Team Germany holt Gold, Silber und Bronze bei 1. Online-WM Poomsae



Großartiger Erfolg für das deutsche Nationalteam bei den ersten Online-Weltmeisterschaften Poomsae, die von 15. November bis 15. Dezember ausgetragen worden sind: Team Germany feiert Weltmeisterin Iris Hitzemann, Vizeweltmeister Manfred Stadtmüller und Bronzemedaillengewinnerin Leyla Aliyeva! Drei Medaillen in acht Kategorien, noch dazu mit Topleistungen aller Starterinnen und Starter, obwohl Training und gezielte Vorbereitung wegen der geltenden Einschränkungen alles andere als einfach verliefen – Vizepräsident Rainer Tobias und sein Trainerteam zeigen sich hochzufrieden und sehr glücklich: „Die Ergebnisse des deutschen Teams sind ein großer Erfolg – gerade vor dem Hintergrund, dass die Nominierten nur kurze Zeit hatten, sich auf die spontan angekündigte WM vorzubereiten und in Topform zu bringen.“

 

Aufgrund der Pandemie mussten dieses Jahr unzählige Turniere abgesagt werden, darunter auch der für Mai angesetzte Saisonhöhepunkt für Formenläufer – die WM in Dänemark. Doch weil Poomsae kontaktlos ist, sind die Formensportler in der glücklichen Lage, ihre Wettkämpfe „online“ austragen zu können. So hat die WT darauf reagiert und im November kurzfristig die ersten Online-Weltmeisterschaften in zwei Sparten ausgerufen: Für das „G2-Turnier“ durften die Nationalverbände Senioren für die Einzelklassen entsenden, auf dem „Offenen Turnier“ konnten Kadetten und Junioren im Einzel sowie Paare und Teams, die sich nur aus Familienmitgliedern zusammensetzen, starten. 

Das von der DTU nominierte, achtköpfige Nationalteam hat seine Chancen optimal genutzt: Neben den drei Medaillengewinnern sicherten sich in ihren stark besetzten Finales Christian Senft Platz 6 bei den Herren unter 50 Jahren und Kai Müller den 7. Platz bei den Herren unter 60 Jahre. Tom Lüdders (Kadetten), Thi Nam Phuong Vuong (Damen unter 30) und Bärbel Reiner (Damen unter 40) zeigten in ihren Klassen tolle Leistungen und verpassten den Finaleinzug nur knapp. Diese Platzierungen haben Deutschland den ausgezeichneten dritten Platz in der Nationenwertung des G2-Turniers eingebracht, hinter Korea und den USA. Und auch auf den WT Open gab es noch eine Silbermedaille für das deutsche Family-Team Lange aus Sachsen. 

 

Wie groß das Interesse an der virtuellen WM war, beweisen eindrucksvolle Zahlen: Über 500 Teilnehmer aus mehr als 50 Ländern haben diese Gelegenheit ergriffen, sich wieder auf die Matten zu begeben – darunter alles, was „Rang und Namen“ hat: der virtuelle Wettbewerb um Medaillen gegen die größte Konkurrenz war also vorprogrammiert und nicht weniger intensiv ausgefochten als auf Liveturnieren. Während in den Vorrunden und Halbfinales noch aufgezeichnete Videos hochgeladen werden mussten, fanden die Endrunden der besten Acht live statt und konnten von den Fans weltweit zum ersten Mal auf Youtube in Echtzeit verfolgt werden, übrigens professionell kommentiert und moderiert von Prof. Jung Heon Kim, Technischer Direktor und Vorsitzender des Poomsae Komitees der WT.  

 

„Unter den aktuellen Rahmenbedingungen war die Online-WM ein gelungenes Turnier“, resümieren die Bundestrainer. Das Team habe seine Nominierung mehr als gerechtfertigt und überzeugende Leistungen gezeigt. Auch die weiteren deutschen Starter/innen, die bei den „Open“ gestartet sind, haben einen tollen Job gemacht. Obwohl natürlich alle Beteiligten in Präsenz ausgetragene Meisterschaften und die damit verbundenen Erlebnisse, das Anfeuern durch die eigene Mannschaft und den Nervenkitzel vermissen, zeigten sie sich glücklich, endlich wieder „Turnierfeeling“ zu spüren. Und für die Trainer/innen war es noch nie so einfach, die Leistungen der Sportler/innen aus verschiedenen Nationen und Klassen zu verfolgen und zu analysieren.

