Unsere neuer Para-Zweikampf-Bundestrainer: Sasan Dalirnejad im Interview



Unser neuer Para-Zweikampf Bundestrainer Sasan Dalirnejad erzählt im Interview über seine Ziele im deutschen Para-Taekwondo und den Lehrgang am vergangenen Wochenende. Außerdem teilt er mit uns, was Para-Kyorugi für ihn so besonders macht - und warum es sich gar nicht so viel von Kyorugi unterscheidet.

Hallo Sasan! Deine neue Rolle bei der Deutschen Taekwondo Union befindet sich im Para-Zweikampf-Bereich. Welche Erfahrungen hast du bei der Arbeit mit Para-Sportler*innen bereits gesammelt?

Ich muss ehrlich gestehen, dass ich bisher nur vereinzelte Erfahrungen mit Para-Sportler*innen sammeln konnte. In meinen Augen ist die Arbeit allerdings die Gleiche, es muss lediglich Rücksicht auf die Einschränkung genommen werden. Ich freue mich daher auf die neue Aufgabe und die Erfahrung, die ich machen werde.

Was gefällt dir an der Arbeit im Para-Bereich besonders gut?

Die Menschen, welche meistens seit Geburt an mit Einschränkungen leben müssen, haben eine ganz andere Art und Weise mit Situationen umzugehen. Was für uns selbstverständlich ist, beispielsweise tägliche Routinen, müssen Para-Sportler*innen ganz anders lösen. Es sind problemlösungsorientierte Typen und das gefällt mir sehr, da ich selbst so gestrickt bin, lösungsorientiert zu arbeiten.  

In knapp zwei Jahren finden die Paralympischen Spiele in Los Angeles statt. Was sind deine Ziele bis dahin?

Generell müssen wir zwei Tatsachen ins Auge sehen:

1. Wir haben generell sehr wenige Para-Sportler*innen in Deutschland, die Taekwondo leistungsorientiert betreiben

2. Da nur die Klassifizierung K44 paralympisch ist, fallen nochmal Athleten, aus dem sowieso schon kleinen Gesamtpool, raus.

Von daher ist das Ziel, eine Teilnahme an den Paralympischen Spielen in LA, äußerst hoch angesetzt. Da wir (besonders hervorzuheben ist Denise Liedtke als Koordinatorin) aktuell dabei sind, den Para-Bereich zu fördern, hoffen wir, allgemein mehr Para-Sportler*innen zu erreichen und zu motivieren, Taekwondo leistungsorientiert zu betreiben.

Aktuell haben wir drei junge Athleten, welche hoch motiviert sind und auch von ihren Ausgangsbedingungen gut aufgestellt sind, um mittel-/langfristig mit Ihnen planen zu können. Dementsprechend ist unser Ziel, dass die Athleten Routine bekommen und viel internationale Erfahrungen sammeln. Und wir kennen es vom Sport, Überraschungen sind immer möglich, warum auch nicht eine Teilnahme an den Paralympischen Spielen?

Welche Aspekte sind dir bei deiner neuen Aufgabe besonders wichtig?

Taekwondo ist Taekwondo, daran ändert sich nichts. Ich denke es ist der Umgang mit den Para-Sportler*innen der wichtig ist. Der erste Lehrgang hat mir gezeigt, dass ich ein gutes „Händchen“ hatte, da ich mich mit den „Jungs“ auf Anhieb verstanden habe. Für Trainer*innen, welche keine Erfahrung im Para-Bereich haben ist, dass Para-Sportler*innen genauso behandelt werden wollen, wie Menschen ohne Einschränkungen. Man muss lediglich Rücksicht darauf nehmen.

Wie schätzt du das Potenzial im deutschen Para-Taekwondo ein? Und welche Veränderung braucht es, um langfristig auch mit den anderen Nationen mithalten zu können?

Wir sind jetzt in einer Projektphase, um zu sehen, wo die Reise hingeht. Die Heim-EM in München ist ein super Event zur medialen Präsenz, da auch der Para-Zweikampf Bestandteil ist. Hierdurch können Para-Sportler*innen aus ganz Deutschland erreicht werden, um zukünftig über einen größeren Pool an Athleten*innen zu verfügen.