Hallo Martina! Herzlichen Glückwunsch zu deiner neuen Aufgabe! In deinem Verein Rot Weiß Kiebitzreihe e.V. arbeitest du bereits seit vielen Jahren mit Para-Athlet*innen zusammen. Wie ist es dazu gekommen?
Nachdem mich vor vielen Jahren ein jugendlicher Parasportler unseres Vereines stark beeindruckte, entschied ich mich, junge Parasportler im Taekwondo zu fördern und ging an eine inklusive Schule. Mittlerweile trainiere ich sowohl im Verein im Breitensport und Turniersport Gruppen inklusiv, in der Schule im Vormittagsangebot und der offenen Ganztagsbetreuung.
Was gefällt dir an der Arbeit im Para-Bereich besonders gut?
Diese Herzlichkeit und Freude in den Augen der Sportler, insbesondere, wenn ein Kind feststellt, durch Taekwondo, wie jeder andere auch, sportliche Erfolge haben zu können, sich das erarbeiten zu können, das ist unbezahlbar!
Welche Erfahrungen aus deiner Vereinsarbeit nimmst du konkret mit in deine neue Rolle als Bundestrainerin?
Mir sind die Bedarfe sehr bewusst und ich weiß, welche Barrieren verschiedener Art mitunter zu bewältigen sind. Meine Erfahrungen und Lösungen lasse ich mit einfließen, um für den Sportler immer das Beste herauszuholen. In erster Linie aber, nehme ich die Erfahrung mit, dass jedes Lächeln der Kinder ein unschätzbarer Lohn für jedes Engagement ist.
In deiner neuen Rolle als Bundestrainerin im Para-Technik-Bereich fokussierst du dich explizit auf den Jugend- und Nachwuchsbereich. Warum ist gerade dieser Bereich so wichtig, um Para-Taekwondo in Deutschland weiterzuentwickeln?
Der Nachwuchs ist und bleibt immer unsere Zukunft - auch im Parabereich. Die Basis und die Grundlage für nachhaltige, langfristige Leistung und internationale Konkurrenzfähigkeit kann in der Ausbildung der Jugend vorbereitet werden. Was in früheren Jahren gelernt wird, muss später nicht härter erarbeitet werden. Das gilt hier auch. Besonders im Parabereich ist eine sensible Gewöhnung an Wettkampfsituationen auch mal mit starkem Gemeinschaftsgefühl als Team GER, Teilhabe, Kinder- und Jugend Kadertraining auch mit spielerischen Lernelementen und vieles mehr, wichtig.
Für Wachstum brauchen wir Aktion, Vorbilder, Akquisitionen, Motivation, Freude und ein großes Herz.
Welche Rolle spielen aus deiner Sicht Vereine und Heimtrainerinnen in der Entwicklung junger Para-Athletinnen, und wie möchtest du mit ihnen zusammenarbeiten?
Das Heimtraining ist das Zuhause der Sportler. Dementsprechend sind die Heimtrainer insbesondere im Parabereich sehr wichtig und starke Bezugspersonen, die in der Regel schon über viel Erfahrung mit ihrem jeweiligen Sportler verfügen. Hier ist eine vertrauensvolle Zusammenarbeit optimal - immer für den Sportler und für ein starkes Team.
Welche Aspekte sind dir in deiner neuen Aufgabe besonders wichtig? Und welche Ziele hast du dir vielleicht gesteckt?
Ich möchte einen starken Kinder- und Jugendkader schaffen. Deutschlands Vereine und Verbände noch mehr für Para-Poomsae motivieren und möglichst viele Talente ab 11 Jahren sichten. Für die Sportler möchte ich eine Physiotherapeutin im Kadertraining einsetzen und nach gemeinsamer Vorbereitung einen möglichen Einsatz auf einem Zielturnier verwirklichen. Darüber hinaus planen wir, mit Dr. Katrin Paschke auch einen inklusiven Sichtungslehrgang. Ich bin sicher, dass der Jugend-Parabereich sich schnell in alle Taekwondo-Herzen trainiert und im Team Germany ganz wunderbare inklusive Momente geschaffen werden.
Vielen Dank, Martina und viel Glück bei deinen Aufgaben!

