Hall of Fame

Viele Athleten haben in der DTU große Erfolge gefeiert. An dieser Stelle wollen wir ihnen für ihren jahrelangen Einsatz danken und ihnen einen würdigen Platz in unserer Hall of Fame geben. 

Wir fragen uns, was macht eigentlich ... ? 

Elvira Fuhrmann

Steckbrief

Was war dein schönster sportlicher Moment während deiner Einsätze für die DTU?

Je die ersten WM-Titel im Paar und Synchron. Toll war, dass sich das ganze Team mitgefreut hat. Es war ein super Feeling als wir auf dem Siegerpodest standen und die Deutsche Nationalhymne gespielt wurde, die wir natürlich laut mitgesungen haben.

Bei welchem Turnier bist du mit einer Enttäuschung zurückgekehrt und warum warst du enttäuscht/unzufrieden?

DIE Enttäuschung gab es nicht. Das Wichtigste war für mich immer alles gegeben zu haben. Klar hin und wieder war ich nicht so zufrieden mit meiner Leistung. Das habe ich dann reflektiert und im Training hart an mir gearbeitet.

Erzähle uns eine/zwei witzige, aufregende oder amüsante Geschichten aus deiner Zeit im Nationalteam.

Wir hatten immer sehr viel Spaß. DIE witzige Geschichte gibt es nicht. Viele Dinge waren aus 
der Situation heraus urkomisch und würden beim Nacherzählen nicht so lustig rüberkommen.
2010 hatten Michael und ich drei Liköre in den Deutschlandfarben dabei. Wenn man diese in 
der richtigen Reihenfolge eingeschenkt hat, dann hatte man im Glas die Deutschlandflagge.
 Nach unserem WM-Titel tranken Michael, Herr Park und ich auf unseren WM-Titel. Dann kamen die Koreaner dazu und fanden das urkomisch und haben mitgetrunken. Irgendwann
 wollten Sie die Farben anders mischen, was dann nicht ging, weil die Farben ineinander
geflossen sind. Da haben wir viel gelacht.

Welches Turnier war dein erster Wettkampf im Nationaldress und wie hast du dich damals dabei gefühlt?

Die Austrian Open in der B-Mannschaft. Ich war unheimlich stolz für Deutschland starten
 zu dürfen.

Was machst/arbeitest du heute und wo lebst du?

Ich bin Bankkauffrau und lebe nach wie vor in Augsburg.

Hast du noch Kontakt mit der Sportart Taekwondo?

Ja, über meinen Verein dem Augsburger Allkampf und Taekwondo Club e.V.
 Selbst aktiv bin ich aber weder als Sportler, noch als Trainer.

Was hat dir die Zeit im Nationalteam gebracht/was nimmst du für dein heutiges Leben mit?

Es lohnt sich für ein angestrebtes Ziel zu arbeiten und zu kämpfen. Man muss 
Spaß dabei haben und es ist wichtig sich immer wieder selbst zu reflektieren.

Welchen Sport betreibst du heute?

Ich klettere leidenschaftlich gern und bin 3 – 5 Mal in der Woche je nach Wetter 
in der Kletterhalle oder draußen am Fels.

Sümeyye (Gülec) Manz

Steckbrief

Was war dein schönster sportlicher Moment während deiner Einsätze für die DTU?

Zu den schönsten Momenten gehören eindeutig 3 Tage meiner Karriere!

1.Als ich im ersten Kampf bei der Olympia-Qualifikation für die Olympischen Spiele 2008 direkt gegen die 4-fache Weltmeisterin aus Spanien kämpfen musste und habe das fast unmögliche geschafft habe. Ich habe gewonnen! 

2. Die Europameisterschaft in Rom, als ich Europameisterin wurde!

3. Aber das schönste von allem war, als ich nach der Geburt von meinem Sohn es erneut geschafft habe zur Weltspitze zurückzukehren. Ich habe mich als Mama nochmal gegen alle durchgesetzt und es zu den Olympischen Spielen nach London geschafft!

Bei welchem Turnier bist du mit einer Enttäuschung zurückgekehrt und warum warst du enttäuscht/unzufrieden?

Enttäuscht war ich klar nach meinen Niederlagen bei den Olympischen Spielen in London. In der sehr schweren Gewichtsklasse -49Kg hätte ich gerne mehr gezeigt! Bei den Spielen in Peking lag es leider auch ein bisschen an der Politik, da die Kampfrichter hier noch viel mehr "Macht" hatten und man teilweise treten konnte, ohne das ein Punkt fiel.

