Safe Sport

Die DTU und die DTU-Jugend setzen sich gegen jede Form sexualisierter Gewalt im Sport ein. Dazu zählen auch sexualisierte Gewalt, Gewalt gegen Kinder und Gewalt gegen Menschen mit Behinderung.

Unsere Positionierung

Die Deutsche Taekwondo Union e. V. und die Deutsche Taekwondo-Jugend sprechen sich gegen jede Form von interpersonaler Gewalt im Taekwondo-Sport aus. Wir wollen einen sicheren Sport für alle Interessierten und Beteiligten ermöglichen.

Wir erkennen an, dass interpersonale Gewalt in jedem Verband, Verein und jeder Sportart auftreten kann. Wir vertreten die Ansicht, dass die persönliche Sicherheit aller unserer Engagierten – Sportlerinnen/Sportler, Trainerinnen/Trainer, Funktionärinnen/Funktionäre – durch Aufklärungs- und Präventionsarbeit sowie durch mutige Intervention gestaltet werden muss.

Schnelle Hilfe

Deine Grenzen zählen! Wenn du Grenzverletzungen oder Gewalt im Taekwondo erlebt hast, findet du hier Hilfe. Wir gehen vertraulich mit deiner Meldung um und schauen gemeinsam, wie wir dir am besten helfen können.

Deine Grenzen zählen!

Hier findest du Hilfe in der DTU:

E-Mail: gewaltschutz@remove-this.dtu-mail.de

DTU-Helpline: 0151 53 69 03 70 (auch Whats-App und Signal)

Diese beiden Angebote werden von unserem Team „Gesunder Sport“ betreut. Du erreichst dort Charlotte oder Jasmin. Du kannst dich auch anonym an uns wenden.

Du kannst dich immer an externe Beratungsstellen wenden. Du entscheidest, mit wem du über deine Erlebnisse sprechen möchtest und wo du Hilfe suchst.

Hier findest du Hilfe außerhalb der DTU.

 

Diese Stellen bieten Beratung und haben Erfahrung im Sport:

Downloads - Safe Sport e.V.

 

Anlauf gegen Gewalt: Unabhängige Anlaufstelle bei Gewalt im Spitzensport

 

Diese Stellen helfen dir bei allen Themen, ob Sport oder nicht, weiter:

Gib Feedback!

DTU-Verhaltenskodex

Wir haben einen Verhaltenskodex auf die Risikofelder des Taekwondo angepasst ist.

Hier findet ihr ihn zum Download.

Und nachfolgend findet ihr Antworten auf Fragen. 

 

Allgemeine Fragen zum Verhaltenskodex

Warum gibt es einen Taekwondo-spezifischen Verhaltenskodex?

Gewaltschutz ist eine wichtige gesellschaftliche Aufgabe. Wir als Sportorganisation übernehmen viele gesellschaftliche Aufgaben. Eine dieser Aufgaben ist der Schutz vor Gewalt. Laut dsj-Stufenmodell und im DOSB-Stufenmodell sind wir verpflichtet, bestimmte Schutzfaktoren zu gewährleisten, um unserer Garantenstellung gerecht zu werden. Dazu zählt die Nutzung eines zeitgemäßen Verhaltenskodex.

Jede Sportart ist unterschiedlich, jeder Verband/Verein hat andere Strukturen. Ein Verhaltenskodex ergibt dann am meisten Sinn, wenn er auf die sportartspezifischen Risikofaktoren angepasst ist. Daher wurde der Verhaltenskodex für unsere Sportart weiterentwickelt.

Welche Rolle spielt der Verhaltenskodex für den Gewaltschutz?

Der Verhaltenskodex ist ein Baustein in einem umfassenden Schutzkonzept der DTU. Im Kodex sind klare Verhaltensweisen beschrieben, die in unserem Sportalltag erwünscht und unerwünscht sind. Durch die Nutzung des Verhaltenskodex tragen wir transparent nach außen, wie wir mit Kindern und Jugendlichen umgehen. So schaffen wir ein Verständnis für Grenzen. Mit dem Verständnis dieser Grenzen ist es folglich möglich, Grenzverletzungen und Gewalt zu erkennen, ansprechbar zu machen und ggf. Interventionsschritte einzuleiten.

Warum steht im Verhaltenskodex er „soll“ von allen Personen unterzeichnet werden und nicht er „muss“ von allen Personen in der DTU unterzeichnet werden?

