Poomsae EM 2019 Gesamtbericht



Nach drei ereignisreichen Tagen sind die 14. Poomsae-Europameisterschaften mit einer hohen Medaillenausbeute für Deutschland zu Ende gegangen. Zeit, Bilanz zu ziehen!

Eine Europameisterschaft der Superlative

Mit über 600 Startern aus 26 Nationen war die diesjährige Euro im türkischen Antalya ein Turnier der Superlative. Die Wettkampftage boten spannende Duelle mit Herzschlagfinale, stets begleitet von den lautstarken Fangesängen der Teamkollegen und mitgereisten Fans. Zur Stimmung trug auch die Tatsache bei, dass die Teilnehmerinnen und Teilnehmer zum größten Teil im selben Hotel untergebracht waren, was dem großen Turnier dennoch eine familiäre Note verlieh.

Obwohl die Vorbereitungszeit auf das Saisonhighlight recht knapp war - vor allem für die Sportlerinnen und Sportler, die im November noch an den Weltmeisterschaften in Taiwan um Medaillen gekämpft haben— waren die Leistungen der deutschen Starterinnen und Starter begeisternd. Mit insgesamt 22 Medaillen - 4 goldenen, 7 silbernen und 11 bronzenen - hat Deutschland den zweiten Platz in der Frauenwertung errungen, insgesamt den dritten Platz hinter der Türkei und Dänemark in der Nationenwertung.  

So fällt das Fazit der beiden deutschen Bundestrainer entsprechend positiv aus. „In Antalya ging das bisher größte Team mit so vielen Jugendlichen wie noch nie zuvor an den Start. Alle Kadetten und Junioren waren auf den Punkt fit und konnten von sich überzeugen“, resümiert Daniela Koller.  Dies sei ihnen nicht nur in der Präsentation, die Trainingsschwerpunkt war, gelungen, sondern insbesondere auch mit den Kicks: „Die Kicks des deutschen Nachwuchses gehören zu den absolut besten in Europa.“ Die besondere Stärke des Nachwuchses zeige sich in den Paar- und Teamkonstellationen, bei denen zwei Europameister- und zwei Vizeeuropameistertitel sowie eine Bronzemedaille erkämpft wurden. „Wir sind stolz, Teil eines so tollen, motivierten und leistungsstarken Teams Germany zu sein.“ Auch Hado Yun sieht die Nachwuchsförderung, die ein konzeptioneller Schwerpunkt war, als gelungen an und freut sich über das Abschneiden der Deutschen über alle Klassen hinweg: „Mit den Podestplätzen bei der Gesamtwertung der Damen und Herren sowie dem dritten Platz in der Nationenwertung haben wir einmal mehr bewiesen, dass wir zu den stärksten Formennationen Europas gehören.“ Nach dem kurzen Zeitraum zwischen der WM 2018 und der EM 2019 sei nun auch endlich eine kurze Erholungsphase für alle möglich. Danach gilt es bereits, in Richtung Weltmeisterschaft 2020 zu schauen. „Die Planung läuft bereits auf Hochtouren“, kündigt Yun an. 

Teamchefin und Sportdirektorin Raffaella Delli Santi lobt neben den sportlichen Leistungen ihrer Mannschaft vor allem das harmonische Teamgefüge. „Die Sportler haben in kürzester Zeit sehr fokussiert und akribisch auf diese Euro hingearbeitet und sich auch gegenseitig hervorragend unterstützt. Gerade für die Jugendlichen im Team war dies ein gelungener Einstand.“ Und nicht selbstverständlich, wenn man bedenkt, dass das Team zahlenmäßig so angewachsen und die Spanne zwischen Kadetten und Ü65 ja doch etwas größer ist. Auch Mister Magic Hands, Team-Physiotherapeut Markus „Joey“ Wittek hat sein Bestes gegeben, um die Sportler auf der Euro bestens versorgt auf die Flächen zu schicken. 

„Die beiden Bundestrainer haben das Team sehr gut vorbereitet“, resümiert Delli Santi, und dankt nicht nur den beiden Trainern, sondern an dieser Stelle auch den Heimtrainern und Landesverbänden für ihre Unterstützung und Betreuung. Diese Kooperation gilt es nun weiter auszubauen, denn nach der EM ist vor der WM: Im kommenden Jahr wird Dänemark Gastgeber der Welttitelkämpfe sein. So nah vor der Haustüre wird sich dies wie ein Heimspiel anfühlen, und diese Motivation gilt es, in die Vorbereitung auf die WM einzubauen. „Die Leistungsdichte wird immer höher, und gerade einige der asiatischen Nationen betreiben Formenlauf professionell. Daher wollen wir die Förderung unserer Sportler in den nächsten Monaten so gut wie möglich ausbauen, um auch auf Weltebene weiter um die Medaillen mitzukämpfen.“ 