Bei den Spielen in London hat es leider sportlich nicht gereicht. Es war besonderns ärgerlich, weil ich meine Gegnerin ein paar Monate zuvor zu null besiegt habe. Aber ich bin trotzdem stolz auf meine Leistung, da die Vorbereitung als frischgebackene Mutter nicht leicht war. Es ist nicht einfach als Mutter auf der Fläche alles zu geben und gleichzeitig für das Kind da zu sein, den Haushalt zu organisieren und dann auf der anderen Seite auch sehr viel unterwegs zu sein. Das war sehr hart und darum ist es besonders bitter, dass ich mich nicht mit einer Medaille für diese Mühen belohnen konnte. 

Erzähle uns eine/zwei witzige, aufregende oder amüsante Geschichten aus deiner Zeit im Nationalteam.

Auf der Jugend -Weltmeisterschaft waren wir in einem Tempel untergebracht und haben einen Tag wie Buddhisten gelebt. Das Essen sah eigentlich wirklich lecker aus. Wir kannten das Essen in Korea und ehrlich gesagt hatten wir in Korea noch nie schlechtes Essen. Aber dieses mal war es war sooo ekelhaft, das wir alle nichts gegessen haben bzw. konnten. Wir dachten, wir können bestimmt was anderes bekommen. Doch leider war dies nicht der Fall. Zum Glück hatte eine Athletin noch Nutella-Glas dabei und wir aßen wie die Geier Nutella mit den Fingern. 

Welches Turnier war dein erster Wettkampf im Nationaldress und wie hast du dich damals dabei gefühlt?

Mein erstes Turnier war die Europameisterschaft 2003 in Athen. Ich habe mich ein bisschen unwohl gefühlt, weil ich das erste mal nicht von meinem Onkel Özer Gülec gecoacht worden bin und stattdessen einen Coach (Markus Kohlöffel) hatte, der schwäbisch spricht. Das war für mich doppelter Stress. Mit 13 Jahren war ich leicht nervös und auch der Druck da, weil ich bis dahin noch nie einen einzigen Kampf verloren habe. 

 

Was machst/arbeitest du heute und wo lebst du?

Ich habe im August 2018 meinen vierten Sohn bekommen und genieße das erste Mal das Mama sein in vollen Zügen. Da ich bei allen 3 Kindern zuvor immer auf Hochtouren unterwegs war und oft auf die Turniere gereist bin, bin ich im Moment immer mit meinem Nachwuchs zusammen! Selbst nach den Zwillingen habe ich ja wieder gekämpft, darum genieße ich jetzt die Zeit mit allen vieren umso mehr. Natürlich geh ich auch noch häufig auf Taekwondo-Turniere, sowie steht fast jedes Wochenende ein Fußballturnier von meinem ältesten Sohn an. 

Hast du noch Kontakt mit der Sportart Taekwondo?

Ja ich trainiere in dem Ort, wo ich wohne, 2x die Woche die Taekwondo-Truppe von Taekwondo Ailingen und bin immer noch als Trainerin beim Taekwondo Özer aktiv. 

Was hat dir die Zeit im Nationalteam gebracht/was nimmst du für dein heutiges Leben mit?

Ich habe gelernt niemals aufzugeben, ehrgeizig zu sein, selbstdiszipliniert zu Leben und vieles mehr. Das alles braucht man auch im normalen Leben! 

Welchen Sport betreibst du heute?

Das einzige Training, was ich aktuell mache ist Taekwondo zu trainieren, weil es einfach die beste Sportart ist und weil ich es gerne mache.

Daniel Manz

Steckbrief

Was war dein schönster sportlicher Moment während deiner Einsätze für die DTU?

Mein schönster sportlicher Moment war, als ich mich 2008 in Istanbul für die Olympischen Spiele 2008 in Peking qualifiziert habe.

Bei welchem Turnier bist du mit einer Enttäuschung zurückgekehrt und warum warst du enttäuscht/unzufrieden?

