Neue Gesichter im Präsidium: Jannis Dakos



Seit den Wahlen am 03. Oktober gibt es zwei neue Gesichter im Präsidium der DTU. Heute möchten wir Ihnen Jannis Dakos, neuer Vize-Präsident Zweikampf, vorstellen. Der 40-Jährige Diplom-Sportwissenschaftler und staatl. anerkannte Betriebswirt stand selbst viele Jahre für die deutsche Nationalmannschaft auf der Wettkampfmatte. Heute ist er Vereinstrainer im AC Ückerath und Vize-Präsident Vollkontakt in der Taekwondo Union NRW. In einem kurzen Interview stand er Rede und Antwort.

 

Mit welchen Eindrücken/Gefühlen hast du die Wahl am vergangenen Samstag erlebt?

Ich habe ehrlich gesagt gemischte Gefühle. Bei der Wahl soll es ja eigentlich um die besseren Inhalte gehen, um die besseren Ideen und Konzepte, die im Endeffekt zielführend sind und einen Mehrwert für unseren Sport, die Landesverbände und allgemein die DTU bedeuten. Das war vor Ort in meinen Augen bei zwei festgefahrenen Lagern überhaupt nicht der Fall. Es ging hauptsächlich darum das eigene Lager zu unterstützen. Fast alle Kandidaten, das betrifft beide Lager, sind auch gleichzeitig Verbandspräsidenten. Dies ist eine Sache, die uns alle ein wenig zu denken geben sollte. Die Objektivität ist von vornerein hier nicht mehr möglich. Ich denke aus dem Grund im Moment darüber nach, mein Amt in der TUNRW niederzulegen. Das Vertrauen der Mitglieder und somit auch die Wahl zu gewinnen ist natürlich eine schöne Sache, aber gleichzeitig auch eine große Verantwortung. Diese Aufgabe und ich nenne es auch mal den Auftrag durch die Mitglieder nehme ich sehr ernst. Die vorgestellte Leistungsportkonzeption werde ich auch genauso umsetzen. Um das zu schaffen, benötige ich ein starkes Team um mich herum, das die fachlichen Kompetenzen vorweisen kann, das vorgenommen umzusetzen und die Bereitschaft und die Leidenschaft zeigt, diesen Weg mitzugehen und mitzugestalten.

 

Was ist dir wichtig in den kommenden Wochen im Zusammenhang mit den ersten Arbeitstagen in der DTU?

In den ersten Tagen nach der Wahl war es mir sehr wichtig, das Leistungssportpersonal persönlich zu kontaktieren, Gespräche zu führen und erstes Vertrauen aufzubauen. Ich bin bei dieser Wahl angetreten, weil ich unser Leistungssportsystem seit Jahren für überholt und in vielen Bereichen schlecht halte. Nicht die Personen sind schlecht. Das muss man unterscheiden. Trotzdem brauche ich jetzt ein starkes und kompetentes Team um mich herum, um alte verkrustete Muster zu durchbrechen und die neue Konzeption umzusetzen. Die besten Ideen sind nichts wert, wenn sie nicht auch in die Praxis umgesetzt werden. Vom Präsidium und Personal bin ich sehr professionell aufgenommen worden und ich befinde mich gerade in einer Orientierungs- und Informationssammlungsphase. Ich muss mir von den sportlichen Potenzialen in Deutschland ein Bild machen, um dann auf die Verbände zuzugehen, und ihnen dabei helfen, der DTU zu helfen. In den letzten drei Tagen bin ich aus dem Grund mit dem Auto fast 2000 km gefahren um Gespräche zu führen und Ideen auszutauschen.

Ein weiterer sehr wichtiger Punkt ist für mich die Olympiaqualifikation im Januar. Bei der Auswahl der Athleten werde ich mich komplett raushalten. Das habe ich bereits überall so angekündigt. Ich muss hier auf das Leistungssportpersonal vertrauen, das für einen olympischen Zyklus mit den Sportlern zusammengearbeitet hat. Wichtig ist für mich hier nur, zu unterbinden, dass die Athleten, nicht wie in der Vergangenheit, in Unsicherheit gelassen werden. Es soll rechtzeitig und schnell nominiert werden, damit die Sportler und ihre Trainer Planungssicherheit haben und eine professionelle Periodisierung der Vorbereitung möglich wird. Der frühe Nominierungszeitpunkt und die damit einhergehende Planungssicherheit für die Athleten sind Teil der neuen Konzeption. Ich denke als Taekwondo Deutschland müssen wir unseren Qualitätsstandard in solchen Sachen schleunigst anheben.

 

Was wünschst du dir für die nächsten 4 Jahre?

Bis letzten Samstag hatte ich nur ein Ziel und eine Motivation: Die Wahl zu gewinnen, um das Leistungssportkonzept, welches im Sinne der Aktiven arbeitet, durchzusetzen. Alle Vorhaben und Maßnahmen werden nach der Beantwortung der Frage „Was ist besser für die Sportler und ihre Trainer“ in die Wege geleitet. Diese Art zu denken und zu handeln will ich im DTU-Leistungssport systematisieren.

Ich bin ja selbst noch Trainer und mir geht es zum Schluss eigentlich nur um den Sport und um gute Rahmenbedingungen für die Athleten.

Seit der Wahl weiß ich aber auch, dass ich mit dem Amt auch eine Verantwortung übernommen habe und es ist nun an der Zeit, Ruhe in den Verband einkehren zu lassen. Den Fokus auf das Wesentliche zu legen und die persönlichen Animositäten zu beenden. Ich bin da unbedingt bereit meinen Beitrag dazu zu leisten und persönlich auch sehr zuversichtlich, dass meine Kollegen im Präsidium auch dasselbe Ziel verfolgen werden. Zum Schluss ist es unsere Aufgabe und Pflicht im Präsidium, dieses Ziel für ganz Deutschland zu erreichen. Das müssen wir schaffen. Viele Personen in Deutschland wetten darauf, teilweise auch aufgrund der eigenen Erfahrungen in der Vergangenheit, dass wir es nicht schaffen werden. Denen sage ich immer, wenn dieses Ziel tatsächlich so schwer zu erreichen ist, dann ist es ein Ziel, dass es wirklich wert ist, erreicht zu werden! Ich bin bereit dafür zu kämpfen.