Vizepräsident Technik Manuel Kolb, der am zweiten Tag zum Team dazu stieß, zeigte sich fasziniert von der Motivation und Einstellung des teilweise noch sehr jungen Teams. „Vor allem der Erfolg der Jugend bestätigt, dass auch unser neues Konzept der Jugendförderung aufgeht. Deshalb gilt mein Dank den beiden Bundestrainern Daniela Koller und Hado Yun für deren Vorbereitung und Weitsicht beim Aufbau neuer Konstellationen. Ein besonderes Lob gehe auch an die Sportdirektorin Raffaella Delli Santi, die für ihn in der Organisation wertvoll und gleichzeitig eine große Koalition Entlastung war. Sie führte das Team mit Leidenschaft und Organisationstalent an. „Ich bin stolz, im Technikbereich diesen personellen Ausbau mit dem Präsidium eingeleitet zu haben. Der Erfolg bestätigt uns. An dieser Stelle bedanke ich mich ganz herzlich bei unserem Team, das stets aufzeigt, wie Leidenschaft, Motivation und Ehrgeiz den erwünschten Erfolg herbeiführen: Meinen herzlichsten Glückwunsch an jeden Einzelnen des gesamtdeutschen Teams (Nationalteam wie Qualifikanten) für dieses tolle Ergebnis!“

Last, but not least: Vielen Dank gebührt auch den beiden deutschen International Referees Dr. Marion Schrader und Constantin Zabbal sowie unserer DTU-Medienreferentin Helena Stanek für die mediale Betreuung. Ein Dank auch an Felix Schmale für die tolle Photosession und die Bilder!

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Alle Platzierungen der deutschen Starterinnen und Starter an der EURO im Überblick: 

Goldmedaillengewinner

  • Einzel männlich U 50: Christian Senft
  • Einzel weiblich U 60: Imke Turner
  • Paar Junioren: Desiree Neumann und Leon Pfaffl
  • Team Kadetten weiblich: Ana Catalina Pohl, Adina Machwirth und Jessica Schober

 

Silbermedaillengewinner:

  • Einzel männlich U 50: Michael Bussmann (qualifiziert über Presidents Cup)
  • Einzel weiblich Ü 65: Iris Hitzemann
  • Paar Junioren: Belinda Warnke und Patrick Kuzenko (qualifiziert über Presidents Cup)
  • Team Junioren weiblich: Anna Siepmann, Annika Schendler und Desiree Neumann
  • Team Junioren männlich: Leon Pfaffl, Patrick Kuzenko und Emir Can Erdemir
  • Team männlich Ü 30: Patrick Lebens, Tilman Gothner und Binh Duoc (qualifiziert über Presidents Cup)
  • Freestyle Einzel weiblich bis 17: Leah Lawall (qualifiziert über Presidents Cup)

 

Bronzemedaillengewinner:

  • Einzel Kadetten weiblich: Ana Catalina Pohl
  • Einzel weiblich U 60: Leyla Alieva (qualifiziert über Presidents Cup)
  • Einzel männlich U 60: Kai Müller
  • Einzel männlich Ü 65: Peter Johanns
  • Paar U 30: Franziska Schneegans und Steven Behn
  • Paar Ü 30: Bärbel Reiner und Stefan Brummer
  • Team Junioren weiblich: Mia Merfeld, Emily Nitsche und Aranka Palfi (qualifiziert über Presidents Cup)
  • Team männlich Ü 30: Stefan Brummer, Paul Knauthe und Christian Senft
  • Freestyle Einzel männlich ab 18: Lukas Stein
  • Paar Freestyle ab 18: Ronja Paschke und Shajan Sepanlou
  • Team Freestyle: Steven Behn, Lukas Stein, Ronja Paschke, Franziska Schneegans uns Shajan Sepanlou
  • Einzel Kadetten männlich: Mian Fromm, 5. Platz
  • Einzel weiblich U 30: Franziska Schneegans, 5. Platz 
  • Einzel weiblich U 40: Bärbel Reiner, 5. Platz
  • Team männlich U 30: Hilko Paschke, Fabian Frank und Shajan Sepanlou, 5. Platz
  • Einzel weiblich U 60: Heekyung Reimann, 6. Platz (qualifiziert über Presidents Cup)
  • Paar Kadetten: Adina Machwirth und Mian Fromm, 6. Platz
  • Paar Freestyle bis 17: Gina und Leon Reich, 6. Platz
  • Einzel weiblich U 60: Sabine Müller, 7. Platz (qualifiziert über Presidents Cup)
  • Einzel Junioren männlich: Emir Can Erdemir, 8. Platz 
  • Freestyle Einzel weiblich bis 17: Fiona Patz, 8. Platz
  • Einzel Junioren weiblich: Anna Siepmann, 8. Platz (qualifiziert über Presidents Cup)
  • Paar Freestyle bis 17: Adina Machwirth und Julius Müller, 8. Platz (qualifiziert über Presidents Cup)
  • Team weiblich Ü 30: Brigitte Halaweh, Kathrin Rau und Karen Heimann, 8. Platz (qualifiziert über Presidents Cup)
  • Einzel Junioren weiblich: Annika Schendler, 9. Platz
  • Einzel weiblich U 60: Karen Heimann, 9. Platz (qualifiziert über Presidents Cup)
  • Einzel männlich U 65: Frank Marohn, Halbfinale (qualifiziert über Presidents Cup)
  • Einzel männlich U 65: Klaus Kremer, Halbfinale (qualifiziert über Presidents Cup)
  • Einzel männlich U 30: Roger Kesternich, Battle gegen Portugal