Meine größte Enttäuschung waren definitiv die Olympischen Spiele 2008 in Peking, wo ich im Bronzemedaillenkampf gegen den amtierenden Weltmeister (-74 kg) aus Chinese Taipei gekämpft habe. Leider musste ich mich aufgrund einiger Fehlentscheidungen durch den Kampfrichter mit einem Punkt knapp geschlagen geben. Ich hatte eine sehr harte Vorbereitung für die Olympischen Spiele und habe alles investiert, um diese Medaille zu holen. Mit einer fairen Bewertung hätte ich mein Ziel erreicht. Diese Niederlage, bei der ich so ungerecht bewertet wurde, ist mit Abstand die größte Enttäuschung meiner Karriere. 

Erzähle uns eine/zwei witzige, aufregende oder amüsante Geschichten aus deiner Zeit im Nationalteam.

Nach der Jugend-Weltmeisterschaft 2004 in Korea hat sich unser damalige Sportdirektor Udo Wilke für uns eine ganz besondere Art der Regeneration ausgedacht. Wir fuhren viele Stunden in einem Bus durch die Koreanische Landschaft zu einem Buddhisten Tempel. Dort haben wir dann zwei Tage wie echte Buddhisten gelebt. Wir trugen sogar die traditionelle Kleidung. Das Essen war sehr sehr gewöhnungsbedürftig, deswegen hatten wir am Abend alle sehr Hunger. Doch Gott sei Dank hatte einer ein Nutella Glass dabei und wir haben alle mit unseren Händen das Nutella Glas aufgegessen, weil wir solch einen Hunger hatten. Das Bild mit unseren Nutellaverschmierten Händen werde ich nie vergessen. 

Welches Turnier war dein erster Wettkampf im Nationaldress und wie hast du dich damals dabei gefühlt?

Mein erster Einsatz für die Deutsche Nationalmannschaft waren die French Open 2002 in Paris. Für mich war es ein einmaliges Gefühl. 

Was machst/arbeitest du heute und wo lebst du?

Ich habe mit meinem Vater eine Firma gegründet und wir vertreiben exklusiv in Deutschland, Österreich, Türkei und Italien die CRYO BOX „Ganzkörperkältetherapie“ www.cryo-box.de   

Instagramm: cryoboxfn

Facebook: Cryo Box Friederichshafen

Des Weiteren trainiere ich mehrere Athleten in Amerika, die alle im Jugend/Senioren National Team sind. 

Hast du noch Kontakt mit der Sportart Taekwondo?

Ja täglich habe ich Kontakt mit der Sportart. Ich helfe unseren derzeitigen Top Athleten auch beim Thema Regeneration/Taktik/Nutrion und untestütze natürlich im Training. 

Was hat dir die Zeit im Nationalteam gebracht/was nimmst du für dein heutiges Leben mit?

Das tolle ist, das Leistungssportler sehr viele Fähigkeiten mit bringen, die optimal für das tägliche Leben sind. Zum Beispiel Ehrgeiz, Selbstdisziplin, Zielstrebigkeit. Das hilft mir nun auch in meiner beruflichen Karriere. Ich denke, Leistungssportler können einfach mehr leisten als "normale" Menschen, da sie stets höheren Belastungen (körperlich und mental) ausgesetzt waren. Und diese positiven Effekte spüre ich nun in allen Bereichen.

Welchen Sport betreibst du heute?

Heute trainiere ich regelmäßig mit meinen 4 Kindern, und natürlich traininere ich auch derzeit noch mit unseren Top Athleten der Nationalmannschaft. Je näher man an dem Sport dran ist desto effektivere und bessere Empfehlungen kann man den Athleten geben.

Claudia Peters

Steckbrief

Was war dein schönster sportlicher Moment während deiner Einsätze für die DTU?

Mein schönster sportlicher Moment während der Einsätze für die DTU war definitiv während der Europameisterschaft 2015 in Belgrad, Serbien. Es war meine fünfte Europameisterschaft und für mich altermäßig die letzte Chance in der sogenannten „Königsklasse - Senioren 1“ die lang ersehnte Goldmedaille zu gewinnen. Ich war super vorbereitet, auch wenn der Weg bis dahin von Verletzungen und täglichen Schmerzen beim Training geprägt war.

Doch am Turniertag konnte ich wie nur selten meine 100%ige Trainingsleistung abrufen – alles hat einfach gepasst und ich wusste, egal was passiert, mein Team steht voll und ganz hinter mir. Als die Jury verkündete, dass ich Gold gewonnen hatte, ist eine riesengroße Anspannung von mir gefallen und ich war einfach nur überglücklich. Es war so schön zu sehen, wie mein Team für mich jubelte, teilweise zu Tränen gerührt war und auf dem Siegerpodest die Nationalhymne trotz nach kurzer Zeit stoppender Musik bis zum Ende mitsang.

