"citius, altius, fortius"

Die Olympische Reise der DTU 

5 Olympische Spiele durfte unsere Sportart bereits miterleben. Im Vergleich zu anderen Sportarten ist dies eine kurze olympische Vergangenheit. Trotzdem sind viele schöne, emotionale und spannende Geschichten passiert, welche Sie hier nun noch einmal miterleben könnt. 

Olympische Jugendspiele fanden 2010 das erste Mal in Singapour statt. Deutsche Athleten waren bei allen Olympischen Jugendspielen mit dabei.

Olympische Spiele

Sydney 2000

  

Für die ersten Olympischen Spiele qualifizierten sich Aziz Acharki (-68Kg), Faissal Ebnoutalib (-80Kg) und Fadime Karatas (-49Kg). Aziz und Faissal schafften die Qualifikation über das Weltqualifikationsturnier und Fadime konnte auf der kontinentalen Qualifikation das Ticket für die Olympischen Spiele in Sydney lösen. 

Gleich bei unserer olympischen Premiere schaffte Faissal Ebnoutalib historisches und erkämpfte die erste olympische Medaille für die Deutsche Taekwondo Union. Silber für Deutschland.

Der ehemalige Sportsoldat und dreifache Weltmeister (2 × CISM und WM 1995) Aziz Acharki belegte den 5. Platz (Herren –68 kg), und Fadime Karatas (Damen –49 kg) schied bei den Frauen in den Vorkämpfen vorzeitig aus.

 


 

 Faissals Finalkampf von 2000

Athen 2004

Wie hart und schwierig die Qualifikation für die Olympischen Spiele ist, zeigt das Jahr 2004. In diesem Jahr schaffte leider kein deutscher Athlet die große Hürde der Qualifikation und in Athen fanden wie Wettkämpfe ohne uns statt.

Peking 2008

     

Frisch aus dem Jugendbereich zu den Senioren gewechselt, stand nun eine "neue" Generation bereit. Über die Weltqualifikation schaffte damals Levent Tuncat als einziger die direkte Qualifikation zu den Olympischen Spielen in Peking. Auf der kontinentalen Qualifikation folgten ihm Sümeyye Manz (damals noch Gülec), Pinar Budak und Daniel Manz. Aufgrund der Quotenplatzregelung, nahm sich der Verband das Recht raus, die leistungsstärksten Sportler zu den Olympischen Spielen zu schicken. Da Helena Fromm aufgrund einer Verletzung nicht auf der Qualifikation starten konnte, der Startplatz aber durch Pinar Budak geholt wurde, entschied der damalige Bundestrainer Markus Kohlöffel aufgrund der Erfolge bei der Europameisterschaft 2008 (Fromm Gold, Budak Viertelfinale) zugunsten von Helena Fromm.

Mit einem Altersdurchschnitt von 19,75 Jahren, waren unsere 4 Taekwondo Starter die jüngste Mannschaft von allen deutschen Sportarten. Die Erwartungen nach den Erfolgen bei der Europameisterschaft 2008 in Rom waren groß (hier holten Sümeyye, Helena und Levent Gold). Doch die Sportler erfuhren in Peking, dass Olympische Spiele ihre eigenen Gesetze haben und der bisher erreichte Erfolg kein Garant für weitere Erfolge ist.

Die mediale Aufmerksamkeit, der eigene persönliche Druck, die Erwartungen der Trainer war für die jungen Sportler zu groß und so verabschiedeten sich unsere Sportler ohne Medaille, aber mit vielen wichtigen Erfahrungen, aus Peking. Daniel Manz kam in Peking mit den olympischen Bedingungen am besten klar und erkämpfte einen guten 5. Platz.

Herrentrainer: Waldemar Helm

Damentrainer: Markus Kohlöffel

London 2012

     

Bei den Olympischen Spielen in London wurden erstmals vom Weltverband elektronische Westen eingeführt. Westentreffer werden hier durch den Kontakt zwischen Fuß und Weste elektronisch ausgelöst. Kopftreffer wurden manuell von den Kampfrichtern gedrückt. 

Für die Olympischen Spiele in London schafften zwei Athletinnen die Qualifikation. Sümeyye Manz (-49Kg) und Helena Fromm (-67Kg). Die Herren, Levent Tuncat und Alberto Celestrin, scheiterten auf der kontinentalen Qualifikation äußerst knapp. Die Erfahrungen aus Peking halfen beiden Athletinnen, die Olympischen Spiele in London professioneller vorzubereiten. Am Wettkampftag selbst musste einfach alles passen. Dies traf für den Wettkampf von Helena Fromm zu und sie schaffte, wie schon Faissal Ebnoutalib 2000 in Sydney, historisches. 

