Am 26. Juli 2023 ist es genau ein Jahr bis zur Eröffnung der Olympischen Spiele in Paris 2024, noch knapp einen Monat länger müssen wir auf den Beginn der Paralympischen Spiele am 28. August 2024 warten. ONE YEAR TO GO – in diesen vier Worten schwingt der Countdown-Gedanke und ein Gefühl des Aufbruchs mit.
Bereits zum dritten Mal in der Geschichte Olympischer Spiele ist die französische Hauptstadt Paris vom 26.07 bis zum 11.08.2024 Gastgeber des weltweit größten Sportevents. Insgesamt werden 10.500 Sportler*innen aus 206 Ländern in Paris vertreten sein und in insgesamt 32 Sportarten um Medaillen kämpfen. Neu ins Programm kommt die Tanzsportart „Breaking“.
Taekwondo – seit den Olympischen Spielen in Sydney offiziell im Olympischen Programm – trägt seine Wettkämpfe vom 7. -10. August im Grand Palais in Paris aus.
Insgesamt 128 Athleten und Athletinnen kommen in diesen Tagen in den Genuss, den ganz besonderen Charme der Olympischen Spiele zu spüren. Wir erklären ihnen, wie sich die deutschen Taekwondokas für die Spiele qualifzieren können.
Das Qualifikationssystem:
Insgesamt nehmen 128 Athleten an den Taekwondo-Wettbewerben teil.
120 von ihnen Qualifizieren sich über die Olympische Rangliste, die Grand Slam Champion Serie oder die kontinentalen Qualifikationswettkämpfe. 4 Startplätze erhält das Französische Team als „Host Nation“. 4 weitere Plätze werden von der Tripartite Commission als “Universality Places” vergeben.
Direktqualfikation über die Olympische Rangliste
Die fünf höchstplatzierten Sportlerinnen und Sportler in der jeweiligen Olympichen Gewichtsklassen erhalten einen Quotenplatz für ihr NOC. Maßgebend ist die Rangliste nach dem Grand Prix Finale (1.-3. Dezember in Manchester).
--> 5 Sportler pro Gewichtsklasse = 40 Direktqualifizierte (20 Frauen/20 Männer)
WT Grand Slam Champions Serie
Der höchstplatzierte Athlet/die höchstplatzierte Athletin in der jeweiligen Olympischen Gewichtsklasse erhält einen Quotenplatz für das jeweilige NOC. Maßgebend ist der Stand nach dem Grand Slam (16.-17. Dezember in Wuxi/China).
--> 1 Sportler pro Gewichtklasse = 8 Qualifizierte (4Frauen/4Männer)
Das kontinentale Qualifikationsturnier
An den kontinentalen Qualifikationsturnieren dürfen nur NOC´s teilnehmen, die weniger als 2 Athleten pro Geschlecht über die Direktqualifiation oder die Grand Slam Serie qualifiziert haben. Athleten aus Frankreich dürfen nicht an dem kontinentalen Turnier teilnehmen.
Die beiden Finalisten in der jeweiligen Olympischen Gewichtsklasse erhalten einen Quotenplatz für ihr NOC. (Ausgenommen Oceanien; hier erhält nur der Erstplatzierte einen Quotenplatz).
--> 2 Sportler pro Gewichtsklasse (Afrika, Asien, Europa, Pan-America) = 64 Qualifzierte (32 Frauen/32Männer) + 1 Sporlter pro Gewichtsklasse (Oceanien) = 8 Qualfizierte
--> 72 Qualifizierte (35 Frauen/36 Männer).
Olympiaqualifikationsturnier in Berlin
Deutschland hat von der Europäischen Taekwondo Union den Zuschlag zur Ausrichtung des Europäischen Qualifikationsturnier bekommen. Das Turnier findet vom 1.-3. März in Berlin statt.
Dazu Stefan Klawiter im Kurzinterview:
Wie ist die Idee innerhalb der DTU gereift, sich für dieses Qualifikationsturnier bei der ETU zu bewerben?
Stefan Klawiter: Schon lange ist es unser Wunsch, wieder ein großes Turnier in Deutschland auszurichten. Das europäische Qualifikationsturnier ist in vielen Punkten überschaubar und daher eher geeignet als z.B. eine Weltmeisterschaft. Hier denke ich an die Kosten und an die Teilnehmerzahl. Daher waren wir der Meinung, dass dieses Turnier für die DTU stemmbar ist. Wir haben uns mit der Stadt Berlin beworben, was von den Beteiligten bei der Abstimmung mit großem Interesse zur Kenntnis genommen wurde.