Ein unvergesslicher Moment, den ich noch meinen Enkelkindern erzählen werde!

Bei welchem Turnier bist du mit einer Enttäuschung zurückgekehrt und warum warst du enttäuscht/unzufrieden?

Es gab viele Turniere, bei denen ich enttäuscht zurückkam. Das erste Mal war das so richtig der Fall nach der WM 2009 in Kairo. Die Matten waren super uneben, die erhöhten Flächen vibrierten bei jeder Bewegung und ich kam damit einfach nicht gut zurecht. Danach hab ich für jede WM versucht unter den schlechtesten Bedingungen zu trainieren. 

Ich habe damals aber Erfolg auch sehr stark an Medaillen fest gemacht und eine Medaille bei einer WM zu gewinnen ist einfach schwer - das habe bei 8 WM Teilnahmen „nur“ drei mal geschafft. Erst später habe ich erkannt, dass ich Erfolg ganz anders messen sollte, nämlich daran, ob ich meine erwünschte Leistung bzw. Trainingsleistung abrufen konnte. 

Erzähle uns eine/zwei witzige, aufregende oder amüsante Geschichten aus deiner Zeit im Nationalteam.

Was immer super lustig war, war unsere Tradition nach dem Wettkampf am frühen Morgen der Abreise noch kurz vorher in den Pool zu springen, sei es auch noch so kalt. Die anderen lustigen Sachen kann ich in diesem Rahmen leider nicht erzählen.

Welches Turnier war dein erster Wettkampf im Nationaldress und wie hast du dich damals dabei gefühlt?

Mein erster Einsatz liegt schon ewig zurück - ich glaube es war 1999. Ich war damals 12 und hatte meinen ersten Einsatz für die deutsche Nationalmannschaft auf den Belgium Open. Die Belgium Open waren damals ein sehr stark besuchtes Turnier mit hoher Konkurrenz. Die ersten 5 Plätze wurden grundsätzlich immer über hundertstel Punkte entschieden. Ich habe damals die Goldmedaille gewonnen in der jüngsten Jugendklasse und weiß noch, dass der damalige Bundestrainer, Hans Vogel, mir ein sehr positives Feedback gegeben hat über das ich mich total gefreut und meiner ganzen Familie erzählt habe.

Aber für die Europameisterschaft in 2001 in Deutschland war ich zu jung und daher war meine erste Europameisterschaft 2003 auf Korsika mit einer traumhaften Location und einem super Teamspirit vor Ort. Ich habe damals die Silbermedaille gewonnen und war sehr zufrieden. Dennoch habe ich mir damals schon vorgenommen, dass ich irgendwann einmal die Goldmedaille in meiner Einzeldisziplin gewinnen möchte – das war immer mein größter Traum.

Was machst/arbeitest du heute und wo lebst du?

Ich lebe schon mein ganzes Leben lang in der Nähe von Aachen und habe mich innerhalb meines Wirtschaftsstudiums auf den Bereich Marketing spezialisiert. Seit 2016 arbeite ich bei Johnson & Johnson, einem weltweit tätigen amerikanischen Pharmazie- und Konsumgüterhersteller. Zunächst habe ich 1,5 Jahre lang auf der Marke „bebe“ gearbeitet. Zur Zeit betreue ich markenübergreifende Innovationsprojekte in unserem „Beauty“ Sektor, u.a. für die Hautpflegemarke „Neutrogena“.

Hast du noch Kontakt mit der Sportart Taekwondo?

Ja, auf jeden Fall! Ich versuche jede Gelegenheit zu nutzen, um meine ehemaligen Teammitglieder zu sehen, sei es privat oder auf Lehrgängen und/oder Turnieren. Zudem bin ich natürlich auch noch ab und zu beim Training. Seit der Geburt meiner Tochter im Juli 2017 bleibt mir jedoch nicht mehr so viel Zeit wie früher, da ich die meiste Zeit natürlich mit ihr verbringen möchte.

Was hat dir die Zeit im Nationalteam gebracht/was nimmst du für dein heutiges Leben mit?