Das Verb "sollte" wurde gewählt im Rahmen der Ermessens-Klauseln (Kann-, Soll-, Muss-Regelungen). Konkret im Verhaltenskodex bedeutet diese Formulierung, dass der Regelfall die Unterzeichnung des Kodex ist, z.B. für alle Lizenzträger*innen und Personen, die regelmäßig Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene betreuen. Bei Personen, die beispielsweise einspringen, weil spontan Betreuung weggefallen ist, "soll" der Kodex ebenfalls unterschrieben werden. Eine Nicht-Unterzeichnung bei einmaligen Einsätzen hindert aber nicht grundsätzlich an einer Betreuung.  

Ich bin Trainer*in, meine eigenen Kinder sind Sportler*innen und deren Vereins-Freund*innen sehe ich auch außerhalb vom Sport. Wie soll ich da dem Verhaltenskodex gerecht werden?

Viele Personen haben verschiedene Rollen im Sportalltag des Taekwondo: Trainer*in, Elternteil, Wettkampfrichter*in, Sportler*in etc.  

Als Dachverband des Taekwondo-Sports müssen wir unserer Garantenstellung und unserem Schutzauftrag gegenüber allen Engagierten gerecht werden. Das bedeutet, dass wir für den Sportalltag gemeinsame Umgangsformen definieren und leben müssen.  

Der Verhaltenskodex soll Grenzverletzungen frühzeitig besprechbar machen und den bekannten Grooming-Strategien von Täter*innen (sexualisierter) Gewalt entgegenwirken.   

Für den Sportalltag im Taekwondo gilt der Verhaltenskodex. Verhaltensweisen im privaten Lebensbereich können dann unter den Verhaltenskodex fallen, wenn z.B. Kontakte, die über den Sport entstehen, ausgenutzt werden für Grooming-Verhalten, Grenzverletzungen oder (sexualisierte) Gewalt.  

Wir ermutigen all unsere Mitglieder auch außerhalb des Taekwondo-Sports oder außerhalb des Geltungsbereichs des Verhaltenskodex wertschätzend, grenzachtend und gewaltfrei miteinander umzugehen.  

Wie wurde der Verhaltenskodex erarbeitet?

Der Verhaltenskodex wurde vom Team „Gesunder Sport“ der DTU-Jugend entwickelt.

2020 wurde eine Risikoanalyse durchgeführt, im Jahr 2023 organisierte die DTU-Jugend das MOVE-Wochenende „Gesund durch Taekwondo“. Dort wurden Expert*innen-Workshops mit Sportler*innen und Trainer*innen durchgeführt, um über Gewaltschutz im Taekwondo zu sprechen. Die Ergebnisse dieser beiden Partizipationsrunden flossen in die Erarbeitung ein. Der Verhaltenskodex orientiert sich ferner an den Standards für Verhaltensregeln der dsj/DOSB, sowie Fachberatungsstellen wie Safe Sport e.V. oder N.I.N.A. e.V.

Konkrete Fragen zu einzelnen Sätzen im Verhaltenskodex

Bedeutet „es gibt kein Abhärtungstraining“, dass keinerlei Schmerzen im Training erlaubt sind?

Taekwondo ist eine Kontaktsportart. Allerdings muss das Training so gestaltet sein, dass Sportverletzungen möglichst vermieden werden. Ein billigendes in Kauf nehmen von Verletzungen, z.B. beim Abhärtungstraining, ist nicht vorgesehen und daher explizit im Verhaltenskodex benannt. Grundsätzlich müssen darüber hinaus die individuellen Schmerzgrenzen beachtet werden. Daher ebenfalls die Benennung des Grundsatzes "jedes Nein wird akzeptiert".  

Was ist „Abhärtungstraining“?

Taekwondo ist eine Kontaktsportart. Gerade im Zweikampfbereich entstehen blaue Flecken oder Verletzungen. Außerdem führt Training z.B. im Sommer bei hohen Temperaturen zu körperlichem Unwohlsein. All dies ist Teil des Trainingsalltages.  

Trainingsmethoden, die körperliche oder mentale Gesundheit gefährden, statt sie zu fördern gehen über diesen Alltag hinaus. Diese Art des Abhärtungstraining oder „in den Schmerz trainieren“ ist auch sportwissenschaftlich veraltet.  

