001 mit meinen Brüdern ein Taekwondo Verein in Offenburg gegründet, wo ich an 2 Standorten (Offenburg und Gengenbach) von Montag bis Samstag Kinder, Jugendliche und Erwachsene nach der Arbeit trainiere und zu Wettkämpfen begleite. Des Weiteren bin ich als Landeskampfrichter in der TUBW tätig und habe auch die DTU-Prüfer-Lizenz.

Was hat dir die Zeit im Nationalteam gebracht/was nimmst du für dein heutiges Leben mit?

Die Zeit im Nationalteam hat mich im Leben weitergebracht, indem ich gelernt habe zum Beispiel beim Treffen auf stärkere, erfahrenere Gegner nicht aufzugeben, sondern an dieser Konkurrenz zu wachsen. Durchhaltevermögen und Disziplin sind Grundlagen zum Erfolg.

Welchen Sport betreibst du heute?

Bei den German Open 2002 traf mich der Gegner mit einem unglücklichen Kick an der linken Patella (Kniescheibe), die dabei durchbrach. Das war der Moment wo meine Sportlerkariere beendet wurde. Ab dem Zeitpunkt war mein Knie so verletzt, dass ich bis zum heutigen Tag kaum eine Sportart schmerzfrei betreiben kann. Neben dem Taekwondo als Trainer, das weiterhin den größten Teil meiner Freizeit einnimmt, finde ich großen Gefallen am Automotorsport und verbessere mein Können ab und zu auf der Rennstrecke auf dem Hockenheimring und das schmerzfrei!

Aziz Acharki

Steckbrief

Was war dein schönster sportlicher Moment während deiner Einsätze für die DTU?

Als Athlet: Der Gewinn des Weltmeistertitels 1995 in Manila / Philippinen und natürlich als Coach der Gewinn des Weltmeistertitels von Tahir Gülec 2013 in Puebla / Mexiko.

Bei welchem Turnier bist du mit einer Enttäuschung zurückgekehrt und warum warst du enttäuscht/unzufrieden?

Der Worldcup 1998 in Sindelfingen war eine Enttäuschung für mich.
Ich habe sportlich daraus viel gelernt und habe danach vieles anders gemacht in der sportlichen Vorbereitung vor –während und nach dem Wettkampf.

Erzähle uns eine/zwei witzige, aufregende oder amüsante Geschichten aus deiner Zeit im Nationalteam.

Bei meiner ersten WM 1993 im Madison Square Garden New York / USA unter Coach Helmut Gärtner, sagte er mir du musst noch einen Kampf gewinnen und dann hast du Bronze sicher. Ich wusste gar nicht, dass ich im Halbfinale gegen Korea kämpfen werde. Ich habe den Kampf verloren. Als ich aber zu ihm kam beglückwünschte er mich zum Gewinn der Bronzemedaille. Ich konnte es gar nicht fassen und war natürlich dementsprechend glücklich und zufrieden.

Eine witzige Story hatt ich damals mit Marco Scheiterbauer bei der CISM in Fort Hood / USA 2001. Er versteckte sich im Kleiderschrank und erlaubte sich einen Scherz, in dem er mich erschreckte und ich ihn mit einer Stehlampe fast verletzt habe.

Welches Turnier war dein erster Wettkampf im Nationaldress und wie hast du dich damals dabei gefühlt?

1992 hatte ich meinen ersten Einsatz mit dem Nationalteam bei den Dutch Open. Nach 6 Kämpfen konnte im Finale gegen den erfahrenen Ercan Özkuru das Turnier für mich entscheiden. Ich war überglücklich und Stolz im Nationaldress starten zu dürfen.

Was machst/arbeitest du heute und wo lebst du?

Ich lebe immernoch in Bonn und leite nun wieder meinen Verein,den OTC Bonn, als Cheftrainer, nach dem ich Ende 2018 als Head coach in Saudi Arabien aufgehört habe.