Ich finde es schön sagen zu können, dass ich so lange Teil einer so tollen Gemeinschaft war. Über die Jahre hinweg hat sich die Teamkonstellation natürlich immer wieder geändert, aber jedes WM und/oder Europameisterschaftsteam war besonders und hat mir geholfen, beruflich, so wie auch privat ein Teamplayer zu werden, d.h. Verantwortung füreinander zu übernehmen, Höhen und Tiefen gemeinsam durchzustehen und verschiedene Interessen in Einklang zu bringen. Das konnte ich besonders während meiner mehrjährigen Tätigkeit als Aktivensprecherin lernen – für das Vertrauen bin ich sehr dankbar.

Welchen Sport betreibst du heute?

Also ein Kleinkind den halben Tag zu tragen, mit ihm turnen und schwimmen zu gehen ist für mich schon eine gute Sporteinheit. Aber natürlich betreibe ich auch noch Sport für mich alleine, das ist dann meistens schwimmen, joggen, Pilates oder natürlich TKD. Ich habe meine Karriere aber nie offiziell beendet, weil ich mir immer noch die Möglichkeit offen halten möchte, irgendwann zurückzukehren.

Aydin Ates

Steckbrief

Was war dein schönster sportlicher Moment während deiner Einsätze für die DTU?

Mein schönster Erfolg im DTU war ganz klar der Sieg der Europameisterschaft 1994 in Zagreb. Den Gewinn eines solchen großen sportlichen Ereignisses behält man den Rest seines Lebens unauslöschlich in Erinnerung!

Bei welchem Turnier bist du mit einer Enttäuschung zurückgekehrt und warum warst du enttäuscht/unzufrieden?

In jeder Sportlerkarriere gibt es Höhenflüge und Rückschläge. Früher gab es keine objektive Bewertung in Form elektronische Westen und Helme, man musste sich auf die Punktrichter verlassen. So kam es doch oft vor, dass unfaire Ergebnisse zustande kamen. 

Meine größte Enttäuschung, die mich sportlich und persönlich betraf, war bei der Weltmeisterschaft 1995 in Manila auf den Philippinen. Als amtierender Europameister war ich sehr motiviert den WM-Titel zu gewinnen. 

Bei meinem Kampf gegen Iran wurden leider viele meiner eindeutigen Treffer nicht gewertet, so dass ich den Kampf unverdient verlor. Mein Gegner erreichte dann das Finale und verlor gegen Cihat Kutluca aus der Türkei. Da ich den aktuellen Weltmeister Cihat Kutluca aus der Türkei zuvor bereits 2 x geschlagen hatte, beim World Cup in Cayman Islands und EM-Finale, war es für mich sehr enttäuschend. Die Kampfrichter waren leider nicht auf meiner Seite. Das hätte heute mit dem elektronischen Punktsystem nicht passieren können

Erzähle uns eine/zwei witzige, aufregende oder amüsante Geschichten aus deiner Zeit im Nationalteam.

Während meiner Taekwondo Karriere hatte ich immer das Problem mein Kampfgewicht zu halten. Meine Mutter ist eine leidenschaftliche und hervorragende Köchin und Essen gehört zur Geselligkeit dazu. Auch in Trainingslagern war ich berühmt für kohlenhydratreiches Frühstück. Das zog für mich vor jedem Wettkampf den Schreck auf der Waage nach sich. Also begann jedes Mal die Quälerei wenige Tage vor der Waage ein paar Kilos herunter zu hungern. Zu jeder Jahreszeit auch bei 30°C im Schwitzanzug mit hochrotem Kopf joggen gehen zu müssen, ließ die Passanten oft lachend und kopfschüttelnd hinter mir her gucken. 

In meiner Gewichtsklasse bis 54kg war ich bei meiner Körpergröße und einem Körperfettanteil um 10% bereits sehr schlank und durchtrainiert. 

So traf ich vor einem Kampf im Vorraum ein und rätselte, wer mein Gegner sei. Neben mir stand ein Kämpfer, der ungefähr eineinhalb Köpfe größer war als ich. Mein Coach und ich waren uns einig, dass dieser große Kämpfer mit Sicherheit nicht mein Gegner ist, sondern mindestens 2 Gewichtsklassen höher kämpfen würde. Doch zu Kampfbeginn kam genau dieser als mein Gegner auf mich zu. Ich konnte aber den Kampf dennoch für mich entscheiden.

Welches Turnier war dein erster Wettkampf im Nationaldress und wie hast du dich damals dabei gefühlt?