Eine physiologische Leistungssteigerung ist mit Trainingsmethoden möglich, die an die körperlichen und mentalen Fähigkeiten und Grenzen der Sportler*innen angepasst sind. Eine Leistungssteigerung bedeutet nicht zwangsläufig eine stetige Grenzüberschreitung oder gar das billigende in Kauf nehmen von erhöhten Verletzungsrisiken (z.B. Vollkontakttraining ohne Schützer oder keine Trinkpause bei schwerem Training). Diese Art des Abhärtungstrainings hat in der DTU keinen Raum.

Warum ist Gewichtmachen nicht ausdrücklich verboten?

Wir als DTU stehen für einen gesunden Taekwondo-Sport. Unser Ziel ist, dass alle Heranwachsenden ihren Körper schätzen, seine Grenzen kennen und im Taekwondo die Möglichkeit haben sich körperlich und mental weiterzuentwickeln.  

Die DTU-Jugend setzt sich daher gegen das Gewicht machen ein.  

Allerdings ist es die Trainingsrealität vieler Sportler*innen, vor dem Wettkampf Gewicht zu verlieren. Meist werden dafür ungesunde oder gefährliche Methoden verwendet. Siehe auch diese Seite.

Wir wollen das Thema Gewicht machen besprechbar machen und die Erwachsenen in die Verantwortung nehmen. Wenn Trainer*innen ihre Sportler*innen Gewicht machen lassen, darf dies nur unter geschützten und sportwissenschaftlich fundierten Methoden passieren (z.B. Betreuung durch Ernährungsberatung und erfahrene Ärzt*innen). Ein bloßes Verbot ist aktuell in der Taekwondo-Realität noch nicht realisierbar.  

Uns ist die Wichtigkeit dieses Themas bewusst und wir arbeiten stetig an der Aufklärung im Sinne eines gesunden Sportes und wohlwollenden Umgangs mit dem eigenen Körper.  

Legale Drogen – das sind auch Koffein, Nikotin und Alkohol. Auf all das zu verzichten ist nicht möglich und schließt Personen aus.

Als Dachverband für Taekwondo-Sport setzen wir uns für den gesunden Umgang mit dem eigenen Körper ein. Taekwondo basiert auf der Ausbildung von Körper und Geist. In diesem Sinne möchten wir alle Personen ermutigen, auf schädliche Substanzen zu verzichten. Im Verhaltenskodex ist daher das Verb „achten auf“ genutzt. Die Vorbildfunktion von Erwachsenen kommt hier zum Tragen: Heranwachsenden soll gezeigt werden, dass Sport auch ohne Konsummittel ein erfüllendes Erlebnis ist.  

Insbesondere auf Fahrten, bei Wettkämpfen etc. möchten wir daher alle Personen dazu aufrufen, auch legale Drogen außerhalb der Reichweite von Heranwachsenden zu konsumieren. Insbesondere solche, die andere schädigen (z.B. Nikotin) oder zu einer Veränderung des Charakters führen (z.B. Alkohol). 

Wie soll es möglich sein, keine Geheimnisse mit Heranwachsenden zu haben? Das passt nicht zum Datenschutz und zur Vertraulichkeit.

Geheimnisse zu haben, ist oft ein wesentlicher Bestandteil von Grooming-Strategien und dem Aufrechterhalten von Abhängigkeiten, die (sexualisierte) Gewalt ermöglich.  

Geheimnisse, die temporär und darauf angelegt sind, wieder aufgelöst zu werden (z.B. die Planung eines Geburtstagsgeschenks) erfüllen dieses Kriterium nicht. Geheimnisse, deren Ziel es hingegen ist, Tatstrategien zu ermöglichen, sind mit diesem Punkt prüfbar und ggf. sanktionierbar. 

Auch kann es sein, dass sich Heranwachsende in Krisensituationen vertrauensvoll an ihre Trainer*in wenden. Grundsätzlich gehört es jedoch nicht zur Rolle von Trainer*innen, Geheimnisträger*in für Heranwachsende zu sein. Vielmehr sollen sie im Hilfesystem das ausgesprochene Vertrauen würdigen und geeignete und lösungsorientierte Hilfe leisten oder von extern dazu holen.  

Erwachsene sollen grundsätzlich ihre Geheimnisse nicht mit Heranwachsenden teilen. Dies ist eine unprofessionelle Überschreitung der Grenzen im Trainer*in-Sportler*in-Verhältnis. Erwachsene müssen sich Hilfe/Rat bei Erwachsenen suchen.  

