Tokio 202One – Deutsche Taekwondo Union nominiert drei Sportlerinnen und Sportler für Olympia-Qualifikationsturnier



Ein Spagat zwischen optimaler Vorbereitung und Vermeidung unnötiger Risiken

Nun ist es offiziell. Die Leistungssportverantwortlichen der Deutschen Taekwondo Union haben Ela Aydin (-49Kg), Lorena Brandl (+67Kg) und Tahir Gülec (-80Kg) für das europäische Qualifikationsturnier Ende Januar in Bulgarien nominiert. Damit setzt der neue Vize-Präsident Jannis Dakos das Vertrauen in die Sportler, die bereits im März für dieses so wichtige Turnier nominiert waren, dieses aber aufgrund der Corona-Pandemie verschoben wurde. 

Am 2. Oktober hatte der europäische Taekwondo Verband (WTE) Termin und Ort für das Qualifikationsturnier zu den verschobenen Olympischen Spielen bekannt gegeben. Sofern es die aktuelle Infektionslage zulässt, wird am 30. Und 31. Januar in Sofia/Bulgarien Europas Top-Elite um die letzten noch zur Verfügung stehenden Olympiatickets kämpfen. Das dies in allen Bereichen keine leichte Aufgabe wird, wissen Sportler, Trainer und Funktionäre.

„Ich traue es jedem unserer Athleten zu, das Olympia-Ticket zu lösen. Obwohl die Pandemie es unmöglich macht eine konventionelle Vorbereitung zu absolvieren, werden die Sportler weiterhin konsequent vorbereitet und in Form gebracht. Als Verband müssen wir jetzt den Spagat zwischen optimaler Vorbereitung und Vermeidung unnötiger Risiken für unsere Sportler schaffen“, sagt Jannis Dakos. 

Tahir Gülec, derjenige der bereits doppelte Olympiaerfahrung in seiner Karriere erleben durfte, tritt dieses Turnier mit großen Ambitionen aber auch gemischten Gefühlen an. „Ich werde auf jeden Fall mein Bestes geben und alles an diesem Tag aus mir rausholen, damit ich den Einzug ins Finale schaffe und mir so mein drittes Olympiaticket sichere. Meine Corona-Infektion habe ich gut überstanden. Es war eine schwere Zeit und ich habe lange gebraucht, mich davon zu erholen. Ich kann dieses Thema nun aber nach meinem medizinischen Check hinter mir lassen und mich wieder zu 100% auf mein Training konzentrieren“

Das Thema Corona stellt die Organisatoren vor große Herausforderungen. Da ist es positiv zu bewerten, dass der europäische Verband am vergangenen Wochenende mit den ersten Turnieren gestartet ist und so Wettkämpfe unter Corona-Bedingungen erproben kann. 

Stefan Klawiter, Präsident der DTU: „Die Gesundheit der Sportlerinnen und Sportler sowie unseres Trainer- und Betreuerstabes ist und bleibt das Wichtigste in dieser anhaltenden Krisenzeit. Ich bin zuversichtlich, dass dieses Turnier unter Einhaltung der Hygienevorschriften erfolgreich für alle Beteiligten verlaufen wird.

Mit der Dachauerin Ela Aydin und der Pförringerin Lorena Brandl wollen sich zwei junge Sportlerinnen zum ersten Mal in ihrer jungen Karriere das Ticket für die Olympischen Spielen erkämpfen. „Ich fahre mit der Erwartung nach Bulgarien, dass ich mich für die Olympischen Spiele qualifiziere“, ist Ela Aydin zuversichtlich. Auch Lorena Brandl will diese große Chance nutzen und sich den Traum von Olympia verwirklichen. „Ich werde Runde für Runde, Kampf für Kampf alles geben, damit ich im Finale stehe und mich für Tokio qualifizieren“. 

Ebenfalls werden in Bulgarien die Qualifikations-Wettbewerbe der Para-Sportler ausgetragen. Erstmals haben Para-Sportler die Möglichkeit, sich für die Paralympischen Spiele zu qualifizieren. Diese paralympische Premiere möchte auch unser Para-Sportler Hasim Celik miterleben. Dazu strebt er in Bulgarien ganz klar Platz 1 ein, denn in den Para-Klassen qualifiziert sich nur der Sieger in der jeweiligen Gewichtsklasse. Hasim Celik: „Es wird sicherlich sehr hart, dieses Ziel zu erreichen. Es sind noch viele gute Para-Sportler in meiner Klasse am Start, z.B. Matt Bush aus Großbritannien. Aber ich werde absolut mein Bestes geben und mir hoffentlich das Ticket für Tokio sichern.“ Die offizielle Nominierung für Hasim erfolgt in Kürze nach einem letzten medizinischen Check durch den Behindertensportverband. 

Auch wenn die Infektionslage eine erneute Verschiebung des Qualifikationsturniers erzwingen würde, ist sich Jannis Dakos sicher, „dass am Qualifikationstag, wann auch immer der sein mag, unserer Sportlerinnen und Sportler sowie ihre Trainer für diese Aufgabe bereit sein werden“.