Das erste Mal war der World Cup auf dem Cayman Islands 1994. Es war für mich eine unglaubliche Erfahrung allein durch die Überseereise, die wir antraten. Internationale Kämpfe mit den Weltbesten waren emotional immer am spannendsten. Der erste Kampf fand gegen den amtierenden Vize-Europameister aus der Türkei Cihat Kutluca statt, der 1 Jahr später sogar Weltmeister wurde. Als Neuling hatte man vor solchen Namen natürlich großen Respekt. Doch ich konnte den Kampf für mich entscheiden. Das war eine unglaubliche Erfahrung gegen solche Größen mithalten zu können. Im Halbfinale hab ich dann gegen den Favoriten und späteren Sieger aus Korea sehr knapp verloren. Ich konnte mehr als zufrieden die Heimreise antreten.

Was machst/arbeitest du heute und wo lebst du?

Ich arbeite als Disponent im Einkauf bei der Firma Bürstner Caravan-Reisemobil-Bau 

Ich lebe in Offenburg, wo ich ein Haus gebaut habe.

Hast du noch Kontakt mit der Sportart Taekwondo?

Taekwondo ist weiterhin meine große Leidenschaft, die ich nach Beendigung meiner aktiven Wettkampfzeit weiterhin als Trainer und Vorstand betreibe. Ich habe bereits 2001 mit meinen Brüdern ein Taekwondo Verein in Offenburg gegründet, wo ich an 2 Standorten (Offenburg und Gengenbach) von Montag bis Samstag Kinder, Jugendliche und Erwachsene nach der Arbeit trainiere und zu Wettkämpfen begleite. Des Weiteren bin ich als Landeskampfrichter in der TUBW tätig und habe auch die DTU-Prüfer-Lizenz.

Was hat dir die Zeit im Nationalteam gebracht/was nimmst du für dein heutiges Leben mit?

Die Zeit im Nationalteam hat mich im Leben weitergebracht, indem ich gelernt habe zum Beispiel beim Treffen auf stärkere, erfahrenere Gegner nicht aufzugeben, sondern an dieser Konkurrenz zu wachsen. Durchhaltevermögen und Disziplin sind Grundlagen zum Erfolg.

Welchen Sport betreibst du heute?

Bei den German Open 2002 traf mich der Gegner mit einem unglücklichen Kick an der linken Patella (Kniescheibe), die dabei durchbrach. Das war der Moment wo meine Sportlerkariere beendet wurde. Ab dem Zeitpunkt war mein Knie so verletzt, dass ich bis zum heutigen Tag kaum eine Sportart schmerzfrei betreiben kann. Neben dem Taekwondo als Trainer, das weiterhin den größten Teil meiner Freizeit einnimmt, finde ich großen Gefallen am Automotorsport und verbessere mein Können ab und zu auf der Rennstrecke auf dem Hockenheimring und das schmerzfrei!

Aziz Acharki

Steckbrief

Was war dein schönster sportlicher Moment während deiner Einsätze für die DTU?

Als Athlet: Der Gewinn des Weltmeistertitels 1995 in Manila / Philippinen und natürlich als Coach der Gewinn des Weltmeistertitels von Tahir Gülec 2013 in Puebla / Mexiko.

Bei welchem Turnier bist du mit einer Enttäuschung zurückgekehrt und warum warst du enttäuscht/unzufrieden?

Der Worldcup 1998 in Sindelfingen war eine Enttäuschung für mich.
Ich habe sportlich daraus viel gelernt und habe danach vieles anders gemacht in der sportlichen Vorbereitung vor –während und nach dem Wettkampf.

Erzähle uns eine/zwei witzige, aufregende oder amüsante Geschichten aus deiner Zeit im Nationalteam.

Bei meiner ersten WM 1993 im Madison Square Garden New York / USA unter Coach Helmut Gärtner, sagte er mir du musst noch einen Kampf gewinnen und dann hast du Bronze sicher. Ich wusste gar nicht, dass ich im Halbfinale gegen Korea kämpfen werde. Ich habe den Kampf verloren. Als ich aber zu ihm kam beglückwünschte er mich zum Gewinn der Bronzemedaille. Ich konnte es gar nicht fassen und war natürlich dementsprechend glücklich und zufrieden.