Was bedeutet es für Deutschland dieses Turnier auszurichten?
Stefan Klawiter: Das Ausrichten und die Organisation eines solchen Turnieres ist für uns als Verband gemeinsam mit dem ausrichtenden Verband eine tolle und auch sehr verantwortungsvolle Aufgabe. Und wir erhoffen uns sportlich gesehen natürlich, dass wir auch einen oder zwei Sportler auf unserem Turnier qualifizieren können. Es wäre für uns ganz wichtig, dass wir Qualifikanten oder Qualifikantinnen in Deutschland für die Olympischen Spiele qualifizieren können.
Gibt es für unsere Sportlerinnen und Sportler einen Heimvorteil?
Stefan Klawiter: Ich glaube einen Heimvorteil auf die sportliche Bewertung wird es nicht geben. Die internationalen Kampfrichter sind alle sehr gut geschult und absolut neutral. Was den Unterschied ausmachen kann ist eine volle Halle, mit vielen jubelnden Zuschauern, die unsere Sportlerinnen und Sportler zusätzlich motivieren. Dann kann ich mir vorstellen, dass der ein oder andere auf der Fläche noch mal ein Quäntchen mehr draufsetzt, um sich zu qualifizieren. Die European Games in München haben erst kürzlich gezeigt, dass volle Ränge einen zusätzlichen Motivationsschub für die Aktiven im Wettkampf geben können. Darum erhoffe ich mir für unser Qualifikationsturnier volle Ränge, die unsere Sportlerinnen und Sportler anfeuern und unterstützen.
Aktuelle Positionen unserer Top-Athleten (Juli-Ranking)
Bei der vergangenen Weltmeisterschaft in Baku und auch beim ersten Grand Prix diesen Jahres in Rom konnten unsere Top-Athleten nicht den entscheidenden Sprung in der Olympischen Rangliste nach vorne machen, während die Top-Sportlerinnen in den Gewichtklassen abgeliefert haben. Dennoch befinden sich aktuell 5 Athletinnen in den Top-20 der Olympischen Rangliste. Lorena Brandl ist mit Position 9 aktuell die Bestplatzierte deutsche Athletin und einzige Athletin unter den Top-10. Ihr folgen dicht Ela Aydin (Position 11), Süheda Celik (Position 13) und Anna-Lena Frömming (Postion 15). Vor allem in der Gewichtsklasse -49Kg kämpfen mit Anya Kisskalt (Position 27), Ela Aydin und Süheda Celik aktuell drei Top-Athletinnen um einen Startplatz in Paris.
Aufgrund ihrer aktuellen Position in der Gewichtsklasse +67Kg hat Lorena Brandl zum jetzigen Zeitpunkt die noch größten Chancen, die Direktqualfikation über die Olympische Rangliste zu schaffen.
Allerdings können alle unsere Top-Athletin bei dem Grand Prix in Paris (1.-3 September), dem Grand Prix in Talyuan (10.-12. Oktober) , der WT Womans Open Championship und dem Grand Prix Finale (1.-3. Dezember) noch einen Vielzahl an Punkten sammeln. Die Grand Prix Turniere sind jeweils mit einem G6-Status ausgeschrieben, was die sechsfachen Punkte bedeutet. Bei der WT Womans Open Championship können die vierfachen Punkte gesammelt werden und das Grand Prix Finale wird durch einen G10-Status das Ranking noch einmal erheblich verändern können.
Bei den Herren ist Imran Özkaya (-68KG) mit Position 30 der aktuell Bestplatzierte, gefolgt von dem erst 17-jährigem Khaled Abdel Halim auf Position 47 in der -58er-Klasse.Tokio-Olympiateilnehmer Alexander Bachmann ist in seiner Gewichtsklasse +80Kg auf Position 49 abgerutscht und wird die Direktqualifikation realistisch betrachtet nicht mehr schaffen.
Die Spiele stehen unter dem Motto „Games Wide Open“ (franz. „Ouvrons grands les Jeux“) – der Slogan folgt dem Konzept, die ganze Stadt zu einer Open-Air-Arena werden zu lassen und den Geist der Spiele mit möglichst vielen Menschen teilbar zu machen.
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Paris 2024 Foto Grand Palais.

