Deutsche Hochschulmeisterschaft Taekwondo 2018

Deutsche Hochschulmeisterschaft in Jena hochkarätig besetzt

Über 100 Sportler von über 40 Hochschulen aus dem gesamten Bundesgebiet waren am 24. November in die Thüringer Stadt Jena gekommen für den Kampf um den Titel des Deutschen Hochschulmeisters 2018 im Taekwondo in den Disziplinen Freikampf oder Poomsae.

Die diesjährige Hochschulmeisterschaft kann man zu einer der am hochkarätig besetztesten der vergangenen Jahre zählen. Unter den Startern befanden sich Topathleten sowohl aus dem Freikampf- als auch Formenbereich – darunter Ronja Paschke, Triumf Beha, Steven Behn und Lukas Stein, die erst eine Woche zuvor bei der Poomsae Weltmeisterschaft in Taiwan im Team Freestyle die Bronzemedaille erreicht hatten, sowie Martin Stach, der ebenso erst eine Woche zuvor den 3. Platz bei der Europameisterschaft in Warschau erkämpft hatte.

Doch damit nicht genug: Zu den Genannten gesellten sich weitere mehrfache Deutsche Meister und Meisterinnen sowie internationale Medaillengewinner im Freikampf – entsprechend hart umkämpft war daher zum Beispiel die Damenklasse bis 57 kg, wo nach spannenden Vorkämpfen schließlich mit Jasmin Richter (Uni Jena) und Isabel Beckstein (TU München) zwei hochklassige Kaderathleten aufeinandertrafen. Zuvor hatten sie sich gegen teilweise ebenfalls Trägerinnen von Meistertiteln durchsetzen können. Für Jasmin als Thüringer Lokalmatadorin, die noch regelmäßig in ihrem Heimatverein in Weida trainiert, war erklärtes Ziel ihren Hochschulmeistertitel von 2017 verteidigen zu können. In einem spannenden Duell konnte sich am Ende jedoch knapp die Kontrahentin aus Bayern durchsetzen. In der Klasse der Damen über 67 kg gewann mit Sarah Di Sinno (HS Düsseldorf) ebenso eine mehrfache deutsche und internationale Medaillengewinnerin.

Gleichermaßen eng ging es in der Herrenklasse bis 80 kg zu. Neben dem genannten Martin Stach (HS Bonn-Rhein-Sieg) kämpften dort auch die mehrfachen Deutschen Meister Andy Kämpf (Uni Frankfurt) und Andreas Tausch (Uni Erlangen-Nürnberg). Auch hier gab es heiß umkämpfte Vorrunden zu bestaunen. Das Finale konnte schließlich Martin Stach gegen Andreas Tausch für sich entscheiden und so seinen Hochschulmeistertitel vom Vorjahr bestätigen. Alexander Müller (TU Mittelhessen), ebenfalls Hochschulmeister 2017 sowie mehrfacher deutscher und internationaler Medaillengewinner, konnte seinen Titel nicht wiederholen; er musste sich Purya Torky (HS Düsseldorf) geschlagen geben. Hingegen konnte Daniel Houben (TU Berlin), der im Vorjahr noch den dritten Platz hatte, nunmehr in der Klasse der Herren bis 68 kg den begehrten Meistertitel gewinnen.

Besonders dicht aber war die Leistungsspitze im Bereich Poomsae – außer den frischen WM-Heimkehrern trafen sich dort mehrere Titelträger von Deutschen Meisterschaften und internationalen Turnieren sowie Medaillengewinner von Europa- und Weltmeisterschaften. Zu nennen sind insbesondere Lukas Stein, Adrian Wassmuth, Shajan Sepanlou und Jessica Rau. Entsprechend sehenswerte Darbietungen konnten die Zuschauer daher bewundern.

Im Einzel der Herren gewann schließlich Adrian Wassmuth (DSHS Köln) vor Triumf Beha (DSHS Köln). Bei den Damen ging Jessica Rau (Uni Trier), die im Vorjahr noch den dritten Platz hatte, als Siegerin gegen Chiara Schmitt (Uni Mainz) hervor, die damit ihren Vizetitel vom Vorjahr behaupten konnte. Im Paarlauf konnten sich die Geschwister Ronja und Hilko Paschke (TU Berlin) mit einer hervorragend abgestimmten Performance gegen die ebenfalls sehr starken Kontrahenten Jessica Rau (Uni Trier) und Luca Fritsche (Uni Koblenz) durchsetzen. Besonders beeindruckend sind regelmäßig die kreativen Leistungen in der Disziplin Freestyle. Hier überzeugte in der Damenklasse Ronja Paschke mit einer künstlerischen und akrobatischen Vorführung und konnte sich vor Jessica Rau den ersten Platz sichern. Bei den Herren ging mit Lukas Stein (Uni Hannover) leider nur ein Sportler an den Start – aber seine freie Form begeisterte mit spektakulären Techniken und Moves  in einer Weise, dass für alle Beteiligten außer Zweifel stand, dass auch gegen Konkurrenz der erste Platz verdient gewesen wäre.

Insgesamt also eine rundum gelungene Veranstaltung – beigetragen hierzu hat das emsige Helferteam der Abteilung Taekwondo des USV Jena e.V., die am Turniertag und im Vorfeld alles taten, um den passenden Rahmen  zu schaffen; ebenso wichtig war auch das „Wettkampfteam“ der Taekwondo Union Thüringen e.V. um Sebastian Winter, Stev Brauner und Christopher Kiel, die in einer ausgesprochen souveränen Art am Vortrag alles vorbereiteten und am Wettkampftag für einen reibungslosen Ablauf sorgten. Nicht zu vergessen ist die Hilfe von Notärztin Heike Zorn nebst ihren engagierten Helfern, die zum Glück nicht allzu viel zu tun hatten, sowie der Catering-Service vom USV Jena. Ein Aspekt darf schließlich nicht ausgeblendet werden: Die Teilnehmer – es war ein angenehm harmonisches Miteinander, ein kollegiales Nebeneinander von Breiten- und Spitzensportlern, welches dafür sorgte, dass den ganzen Tag über eine entspannte Atmosphäre herrschte.

Bericht: Andreas Herzog (USV Jena)

Bilder: Stefan Wild / Stev Brauner

Nachtrag/Feedback: Besonders gefreut hat uns der absolut nette und entspannte Umgang mit Sportlern und Trainern vor Ort – das kennt man so nicht von jedem Turnier und ist bei der Studentenmeisterschaft immer etwas Besonderes. Auch gefreut haben positive Rückmeldungen wie bspw. die untenstehende aus Düsseldorf:

„… nach ein paar Jahren Abstinenz haben wir in Jena ein Spitzenturnier erfahren dürfen. Das war für meine Studentinnen ein Jahreshighlight. Vielen Dank für die professionelle Organisation vor Ort. Insbesondere der Mix aus Breitensportlern und den „Profis“ macht denke ich den Reiz aus bei diesem Turnier. Wir freuen uns jedenfalls schon auf das nächste Jahr…“

Fernsehbericht zur DHM 2018