Hallo Denise! Herzlichen Glückwunsch zu deiner neuen Aufgabe! Deine neue Rolle bei der Deutschen Taekwondo Union befindet sich im Para-Zweikampf-Bereich. Welche Erfahrungen hast du bei der Arbeit mit Para-Sportler*innen bereits gesammelt?
Meine neue Rolle innerhalb der DTU bezieht sich dieses Mal ja eher auf die Koordination und Organisation. Hier sehe ich die hilfreichen Erfahrungen eher in meinem Beruf als Lehrkraft und meiner jahrelangen Erfahrung in der Organisation von Sportbetrieb auf den unterschiedlichsten Ebenen. Hier wird meine Vizepräsidentschaft für den Zweikampfbereich im TVSH sicher ebenso hilfreich sein, wie meine Erfahrung als Assistenztrainerin der DTU.
In meinem Heimatverein arbeiten wir, durch Martina Lüdders, bereits jahrelang inklusiv und natürlich ist man als Spartenleitung und Trainerin in die jeweiligen Prozesse integriert.
Im Allgemeinen bin ich seit vielen Jahren in unterschiedlichster Art und Weise mit dem Para-Sport verbundenen. Zum einen in meiner beruflichen Laufbahn, zum anderen sehe ich Taekwondo als perfekten Partner für Inklusion an.
Was gefällt dir an der Arbeit im Para-Bereich besonders gut?
An der Arbeit im Para-Sport gefällt mir besonders gut das Miteinander, die Freude und der Blickwinkel auf andere Dinge als Medaillen. Die Freude und Leidenschaft innerhalb des Para-Sports ist mitreißend und motiviert alle Beteiligte. Zudem ist es im Para-Bereich beeindruckend, wie Lösungen für sämtliche Begebenheiten gefunden werden. Die enge Verknüpfung im Team, die dabei von Nöten ist, dieses gefällt mir und motiviert mich für die neue Aufgabe.
In knapp zwei Jahren finden die Paralympischen Spiele in Los Angeles statt. Was sind deine Ziele bis dahin?
Das ist eine sehr gute Frage. Als erstes Ziel ist das Schaffen einer funktionierenden Struktur für den Para-Zweikampf elementar sowie möglichst viele Maßnahmen und Weiterentwicklungen zu ermöglichen. Ich erhoffe mir, dass durch Maßnahmen und organisatorischer Struktur sowie entstehender Konzepte möglichst viele Sportler/innen motiviert werden sich weiterzuentwickeln oder sich gar „zu trauen“ in den Taekwondo-Zweikampf einzusteigen.
Ich möchte an dieser Stelle keine großen Versprechungen in Bezug auf Medaillen und Para Olympischen Teilnahmen machen. Dass was ich aber stattdessen sagen kann ist, dass der Neustart des Para-Zweikampfbereichs innerhalb der DTU nun los geht. Ich bin motiviert und werde, gemeinsam mit allen Beteiligten, versuchen möglichst viel zu erreichen.
Welche Aspekte sind dir bei deiner neuen Aufgabe besonders wichtig?
Hier kann ich einige Schlagwörter nennen. Teamplay, Motivation, Freude und Struktur. Teamplay definiere ich dahingehend, dass jede/r beteiligte seine individuelle Expertise in den einzelnen Aufgabenbereichen mit einbringt, Vorschläge macht und dieses abschließend bewertet und integriert wird. Nur gemeinsam ist es möglich einen Aufbau zu schaffen.
Motivation ist für mich ein unabdingbarer Faktor für eine gewinnbringende und gute Zusammenarbeit. Bin ich motiviert, kann ich andere mitziehen.
Freude… Ja, Freude gehört für mich zu jedem meiner Handlungsfelder dazu. Taekwondo ist für mich ein Ausgleich von meinem Alltag. Wie für ungefähr 95% der aktiven Taekwondoka auf der ganzen Welt auch. Da möchte man schon Freude an dem haben, womit man seine Freizeit verbringt. Dieses gilt im Übrigen auch für alle weiteren Beteiligten an diesem Neustart.
Zur Struktur kann ich für mich persönlich nur sagen, dass ich im Laufe meines Lebens festgestellt habe, das eine gewisse Struktur unabdingbar ist. Sie schafft Sicherheit und auch Klarheit. Dieses wird auf vielen Ebenen immer wieder benötigt.
Wie schätzt du das Potenzial im deutschen Para-Taekwondo ein? Und welche Veränderung braucht es, um langfristig auch mit den anderen Nationen mithalten zu können?
Ohne einen zu großen Optimismus zu verbreiten, möchte ich das Potenzial im deutschen Para-Taekwondo als hoch einschätzen. Es gibt aktuell zwei junge Athleten, die sich im letzten Jahr super präsentiert haben. Ich bin fest davon überzeugt, dass wir gemeinsam als Team den Schritt zur internationalen Konkurrenzfähigkeit gemeinsam schaffen können.
Kurzfristig sehe ich meine Aufgabe in einem „Neustart“. Hier müssen Maßnahmen integriert werden, Motivation zur Weiterentwicklung gefördert werden und ein Anfang geschehen.
Langfristig sehe ich den Aufbau von klaren Strukturen, Kooperationen mit den unterschiedlichen Institutionen und das Schaffen von konzeptionellen starken Säulen. Der Para-Bereich soll ja nicht nur bis 2028 bestehen, sondern weiterwachsen.
Abschließend kann ich nur sagen, ich bin motiviert und wir schauen einmal, wo die Reise hingeht und ob aus dem kleinen Pflänzchen nicht ein starker und großer Baum wachsen kann.
Vielen Dank, Denise, und viel Glück!