Wenn Übernachtungen im selben Zimmer mit Heranwachsenden nicht erlaubt sind, wie soll man dann Gruppenübernachtungen oder Trainingslager in Sporthallen ermöglichen?

Übernachtungen stellen einen höchst persönlichen Lebensbereich dar. Diese Situationen können ausgenutzt werden für Grooming-Strategien, Grenzverletzungen oder (sexualisierte) Gewalt. Daher ist darauf zu achten, dass dieser höchstpersönliche Lebensbereich von Heranwachsenden stets geschützt ist.  

Räumlichkeiten für Gruppenübernachtungen können dabei eine Ausnahme darstellen. Dann ist darauf zu achten, dass die Schlafstätten von z.B. Trainer*in, Betreuer*in und Heranwachsenden getrennt sind und jeweils mehrere Trainer*innen/Betreuer*innen mit einer Gruppe einen großen Raum teilen. 

Soziale Medien sind Lebensrealität. Wie soll es da möglich sein, den Kontakt nur zum Thema Sport zu haben und alles öffentlich zu machen?

Wie im analogen Leben müssen die Grenzen von allen Menschen geachtet werden. Dabei gibt es einen besonderen Schutzauftrag für Heranwachsende. Soziale Medien werden zunehmend für digitale Grooming-Strategien ausgenutzt. Außerdem stellt das Versenden ungefragter Nacktfotos oder das Auffordern zum Versenden von Nacktfotos zunehmen einen Bereich der sexualisierten Gewalt dar.  

Der Austausch in sozialen Medien soll daher auf ein für den Sportalltag angemessene Maße geführt werden. Absprachen, die den Sport betreffen, müssen nicht geheim sein. Absprachen zu Fahrten etc. können auch in Gruppen-Chats geführt werden.  

Private Beziehungen über den Sportkontext hinaus sind stets in ihrer Sinnhaftigkeit zu bewerten und ob sie ausgenutzt werden für Grooming-Strategien, Grenzverletzungen oder (sexualisierte) Gewalt.  

Schutzkonzepte - Für Sicherheit im Sport

Wir möchten euch aktiv darin unterstützen, ein individuelles Schutzkonzept zu entwickeln. Daher haben wir unter anderem als Impuls aus dem MOVE-FOR-HEALTH Wochenende „Gesund durch Taekwondo“ im August 2023 einen Leitfaden zur Entwicklung eures Schutzkonzeptes entwickelt.

Die Materialien findet ihr auf der Download-Seite der DTU-Jugend.

Taekwondo-Risikoanalyse

Wir haben für den Taekwondo-Sport eine eigene Risikoanalyse erstellt. Dort haben wir unseren gemeinsamen Sportalltag analysiert und potentielle Risikofelder beleuchtet.

Hier findet ihr die Risikoanalyse.

 

Unsere Werte

Zu einem nachhaltigen Schutz vor Grenzverletzungen und Gewalt gehört auch ein Leitbild. Wir haben daher unsere Taekwondo-Werte für in einem neuen Design erfasst. 

Die Materialien findet ihr auf der Download-Seite der DTU-Jugend.

Weiterbildung im Thema

Hier findet ihr Erklärvideos rund um das Thema Grenzverletzungen und Gewalt im Sport: https://safesport.dosb.de/

Wir haben ein spezielles E-learning zu Grundlagen von Gewaltschutz im Taekwondo entwickelt. Zum Absolvieren müsst ihr euch unter https://novaskill.avendoo.de/ui/index?register=true#/register mit dem Code „DTU-PSG" anmelden..

Die DTU und DTU-Jugend bieten Weiterbildungen an. Ihr könnt Schulungsanfragen auch direkt an Charlotte König senden (koenig@remove-this.dtu-mail.de).

Daten und Fakten

Grenzverletzungen und Gewalt im Sport sind kein Einzelfall. Mittlerweile gibt es sehr gute Studien, die Zahlen zu diesem Thema erfassen.

Hier findet ihr Projekte, die den Breitensport beleuchten: https://www.lsb.nrw/unsere-themen/schutz-vor-gewalt-im-sport/zahlen-daten-fakten

https://www.aufarbeitungskommission.de/mediathek/sexualisierte-gewalt-und-sexueller-kindesmissbrauch-im-kontext-des-sports/

Hier findet ihr Projekte, die den Leistungssport beleuchten:

http://voicesfortruthanddignity.eu/de/

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