Interview mit Volker Wodzich

Interview mit Volker Wodzich:  Grand Prix Sieger beim World Taekwondo Grand Prix in Manchester 2014 in der Gewichtsklasse +80Kg

Du bist bislang der einzige Gewinner in der DTU, der einen Grand Prix  gewinnen konnte. Wie kann man die Stimmung während der Kämpfe beschreiben, schließlich liegt der Fokus bei den Finalkämpfen, ähnlich wie bei Olympia, auch nur auf einer Matte?

Die Stimmung während der Kämpfe ist sehr nervenaufreibend und man kann es nicht mit G1 oder G2 Turnier vergleichen. Wenn man alleine mit seinem Gegner auf der Fläche steht und so viele Zuschauer sitzen auf der Tribüne ist bei mir persönlich noch einmal die Konzentration gestiegen und ich habe mich dadurch komplett auf meine Kämpfe fokussiert.

Die Grand Prix´s sind die einzigen Turniere, wo man direkt ein Preisgeld mit nach Hause nehmen kann. Ist dies nochmal ein besonderer Anreiz eine Medaille zu erkämpfen?

Natürlich denkt man vor dem Turnier über das Preisgeld nach und es ist interessant zu wissen, dass man bei einem Turniersieg 5000$ gewinnt und etwas Geld dann auch mit nach Hause bringt. Der Ansporn ist da, allerdings denkt man einen Tag vorher und am Wettkampftag nicht mehr über das Geld nach, sondern konzentriert sich auf die Kämpfe. Es war natürlich schön, als ich den Grand Prix gewonnen habe und am nächsten Tag zu dem Veranstalter gehen konnte, um mir mein Preisgeld abzuholen.

Und, wofür hast du es ausgegeben?

Ich sag es ganz offen. Ich habe mit meinen Freunden ein Wochenende gefeiert, weil wir uns gemeinsam über den Sieg gefreut haben. Aber die 5000$ liegen noch genauso unberührt  Zuhause, wie ich sie damals gewonnen habe. Ich muss sie demnächst mal zur Bank bringen.

Mittlerweile hast du deine Karriere beendet. Einige der jüngeren Sportler fahren jetzt in Moskau zu ihrem ersten Grand Prix. Welchen Tipp kannst du ihnen geben?

Ich verfolge die Kämpfe auch nach meinem Karriere Ende immer noch sehr. Aus meiner Sicht sind die Sportler der DTU nicht weit weg von den Athleten der anderen Nationen. Ich sehe, dass bei Ihnen oft das letzte Quäntchen Glück gefehlt hat, um dann eine Medaille oder sogar den Sieg bei so einem großen Turnier mit nach Hause zu bringen.

Einen konkreten Tipp für die einzelnen Sportler zu geben, ist immer schwierig. Jeder Sportler ist individuell. Bei mir persönlich war es 2 Tage vor dem Grand Prix sogar so, dass ich leicht krank war und mir nicht besonders große Chancen auf einen Sieg ausgerechnet habe. Mein Ziel war es von Kampf zu Kampf zu denken. Das es dann am Ende für den Sieg gereicht hat, kam für mich selbst überraschend. 

Daher würde ich den Athleten den Tipp geben, dass sie zunächst nur auf den ersten Kampf schauen sollen. Und auch wenn sie Tage zuvor das Gefühl habe, sie seien nicht richtig fit, kann man an dem Tag mit ein wenig Glück und der Unterstützung der Zuschauer mehr aus seinem Körper raus holen, als man erwartet.