Poomsae Weltmeisterschaft 2018



Fünf Medaillen für unser Technik Team bei der WM in Taiwan! Imke Turner schafft die Sensation

Poomsae-WM in Taiwan: Der erste Tag

Die Weltmeisterschaft in Taipeh ist mit über 1.250 gemeldeten Starterinnen und Startern die größte Poomsae-Meisterschaft, die bisher zur Austragung gekommen ist. Trotz dieser Größe ist der Turnierablauf gut organisiert. Stimmung und Support im deutschen Team sind sehr gut. Am ersten Turniertag waren zehn Athletinnen und Athleten aus dem Nationalteam am Start: Le Hieu Ly (Einzel bis 17 Jahre) und das Paar mit Franziska Schneegans und Steven Behn (Paar bis 30 Jahre) schafften sicher den Einzug in die zweite Runde. Die Finalrunden erreichten sie leider trotz guter Leistung nicht. Kai Müller (Einzel bis 60 Jahre) zog souverän in die Finalrunden ein. Dort musste er sich im ersten Battle dem späteren Vizeweltmeister aus Brasilien geschlagen geben und errang damit Platz 5. Ebenso erkämpfte sich das Team ab 30 Jahren mit Christian Senft, Michael Bussmann und Kai Müller den 5. Platz. Das Freestyle-Team bis 17 Jahre mit Gina Reich, Fiona Patz, Leah Lawall, Leon Reich und Le Hieu Ly zeigte eine fehlerfrei Performance in einem hochkarätigen Finale und landete als bestes europäisches Team auf dem 7. Platz. Die Bundestrainer Daniela Koller und Hado Yun ziehen das Zwischenfazit, dass insgesamt die Leistungen aus dem Training gut in den Wettkampf übertragen werden konnten. Manchmal fehlte einfach das letzte Quäntchen Glück. Auf der andere Seite ist auch bei dieser Weltmeisterschaft deutlich zu erkennen, dass die Leistungsspitze immer breiter wird, da zunehmend mehr Nationen Poomsae professionell trainieren. 

WM-Tag 2 – Grund zum Jubeln für Team Germany

Sehr erfreulich verlief Tag 2 der Poomsae-Weltmeisterschaft für das deutsche Nationalteam. Le Hieu Ly (Freestyle bis 17 Jahre) hat in einer enorm leistungsstarken Gruppe den 5. Platz der Vorgruppe B errungen. Damit verpasste er leider den Finaleinzug um nur wenige Zehntel, da nur die jeweils besten vier der beiden Vorgruppen ins Finale einziehen. Festzustellen ist schon jetzt, dass im Freestyle-Nachwuchsbereich eine enorme Steigerung des akrobatischen Niveaus im Vergleich zur letzten Weltmeisterschaft beobachtet werden kann.

Roger Kesternich startete in der Klasse Herren bis 30 Jahre, die im Single Elimination-Modus ausgetragen wird. Da es keine Setzliste gibt, traf er bereits in seinem ersten Battle auf den ebenfalls starken Mexikaner. Nach zwei hochklassigen Formen konnte sich der Mexikaner das Ticket für die nächste Runde sichern. In der Klasse Damen bis 40 Jahre, die ebenfalls im Single Elimination-Modus ausgetragen wird, konnte sich Bärbel Reiner nach einem Freilos in der zweiten Runde souverän gegen die spanische Konkurrentin durchsetzen. In der dritten Runde musste sie sich dann trotz einer nervenstarken Performance der späteren Vize-Weltmeisterin aus dem Iran geschlagen geben. Sie belegt damit Platz 5.

Der amtierende Europameister Peter Johanns (Herren ab 66 Jahren) konnte auch auf seiner ersten Weltmeisterschaft überzeugen. Ohne Probleme erreichte er das Finale. Dort gewann er sein erstes Battle gegen Kolumbien insbesondere durch seine hohen, präzisen Beintechniken. In dem zweiten Battle gegen die USA reichte es leider nicht für den Einzug in die letzte Runde. Für seine tolle Performance wurde Peter daher mit der Bronzemedaille belohnt.

Christian Senft (Herren bis 50 Jahre) war nach seinem Teamstart vom Vortag im Einzel glänzend aufgelegt. Mit hoher Konzentration steigerte er sich von Runde zu Runde und sicherte sich problemlos einen Platz unter den besten acht Sportlern. Die Konzentration sollte auch keinen Prozent nachlassen: Das erste Battle gegen Schweden gewann er, ebenso wie das zweite gegen Spanien. Auch im Finale gegen Korea überzeugte er, musste sich dann aber schließlich doch noch geschlagen geben. Damit ist Christian Vize-Weltmeister!

Den Höhepunkt des Tages aus Sicht des deutschen Teams setze einmal mehr Imke Turner (Damen bis 60 Jahre) und untermauerte eindrucksvoll ihre Stellung als Ausnahmeathletin. Mit technischer Brillanz und starken Nerven ließ sie ihren Konkurrentinnen keine Chance, an ihr vorbeizuziehen, und verteidigte souverän ihren Weltmeistertitel von 2016: Gold und damit der 5. Weltmeisterschaftstitel für Imke Turner!