Hast du noch Kontakt mit der Sportart Taekwondo?

Ja!

Was hat dir die Zeit im Nationalteam gebracht/was nimmst du für dein heutiges Leben mit?

Neue Freundschaften, weltweite Reisen, wodurch ich viele Kulturen und Menschen kennengelernt habe.

Ich konnte vieles dazu lernen, was meine Entwicklung als Athlet und später als Trainer sehr geprägt hat.

Welchen Sport betreibst du heute?

Ich bin gerne in der freien Natur (Laufen) , spiele Tennis und Fußball, betreibe Fitnesstraining und boxe gelegentlich. Und natürlich meinen Sport TAEKWONDO.

MICHAEL ARNDT

Steckbrief

Was war dein schönster sportlicher Moment während deiner Einsätze für die DTU?

Natürlich mein Weltmeistertitel 1987 in Barcelona. Das hatte mehrere Gründe für mich. Als erstes konnte ich im Finale den US Koreaner Jimmy Kim klar besiegen, gegen den ich vorher jeweils ein Welt Cup Finale und ein World Games Finale verloren hatte. Daneben hatte ich zu dieser Zeit Dr. Dirk Jung als National Coach hinter mir sitzen, was mir unglaubliche Sicherheit gab.

Dr. Jung war selber erfolgreicher Schwergewichtler und sein Coaching unterschied sich gewaltig von allen National Coaches davor. Seine ruhige Art und sein Gefühl für das Schwergewicht ließen mich schon früh im Kampf spüren, das könnte mein Tag werden. Ohne Dirk Jung hätte ich den WM Titel nicht geholt.

Bei welchem Turnier bist du mit einer Enttäuschung zurückgekehrt und warum warst du enttäuscht/unzufrieden?

Meine größte Enttäuschung waren die Olympischen Spiele 1988 in Seoul, bei denen Taekwondo zum ersten Mal im Demonstrationsprogram vertreten war. Als Weltmeister von 1987 ging ich natürlich als Favorit an den Start. Leider gab es im Vorfeld große Diskrepanzen mit der damaligen DTU Führung. Wir hatten uns als Team fast geschlossen gegen den damaligen BT ausgesprochen und wollten auf keinen Fall mit ihm nach Seoul. Als damaliger Aktiven Sprecher war ich einer der Rädelsführer und wurde letztendlich trotz offizieller Nominierung von der DTU Spitze entnominiert. Mit mir etliche weitere Athleten, die sich gegen den BT ausgeprochen hatten, darunter Europameister und Deutsche Meister. Nach gewaltigem Druck durch Presse (deshalb war ich das erste Mal im TV) und dem DOSB wurde die Entnominierung kurz vor den Spielen zurück genommen, unter der Bedingung, dass der nicht gewünschte Coach mit dabei ist. Wir einigten uns darauf, ließen uns von ihm aber nicht coachen.

Ich habe das gesamte Training in Korea geleitet und er kam dann kurz vor den Kämpfen und setzte sich auf den Coach Stuhl, das wars. Im Vorkampf hatte ich dann Henk Maier und im Halbfinale einen Koreaner, welchem ich mich wegen 1 Punkt geschlagen geben musste. Das Finale gewann dann Jimmy Kim, den ich im WM Finale 1987 noch weggeputzt hatte.

Letztendlich hat mich das ganze hin und her mit der damaligen DTU Spitze die Olympia Goldmedaille gekostet (auch wenn es nur Demo Sport war). So etwas vergisst du nie!

Erzähle uns eine/zwei witzige, aufregende oder amüsante Geschichten aus deiner Zeit im Nationalteam.

Na ja so witzig sind die Geschichten nicht. Der damalige Vollkontakt Wettkampf unterschied sich drastisch vom heutigen PSS Punkte klatschen. Nach einem Weltturnier in Korea ist mir abends immer der rechte Fuß eingeschlafen und alles kribbelte. Bei der Röntgenaufnahme zu Hause, kam dann raus, dass ich mir durch meinen eigen Paltung das Wadenbein gebrochen hatte. Die Kicks waren so heftig, dass mein Wadenbein dem eigenen Aufprall nicht standhielt.

