Im eigenen Land: Ausblick auf die Militär-Weltmeisterschaft in Warendorf



Vom 22. bis 29. Juni findet im nordrhein-westfälischen Warendorf die Militär-WM statt. Neun deutsche Athletinnen und Athleten gehen während dieser Tage an den Start! Der Bundestrainer (Bundeswehr) Sergej Kolb gibt uns im Interview nicht nur einen Einblick in die Vorbereitungen und Erwartungen für die WM, sondern auch in die Vorteile der Sportfördergruppe der Bundeswehr!

Hallo Sergej! In diesem Jahr findet die Militär-WM in Deutschland statt. Was bedeutet es, im eigenen Land um den Titel kämpfen zu dürfen?
Das macht uns sehr stolz, dass wir so einen Wettkampf in Deutschland ausrichten dürfen und uns präsentieren können.

Die Weltmeisterschaft findet in Warendorf statt. Kannst du uns etwas über den Austragungsort erzählen?
Warendorf ist eine kleine Stadt in der Nähe von Münster. Dort befindet sich die Sportschule der Bundeswehr, die über sämtliche Sportstätten verfügt, die wir für die WM nutzen.

Bei der letzten Militär-WM in Mungyeong, Korea, konnte das deutsche Team einige Medaillen nach Hause bringen. Wie sind deine Erwartungen in diesem Jahr?
Meine Erwartungen liegen bei zwei bis drei Medaillen. Ich hoffe besonders, dass Vanessa Körndl ihren Titel erfolgreich verteidigen kann.

Wie verliefen die Vorbereitungen auf die WM, aus sportlicher und organisatorischer Sicht?
Die Vorbereitung verlief sehr positiv. Ein Bundeskaderlehrgang fand in Sonthofen statt. Anschließend haben die Athleten an den Austria Open teilgenommen, um das neue KPNP K2-System zu testen, da bei der Militär-WM ebenfalls mit diesem System gekämpft wird.

Wie schätzt du das internationale Niveau bei der Militär-WM im Vergleich zu zivilen Wettbewerben wie der EM oder WM ein?
Dieses Jahr müssen wir leider feststellen, dass viele asiatische Länder wie Usbekistan, China oder Iran nicht teilnehmen. Trotzdem sind in jeder Gewichtsklasse mehrere Top-Kämpfer aus Europa am Start, und natürlich sind auch koreanische Athleten dabei – ähnlich wie bei der EM.

Was ist das Besondere einer Militär-WM im Vergleich zu den zivilen Wettkämpfen?
Die Militär-WM hat einen familiären Charakter – hier kennt jeder jeden. Für die Sportsoldaten ist das eine besondere Veranstaltung. Zudem macht die militärische Uniform und Disziplin die CISM-WM einzigartig: Hier sind die Athleten sowohl Soldaten als auch Spitzensportler.

Abgesehen von der bevorstehenden Weltmeisterschaft im eigenen Land: Welche konkreten Vorteile bietet die Bundeswehr Spitzensportlerinnen und Spitzensportlern im Vergleich zu zivilen Förderwegen?
Ich bin überzeugt, dass die Bundeswehr der größte Förderer für Spitzensportler ist und ihnen ermöglicht, ihre Sportart auf höchstem Niveau auszuüben und zu trainieren. Außerdem bietet die Bundeswehr die Möglichkeit, neben der sportlichen Karriere auch eine schulische Ausbildung oder ein Studium zu absolvieren.

Was würdest du jungen, talentierten Taekwondo-Sportlerinnen und -Sportlern raten, die über eine Laufbahn in der Bundeswehr nachdenken?
Ich würde immer empfehlen, den Weg über die Sportfördergruppe der Bundeswehr zu gehen. Nur so kann man seinen Sport wirklich professionell betreiben und die besten Voraussetzungen schaffen.

Was würdest du dir für die Zukunft des Militär-Taekwondos in Deutschland wünschen?
Ich wünsche mir, dass noch mehr Spitzensportlerinnen und Spitzensportler den Weg in die Sportfördergruppe der Bundeswehr finden – mit der richtigen Einstellung und Zielsetzung, um langfristig erfolgreich zu sein.