Mit einer Gold-, einer Silber- und einer Bronzemedaille ging der Wettkampftag erfolgreich zu Ende. Was die Bundestrainer Daniela Koller und Hado Yun besonders freute war, dass heute wirklich alle Sportler ihr Leistungspotenzial optimal abrufen konnten.

WM-Tag 3 für das Team Taiwan

Annika Schendler (Einzel bis 17 Jahre) bewies bei ihrem WM-Debut gute Nerven und zog mit ihren dynamischen Techniken in die zweite Runde ein. In einem der hochklassigsten Halbfinale des gesamten Turniers zeigte sie nochmal mutig hohe Kicks. Leider reichte es dennoch nicht für den Einzug in das Finale. Am Ende kam sie auf Platz 12.

Im Single Elimination-Modus trat Franziska Schneegans (Damen bis 30 Jahre) in ihrem ersten Battle gegen die Sportlerin aus Kanada an. Jede Athletin konnte jeweils eine Runde für sich gewinnen. Hauchdünn verlor Franziska schließlich trotz hervorragender Leistung.

Adrian Wassmuth, Triumf Beha und Roger Kesternich (Team bis 30 Jahre) gingen konzentriert und hochmotiviert an den Start. Sie zeigten starke Formen. Ein kleiner Gleichgewichtsverlust in der Keumgang verhinderte letztlich das Einziehen in die Finalrunden. Ähnlich erging es Bärbel Reiner und Stefan Brummer (Paar ab 31 Jahre). Trotz einer spannungsgeladenen Jitae führten Balance-Probleme zum Ausscheiden in der Zwischenrunde. Shajan Sepanlou und Ronja Paschke (Freestyle Paar ab 18 Jahre) präsentierten eine elegant ausgearbeitete Form mit fehlerfreier Akrobatik und sicherten sich damit einen Platz unter den Top 8. Im Finale steigerten sie sich sogar noch und verpassten mit dem 5. Platz nur denkbar knapp die Bronzemedaille.

Lukas Stein (Freestyle Einzel ab 18 Jahre) ließ sich von der starken Konkurrenz nicht irritieren. Souverän zog auch er ins Finale ein. Dort gewann er in einem atemberaubenden Finale mit ausgefeilter Choreografie und fehlerfreier Darbietung die Bronzemedaille! Bronzener Abschluss der Weltmeisterschaften für das Team Germany. 

WM-Tag 4 

Anna Siepmann (Einzel 12 bis 14 Jahre) zeigte in der Vorrunde klasse Formen in einer enorm leistungsstarken Gruppe. Trotzdem verpasste sie das Halbfinale ganz knapp um nur eine Platzierung. Gina und Leon Reich (Freestyle Paar bis 17 Jahre) gingen als jüngstes Paar in dieser Klasse an den Start. Eine fehlerfreie Form und starke Nerven reichten zwar nicht für eine Finalplatzierung, versprechen aber viel Gutes für die Zukunft. Ebenso war Fiona Patz (Freestyle Einzel bis 17 Jahre) mit 13 Jahren eine der jüngsten in ihrem Teilnehmerfeld. Auch sie konnte ihr Leistungspotenzial abrufen. Aufgrund des hochklassigen Leistungsfeldes, das stärker einzuschätzen war als die Seniorenklasse, war das Erreichen des Finales leider nicht möglich. Aber auch auf Fiona warten mit Sicherheit noch viele zukünftige Erfolge. Ronja Paschke, Franziska Schneegans, Triumf Beha, Steven Behn und Lukas Stein (Freestyle Team ab 18 Jahre) waren die letzten Starter für das deutsche Team. In einem Herzschlagfinale boten sie die kompakteste Choreografie, zeigten viel Kampfgeist … und gewannen so die Bronzemedaille!

Fazit zur Weltmeisterschaft:

Mit einer Gold-, einer Silber- und drei Bronzemedaillen konnten tolle Erfolge erreicht werden. Diese Erfolge werden jedoch von Jahr zu Jahr schwieriger zu erreichen. Immer mehr Länder trainieren professionell – vier bis sechs Stunden täglich sind keine Seltenheit. Hier sind alle Trainer und Sportler gefragt, ihre Ressourcen so effizient wie möglich zu nutzen. Insbesondere in der Zusammenarbeit der Vereine und Landesverbände in Abstimmung mit den Bundestrainern muss noch weiter intensiviert werden. Hier sind bereits Ideen und Projekte für 2019 in Planung. An dieser Stelle sagen wir Danke für das Vertrauen des DTU-Vorstandes, für die Unterstützung unseres Physiotherapeuten Markus „Joey“ Wittek und seine Zauberhände, für das perfekt organisierte Umfeld durch Sportdirektorin Raffaella Delli Santi, Bundeskampfrichterreferent Rainer Tobias und vor allem unserem Vizepräsidenten und Organisationsgenie Manuel Kolb. Wir sehen uns in Deutschland!