Bei der Europameisterschaft 1986 in Österreich hatte ich mir im Halbfinale im rechten Knie alle Bänder überdehnt und konnte kaum noch laufen. Nach eingehender Untersuchung durch den Mannschaftsarzt wurde beschlossen, dass mir das Knie taub gespritzt wird, 20 min. vor dem Finale. Ich konnte wieder laufen wie ein junger Gott und dankte es allen mit dem EM Titel.

Am Abend beim Bankett, nachdem die Betäubung nachließ, brauchte ich dann zwei Kameraden zur Stütze, um überhaupt ans Buffet zu kommen.

Welches Turnier war dein erster Wettkampf im Nationaldress und wie hast du dich damals dabei gefühlt?

Mein erster Wettkampf war die Europameisterschaft 1980 in Esbjerg/Dänemark. Es gab damals noch 10 Gewichtsklassen und ich war gerade einmal seit 3 Jahren beim Taekwondo. Konnte aber 1980 die Internationale Deutsche Meisterschaft gewinnen.

Dirk Jung war zur damaligen Zeit der ungeschlagene Heavy und mein großes Idol. Bei der IDM trat er nicht an und ich holte den Titel. Der BT entschied, dass Dirk für die anstehende EM eine Klasse abspecken musste, damit ich im Super- Schwergewicht bleiben konnte. So konnten wir beide starten.

Bei der EM hatte ich die Hosen gestrichen voll, setzte mich aber klar bis ins Finale durch. Hier bekam ich es dann mit einem Gegner zu tun, der ungefähr 1,75cm groß und auch breit war. Den habe ich dann ordentlich vermöbelt mit meinen 203cm, so dass mir das Finale wie ein Trainingskampf vorkam. Auch Dirk Jung holte hier EM Gold.

Was machst/arbeitest du heute und wo lebst du?

Heute arbeite ich als Unternehmensberater und in erster Linie für den adidas Lizenzpartner Double D in Frankreich. Hier betreue ich adidas Taekwondo und adidas Boxen global.

Hast du noch Kontakt mit der Sportart Taekwondo?

Natürlich habe ich noch Kontakt durch meinen Job. adidas tritt oft als Sponsor auf, so dass ich weltweit unterwegs bin.

Was hat dir die Zeit im Nationalteam gebracht/was nimmst du für dein heutiges Leben mit?

Die Zeit im National Team hat mir viel gebracht. Noch heute bin ich mit NM Mitgliedern in Kontakt und auch mit manchen meiner Gegner. Es war eine super Zeit und wir sind viel gereist, was deinen Horizont immens erweitert.

Ich empfehle allen, die über Deutschland und die Zustände hier ständig lästern, einmal nach China oder Pakistan zu reisen. Bin gespannt ob sie danach immer noch schimpfen!?

Kampfsport ist mit keiner anderen Sportart zu vergleichen. Wenn du im Tennis einen Ball verschlägst, ärgerst du dich. Kickst du im Taekwondo daneben, rächst sich das mit Konter-Kicks und Schmerzen, bis hin zum eventuellen KO. Du kannst im Team trainieren aber auf der Matte bist du alleine. Diese Einstellung hat mir im Berufsleben auch immer sehr geholfen.

Welchen Sport betreibst du heute?

Da ich ziemliche Probleme mit Knien und Rücken habe, bin ich vor ein paar Jahren auf Boxtraining umgestiegen. In der Verbindung mit ein wenig Krafttraining, ist das ein toller Ausgleich zum Berufsleben vor dem PC.

* diese Hall of Fame wird sich im Laufe der Zeit auf Grundlage der erhobenen Daten/Erfolge der Sportler (TaekwondoData) füllen.

Als nächstes stellen wir vor ...