DTU will Selbstverteidigungsaspekte im Taekwondo stärken: Hosinsul und Eigensicherung im Fokus



Die DTU möchte den Bereich Taekwondo Hosinsul und Eigensicherung wieder stärker in den Mittelpunkt rücken. Ziel ist es, den ursprünglichen Kampfkunstcharakter des Taekwondo zu betonen und die Selbstverteidigungsaspekte als festen Bestandteil der Ausbildung und Praxis zu verankern.

Am vergangenen Wochenende besuchte der Vizepräsident Breitensport der Deutschen Taekwondo Union, Michael Bußmann, das Taekwondo-Defense-Seminar( organisiert von TKDD- Europa, https://www.tkdd.eu) von Großmeister Kim Eunseob in Sindelfingen.
Großmeister Kim, Präsident der Taekwondo Defense World, war bereits zum neunten Mal in Deutschland und leitete erneut ein Seminar zur Trainer-Aus- und Weiterbildung im Bereich der modernen Taekwondo-Selbstverteidigung (Hosinsul).

Seit nunmehr vier Jahren finden diese Seminare regelmäßig in Deutschland statt und erfreuen sich wachsender Beliebtheit – nicht nur hierzulande, sondern in ganz Europa.
Das von Großmeister Kim entwickelte Hosinsul-Programm basiert auf seinen langjährigen Erfahrungen im Taekwondo sowie anderen Kampfkünsten und seiner Mitwirkung bei der Entwicklung des Kukkiwon-Selbstverteidigungsprogramms.
Es vereint traditionelle Taekwondo-Prinzipien mit modernen, praxisorientierten Selbstverteidigungsansätzen und bietet ein effektives, gut erlernbares System, das vollständig aus Taekwondo-Techniken besteht.

Zwischen Großmeister Kim und Bussmann fanden bereits mehrere Gespräche über die zukünftige Ausrichtung der Taekwondo-Selbstverteidigung in der DTU statt. Ziel dieser Gespräche ist es, Ansätze zu sammeln und weiterzuentwickeln, um künftig ein einheitliches und klar erkennbares Taekwondo-System für den Bereich Selbstverteidigung und Eigensicherung einzuführen.

Zwei geplante Säulen der DTU-Selbstverteidigung

Geht es nach Michael Bussmann, möchte die DTU künftig in der Selbstverteidigung eine spezielle Taekwondo-Selbstverteidigung einführen, die einen eindeutigen Wiedererkennungswert hat.
Taekwondo soll dabei als eigenständiges, vollständiges System sichtbar bleiben, das keine fremden Kampfsporttechniken benötigt, um effektiv zu sein.

  1. Hosinsul – Taekwondo-Selbstverteidigung (DTU-Standard – in Planung)
    Dieses System soll für saubere, technisch präzise Selbstverteidigung stehen, die die Vielfalt und Schönheit des Taekwondo widerspiegelt.
    Sie soll zukünftig prüfungsrelevant werden und zeigen, wie Taekwondo-Techniken sinnvoll und wirkungsvoll zur Selbstverteidigung eingesetzt werden können.
  2. Eigensicherungstraining (DTU-Neuentwicklung – in Planung)
    Ergänzend dazu möchte die DTU künftig den Bereich der Eigensicherung einführen.
    Dieses Konzept richtet sich an Trainerinnen, Trainer und Übende, die praxisnahe Verhaltensstrategien zur Gefahrenvermeidung, Deeskalation und Früherkennung von Angriffen erlernen möchten.

Der Eigensicherungstrainer soll keine prüfungsrelevante Lizenz werden, sondern eine praxisorientierte Zusatzqualifikation. Ziel ist, den Mitgliedern einfache, sofort umsetzbare Handlungsweisen zu vermitteln – etwa, wie man Situationen frühzeitig erkennt, Distanz schafft, richtig kommuniziert und bei Bedarf einfach, aber entschlossen reagiert.

Ein Konzept, das vorbereitet wird

Die DTU möchte mit der Kombination aus Hosinsul und Eigensicherung ein zukunftsorientiertes Konzept entwickeln, das sowohl die technische Tiefe des Taekwondo als auch die praktische Alltagstauglichkeit stärkt.

Während Hosinsul die sportliche und ästhetische Seite des Taekwondo betont, soll die Eigensicherung alltagstaugliche Sicherheitskompetenzen für jedermann ergänzen.
Gemeinsam mit Großmeister Kim und ausgewählten deutschen behördlichen Referenten möchte die DTU in den kommenden Monaten ein Konzept für Ausbildung und Umsetzung erarbeiten und vorstellen.

Damit setzt die DTU ein deutliches Zeichen: Sie möchte das Thema Selbstverteidigung im Taekwondo neu denken und schrittweise in die Praxis überführen – mit klarer Struktur, modernen Inhalten und erkennbarer Taekwondo-Identität.