Das Fazit der Bundestrainer/innen zu den Leistungen ihres Teams fällt durchweg positiv aus. Der Jüngste, Tom Lüdders, „hat eine wahnsinnige Vorstellung gezeigt.“ In einer Klasse mit 192 Sportlern aus der ganzen Welt kam er als Vierter seines Halbfinales sehr nah an die Endrunde der besten Acht. Das sei beeindruckend, und sie sind sich sicher, dass er aus diesen Erfahrungen viel Kraft für die Zukunft schöpfen wird. Dem Kadetten gegenüber steht Iris Hitzemann (Damen über 65 Jahre), die neue Weltmeisterin, die mit ihrer absoluten Wettkampferfahrung auf die Fläche gegangen ist. „So viele Jahre, so viele Turniere, und immer noch sieht man die Energie in jedem ihrer Läufe!“  Eine grandiose Leistung, die Hitzemann und dem Team Deutschland den WM-Titel eingebracht hat – und viele Sympathien weltweit.

Dazu hat auch Manfred Stadtmüller enorm beigetragen. Er wurde zum ersten Mal in die Nationalmannschaft berufen und hat mit seiner Silbermedaille bei den Herren unter 65 Jahren für ein eindrucksvolles Ausrufezeichen gesorgt. Mit dem hauchdünnen Rückstand von einem Hundertstel auf den erstplatzierten Koreaner verspricht der Newcomer, sich 2021 in der neuen Altersklasse zu etablieren. Neben tollen Tritten und konstanter Performance hat auch sein sympathisches Profilvideo für Aufsehen bei Jury und Moderatoren gesorgt. Leyla Aliyeva, die mit ihrer hervorragenden Bronzemedaille in der Klasse der Damen unter 60 Jahre den Medaillensatz für Deutschland komplettiert, war zum ersten Mal auf einer WM im Einsatz. „Es ist toll zu sehen, wie jemand seine Chance ergreift und das Beste daraus macht. Leyla hat ihre Leistung souverän in eine Medaille verwandelt“, so das Resümee der Bundestrainer/innen. 

Zwei erfahrene Wettkämpfer haben in ihren Finales ihre Routine unter Beweis gestellt: Bei Christian Senft (Herren unter 50 Jahre) waren Motivation und Professionalität vom ersten Tag an extrem hoch. „Christian hat sich in den Top 8 der Welt etabliert. Der 6. Platz ist ein schönes Ergebnis und Zeichen seiner Konstanz, auch wenn eine Medaille sicherlich drin gewesen wäre“, so das Bundestrainerteam. Bei den Herren unter 60 Jahren ist Kai Müller mit guten und konstanten Leistungen ins stark besetzte Finale eingezogen und hat dort alles auf eine Karte gesetzt. Die Konkurrenz hat sich allerdings auch nichts zu Schulden kommen lassen und so wurde es am Ende Platz 7 für Kai. 

Thi Nam Phuong Vuong (Damen unter 30 Jahre) und Bärbel Reiner (Damen unter 40 Jahre) haben den Einzug in die Endrunde ihrer hochklassig besetzten Kategorien leider knapp verpasst. „Nami hat sich für ihren ersten WM-Start die stärkste Klasse ausgesucht. Mit ihrem Halbfinalergebnis darf Sie sehr zufrieden sein und die nächsten Jahre darauf aufbauen.“ Das gilt auch für Bärbel, die sich seit jeher durch absolute Leistungsbereitschaft auszeichnet. „Mit Platz 11 hat sie bewiesen, dass sie zu den Besten ihrer Klasse gehört und sich weiter etabliert.“

Der Dank des Technikteams für den gelungenen Abschluss einer herausfordernden Saison gilt nicht nur dem Engagement, der Flexibilität und der stets positiven Einstellung der Athlet/innen, sondern auch den Verantwortlichen in den Landesverbänden sowie den Landes- und Heimtrainer/innen und den „Kameraleuten“ für deren Unterstützung, die nicht selbstverständlich ist. Nun hoffen alle, dass im kommenden Jahr eine Rückkehr zu Präsenzveranstaltungen wieder möglich sein wird.