Trotz Niederlage im Viertelfinale, kämpfte Helena Fromm in der Trostrunde (da ihre Gegnerin ins olympische Finale einzog) und gewann im Bronzemedaillenkampf gegen Australien die erste Medaille für eine deutsche Taekwondo Kämpferin. Die Freude im Verband und bei der Sportlerin, sowie den zahlreichen mitgereisten Fans, war riesig. Durch den Gewinn dieser Medaille trat Taekwondo kurzzeitig in den Blickpunk der Öffentlichkeit. 9,7 Millionen Menschen sahen am Fernseher zu, wie die Olympische Bronzemedaille im Taekwondo nach Deutschland ging. Es war zugleich die  höchste Einschaltquote beim TV-Sender ZDF von allen olympischen Wettkampftagen. 

Natürlich schwebt der Gewinn der Bronzemedaille über den Spielen in London. Dennoch gehört auch unserer zweiten Starterin, Sümeyye Manz, allergrößte Anerkennung. Nach der Geburt ihres ersten Sohnes 2009 trotzte sie allen Herausforderungen des täglichen Lebens als junge Familie und den hohen Anforderungen des Leistungssports und schaffte es erneut, Teil der Olympiamannschaft zu sein. 

Damentrainer: Carlos Esteves


 

 Helenas Kampf um Bronze

 Frauenpower bei Olympia 

Rio 2016

   

Erstmals konnten sich die Sportler für die Olympischen Spiele in Rio über das neu eingeführte Weltranglistensystem qualifizieren. Demnach waren die Sportler der jeweiligen Olympischen Gewichtsklasse direkt für die Olympischen Spiele in Rio qualifiziert, die sich Ende 2015 unter den Top 6 befanden.

Dies traf auf unsere Sportler nicht zu (Anmerkung: Volker Wodzich verpasste die Qualifikation nach Rio um 1,2 Punkte. Er stand Ende 2015 auf Platz 7 und ihm fehlten minimale 1,2 Punkte um das Ticket für Rio zu lösen). Daraufhin nominierte der Verband die Athleten, Anna-Lena Frömming (-57Kg), Rabia Gülec (-67Kg), Levent Tuncat (-58Kg) und Tahir Gülec (-80Kg), für das kontinentale Qualifikationsturnier in Istanbul.

Alle Sportler zeigten an ihren Wettkampftagen herausragende Leistungen. Unter der Leitung von Bundestrainer Carlos Esteves und Aziz Acharki schafften drei von vier Athleten die Qualifikation für Rio. Fragwürdige Kampfrichterentscheidungen klauten unserer vierten Starterin, Anna-Lena Frömming, das Olympiaticket. In Rio liefen von Anfang an einige Dinge nicht wie geplant und so musste einer unserer Kämpfer, Levent Tuncat, auf anraten der offiziellen Ärzte, seine Teilnahme zurückziehen. Eine bittere Enttäuschung für die gesamte Mannschaft, aber in erster Linie natürlich für den Sportler selbst, der jahrelang auf diesen Höhepunkt hintrainiert hat.

Die Gülec-Geschwister Rabia und Tahir hingegen waren körperlich fit und zeigten an ihren Wettkampftagen klasse Leistungen. Beide besiegten ihre Erstrundengegner, die bei Olympischen Spielen ebenfalls absolute Top-Leute sind. Im Viertelfinale gingen beide Sportler an ihre Grenzen, konnten aber die entscheidenden Treffer zum Sieg nicht setzen. Beide erhielten leider nicht die Chance noch um die Bronzemedaille zu kämpfen, da ihre Viertelfinalgegner nicht ins Finale einzogen. Die Erfahrungen, die man bei Olympischen Spielen macht, prägen die weitere sportliche Laufbahn weiter. Unsere noch jungen Athleten nehmen viele Erkenntnisse mit aus Rio, was ihnen für die nächsten Schritte im Hinblick auf Tokyo 2020 helfen wird.

Herrentrainer: Aziz Acharki

Damentrainer: Carlos Esteves

Olympische Jugendspiele

Singapour 2010

Folgt in Kürze

Nanjing 2014

Folgt in Kürze

Buenos Aires 2018

Folgt in Kürze


 

Olympische Spiele 2020

Die Qualfikation für die Olympischen Spiele in Tokyo ist bereits im vollen Gange. Ziel der Athleten ist es, Ende 2019 im offiziellen Ranking der World Taekwondo unter den Top 5 der jeweiligen olympischen Gewichtsklasse zu sein. Dies bedeutet eine direkte Qualifikation für Tokyo 2020. 

Der zweite Weg für eine Qualifikation zu den Olympischen Spielen bleibt die kontinentale Qualifikation im Januar 2020.