Eine witzige Story hatt ich damals mit Marco Scheiterbauer bei der CISM in Fort Hood / USA 2001. Er versteckte sich im Kleiderschrank und erlaubte sich einen Scherz, in dem er mich erschreckte und ich ihn mit einer Stehlampe fast verletzt habe.

Welches Turnier war dein erster Wettkampf im Nationaldress und wie hast du dich damals dabei gefühlt?

1992 hatte ich meinen ersten Einsatz mit dem Nationalteam bei den Dutch Open. Nach 6 Kämpfen konnte im Finale gegen den erfahrenen Ercan Özkuru das Turnier für mich entscheiden. Ich war überglücklich und Stolz im Nationaldress starten zu dürfen.

Was machst/arbeitest du heute und wo lebst du?

Ich lebe immernoch in Bonn und leite nun wieder meinen Verein,den OTC Bonn, als Cheftrainer, nach dem ich Ende 2018 als Head coach in Saudi Arabien aufgehört habe.

Hast du noch Kontakt mit der Sportart Taekwondo?

Ja!

Was hat dir die Zeit im Nationalteam gebracht/was nimmst du für dein heutiges Leben mit?

Neue Freundschaften, weltweite Reisen, wodurch ich viele Kulturen und Menschen kennengelernt habe.

Ich konnte vieles dazu lernen, was meine Entwicklung als Athlet und später als Trainer sehr geprägt hat.

Welchen Sport betreibst du heute?

Ich bin gerne in der freien Natur (Laufen) , spiele Tennis und Fußball, betreibe Fitnesstraining und boxe gelegentlich. Und natürlich meinen Sport TAEKWONDO.

MICHAEL ARNDT

Steckbrief

Was war dein schönster sportlicher Moment während deiner Einsätze für die DTU?

Natürlich mein Weltmeistertitel 1987 in Barcelona. Das hatte mehrere Gründe für mich. Als erstes konnte ich im Finale den US Koreaner Jimmy Kim klar besiegen, gegen den ich vorher jeweils ein Welt Cup Finale und ein World Games Finale verloren hatte. Daneben hatte ich zu dieser Zeit Dr. Dirk Jung als National Coach hinter mir sitzen, was mir unglaubliche Sicherheit gab.

Dr. Jung war selber erfolgreicher Schwergewichtler und sein Coaching unterschied sich gewaltig von allen National Coaches davor. Seine ruhige Art und sein Gefühl für das Schwergewicht ließen mich schon früh im Kampf spüren, das könnte mein Tag werden. Ohne Dirk Jung hätte ich den WM Titel nicht geholt.

Bei welchem Turnier bist du mit einer Enttäuschung zurückgekehrt und warum warst du enttäuscht/unzufrieden?

Meine größte Enttäuschung waren die Olympischen Spiele 1988 in Seoul, bei denen Taekwondo zum ersten Mal im Demonstrationsprogram vertreten war. Als Weltmeister von 1987 ging ich natürlich als Favorit an den Start. Leider gab es im Vorfeld große Diskrepanzen mit der damaligen DTU Führung. Wir hatten uns als Team fast geschlossen gegen den damaligen BT ausgesprochen und wollten auf keinen Fall mit ihm nach Seoul. Als damaliger Aktiven Sprecher war ich einer der Rädelsführer und wurde letztendlich trotz offizieller Nominierung von der DTU Spitze entnominiert. Mit mir etliche weitere Athleten, die sich gegen den BT ausgeprochen hatten, darunter Europameister und Deutsche Meister. Nach gewaltigem Druck durch Presse (deshalb war ich das erste Mal im TV) und dem DOSB wurde die Entnominierung kurz vor den Spielen zurück genommen, unter der Bedingung, dass der nicht gewünschte Coach mit dabei ist. Wir einigten uns darauf, ließen uns von ihm aber nicht coachen.

Ich habe das gesamte Training in Korea geleitet und er kam dann kurz vor den Kämpfen und setzte sich auf den Coach Stuhl, das wars. Im Vorkampf hatte ich dann Henk Maier und im Halbfinale einen Koreaner, welchem ich mich wegen 1 Punkt geschlagen geben musste. Das Finale gewann dann Jimmy Kim, den ich im WM Finale 1987 noch weggeputzt hatte.

Letztendlich hat mich das ganze hin und her mit der damaligen DTU Spitze die Olympia Goldmedaille gekostet (auch wenn es nur Demo Sport war). So etwas vergisst du nie!

