Sieben deutsche Taekwondo Hoffnungen starten beim Europäischen Qualifikationsturnier für die Olympischen Spiele



Vom 7. bis 9. Mai finden in Sofia/Bulgarien die kontinentalen Qualifikationswettkämpfe für die Olympischen Spiele in Tokio statt. Das Turnier ist für die deutschen Taekwondo-Sportler/innen die letzte Möglichkeit noch eines der begehrten Olympiatickets zu erkämpfen. Ein Platz im Finale würde für Ela Aydin (-49Kg), Lorena Brandl (+67Kg) und Tahir Gülec (-80Kg) die Qualifikation für die Olympischen Spiele bedeuten. Hasim Celik hat am 09. Mai die Chance, deutsche Geschichte zu schreiben, in dem er als erster deutscher Para-Sportler, sein Ticket für die Paralympics löst. Ebenso gehen Amir Hosseini (-58Kg), Kasra Mehdipournejad (-80Kg) und Kimia Alizadeh (-57Kg) für das Internationale Flüchtlingsteam an den Start.

Die Qualifikation zu den Olympischen Spielen steht für die europäische Taekwondo Elite unmittelbar bevor. Insgesamt sind für die knapp 120 startenden Sportler noch 16 Olympia-Startplätze zu vergeben. Spannende Kämpfe und große Emotionen sind bei diesem besonderen Wettkampf vorprogrammiert. Denn es lösen nur die jeweiligen Finalisten in den einzelnen Gewichtsklassen das Ticket.

Als erster Deutscher könnte Tahir Gülec seine dritte Olympiateilnahme in Sofia erkämpfen. Nachdem er 2010 bei den Olympischen Jugendspielen das erste Mal auf olympischer Bühne auf sich aufmerksam machte, kämpfte er 2016 bei den Olympischen Spielen in Rio um eine Medaille. Nun möchte der Nürnberger mit höchster Konzentration und Focus in seine Wettkämpfe in Sofia gehen. „Die Qualifikation für Tokio bedeutet mir, dass ich die Möglichkeit habe, endlich eine olympische Medaille zu gewinnen“ – Tahir Gülec. Der Sportsoldat geht am 7. Mai in der Gewichtsklasse -80Kg an den Start. 

Ebenfalls in der Klasse -80Kg geht der in Berlin lebenden Kasra Mehdipournejad auf die Fläche. Kasra musste sein Heimatland, den Iran, verlassen und startet nun für das Flüchtlingsteam des Weltverbandes. 

„Eine Qualifikation bedeutet für mich, dass Träume wahr werden können.“ – sagt Ela Aydin über die große Aufgabe, die der Dachauerin am 7. Mai in der Gewichtsklasse -49Kg bevorsteht. Sie fühle sich aktuell stark und bereit, in Sofia ihr Bestes zu geben, um einen Startplatz für die Olympischen Spiele zu sichern. 

Von der ersten Olympiateilnahme träumt auch Lorena Brandl (+67Kg). „Ich habe so viele Jahre hart trainiert und auch schon viel erreicht. Am 8. Mai kann ich mir meinen größten Traum erfüllen. Darum kämpfe ich mit voller Energie, Power und Konzentration für den Finaleinzug in Sofia.“ Die Middelstädterin musste erst vor wenigen Wochen eine Corona-Infektion aussitzen, konnte aber zuletzt nach medizinischem Check wieder intensiv mit Damenbundetrainer Boris Winkler und Heimtrainer Bernhard Bruckbauer trainieren. 

Das weibliche Trio in Sofia komplettiert die erst kürzlich aus dem Iran geflohene Kimia Alizadeh in der Gewichtsklasse -57Kg. Ähnlich wie Tahir, konnte auch Kimia bereits Olympisches Flair erleben und kehrte sogar mit zwei gewonnen olympischen Medaillen (Gold und Bronze) in ihre Heimat zurück. Der Umgang in ihrem Land mit diesen großartigen Erfolgen war jedoch auch der Grund, weshalb sie Anfang 2020 aus ihrer Heimat flüchtete und nun mit ihrem Ehemann in Deutschland ein Zuhause gefunden hat. Am 7. Mai kämpft Kimia um ein Ticket für die Olympischen Spiele. 

Am gleichen Tag geht Amir Hosseini für das Flüchtlingsteam in der Gewichtsklasse -58Kg an den Start und möchte sich den Traum von der ersten Olympiateilnahme, wie seine Teamkollegen erfüllen. Zuletzt standen für ihn intensive Trainingseinheiten mit Kimia Alizadeh auf dem Programm. Eine Vorbereitung mit gegenseitiger Unterstützung. 

Einen ganz besonderen Stellenwert bekommen auch die Para-Wettkämpfe am 9. Mai in Sofia. Erstmals wird Taekwondo bei den Paralympics in Tokio vertreten sein. Jeder Sportler, der sein Ticket für dieses Mega-Event löst, schreibt somit Geschichte. Vielleicht geht Hasim Celik (+75Kg) gerade aus diesem Grund mit etwas Lampenfieber in seine Wettkämpfe. „Auch nach jahrelanger Erfahrung geht das Lampenfieber nicht weg und ich bin immer wieder aufgeregt vor Wettkämpfen“ sagt der Nürnberger kurz vor dem wichtigen Turnier in Bulgarien. Auch wenn die letzten Wochen gesundheitlich für ihn nicht einfach waren, sei sein Kopf bereit für die Aufgabe und er wisse, dass er sich seinen Traum erfüllen könne. Für die Para-Sportler bedeutet nur ein Sieg in der Gewichtsklasse die Teilnahme bei den Paralympics in Tokio. 

Betreut wird das deutsche Team vor Ort von dem leitenden Bundestrainer Georg Streif. Verantwortlich für das Herrenteam ist Bundestrainer Vanja Babic. Boris Winkler geht mit dem Damenteam auf die Fläche. In der Vergangenheit konnten deutsche Taekwondo-Sportler/innen beim europäischen Qualifikationsturnier stets Startplätze für die Olympischen Spiele erkämpfen. Klaus Haggenmüller sammelt vor Ort wieder wichtiges Videomaterial für das Gegeneranalyseprogramm. Für die medizinische Betreuung sorgt Verbandsarzt Dr. Frank Düren und Physiotherapeutin Nadine Eichinger. 

Die Qualifikationswettkämpfe in Sofia können im Livestream mitverfolgt werden.

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