Erzähle uns eine/zwei witzige, aufregende oder amüsante Geschichten aus deiner Zeit im Nationalteam.

Na ja so witzig sind die Geschichten nicht. Der damalige Vollkontakt Wettkampf unterschied sich drastisch vom heutigen PSS Punkte klatschen. Nach einem Weltturnier in Korea ist mir abends immer der rechte Fuß eingeschlafen und alles kribbelte. Bei der Röntgenaufnahme zu Hause, kam dann raus, dass ich mir durch meinen eigen Paltung das Wadenbein gebrochen hatte. Die Kicks waren so heftig, dass mein Wadenbein dem eigenen Aufprall nicht standhielt.

Bei der Europameisterschaft 1986 in Österreich hatte ich mir im Halbfinale im rechten Knie alle Bänder überdehnt und konnte kaum noch laufen. Nach eingehender Untersuchung durch den Mannschaftsarzt wurde beschlossen, dass mir das Knie taub gespritzt wird, 20 min. vor dem Finale. Ich konnte wieder laufen wie ein junger Gott und dankte es allen mit dem EM Titel.

Am Abend beim Bankett, nachdem die Betäubung nachließ, brauchte ich dann zwei Kameraden zur Stütze, um überhaupt ans Buffet zu kommen.

Welches Turnier war dein erster Wettkampf im Nationaldress und wie hast du dich damals dabei gefühlt?

Mein erster Wettkampf war die Europameisterschaft 1980 in Esbjerg/Dänemark. Es gab damals noch 10 Gewichtsklassen und ich war gerade einmal seit 3 Jahren beim Taekwondo. Konnte aber 1980 die Internationale Deutsche Meisterschaft gewinnen.

Dirk Jung war zur damaligen Zeit der ungeschlagene Heavy und mein großes Idol. Bei der IDM trat er nicht an und ich holte den Titel. Der BT entschied, dass Dirk für die anstehende EM eine Klasse abspecken musste, damit ich im Super- Schwergewicht bleiben konnte. So konnten wir beide starten.

Bei der EM hatte ich die Hosen gestrichen voll, setzte mich aber klar bis ins Finale durch. Hier bekam ich es dann mit einem Gegner zu tun, der ungefähr 1,75cm groß und auch breit war. Den habe ich dann ordentlich vermöbelt mit meinen 203cm, so dass mir das Finale wie ein Trainingskampf vorkam. Auch Dirk Jung holte hier EM Gold.

Was machst/arbeitest du heute und wo lebst du?

Heute arbeite ich als Unternehmensberater und in erster Linie für den adidas Lizenzpartner Double D in Frankreich. Hier betreue ich adidas Taekwondo und adidas Boxen global.

Hast du noch Kontakt mit der Sportart Taekwondo?

Natürlich habe ich noch Kontakt durch meinen Job. adidas tritt oft als Sponsor auf, so dass ich weltweit unterwegs bin.

Was hat dir die Zeit im Nationalteam gebracht/was nimmst du für dein heutiges Leben mit?

Die Zeit im National Team hat mir viel gebracht. Noch heute bin ich mit NM Mitgliedern in Kontakt und auch mit manchen meiner Gegner. Es war eine super Zeit und wir sind viel gereist, was deinen Horizont immens erweitert.

Ich empfehle allen, die über Deutschland und die Zustände hier ständig lästern, einmal nach China oder Pakistan zu reisen. Bin gespannt ob sie danach immer noch schimpfen!?

Kampfsport ist mit keiner anderen Sportart zu vergleichen. Wenn du im Tennis einen Ball verschlägst, ärgerst du dich. Kickst du im Taekwondo daneben, rächst sich das mit Konter-Kicks und Schmerzen, bis hin zum eventuellen KO. Du kannst im Team trainieren aber auf der Matte bist du alleine. Diese Einstellung hat mir im Berufsleben auch immer sehr geholfen.

Welchen Sport betreibst du heute?

Da ich ziemliche Probleme mit Knien und Rücken habe, bin ich vor ein paar Jahren auf Boxtraining umgestiegen. In der Verbindung mit ein wenig Krafttraining, ist das ein toller Ausgleich zum Berufsleben vor dem PC.

* diese Hall of Fame wird sich im Laufe der Zeit auf Grundlage der erhobenen Daten/Erfolge der Sportler (TaekwondoData) füllen.