Junioren machen Erfahrungen bei einer Wettkampfsimulation



Beim vergangenen Kaderlehrgang am Bundesstützpunkt in Nürnberg wurden die Junioren vom Bundestrainer Marco Scheiterbauer und seinem Trainerteam Denise Liedtke und Nurettin Yilmaz vor eine ganz besondere Aufgabe gestellt. Sie sollten ihren Sparringstag in Eigenregie vorbereiten und durchführen. Bei dieser neuen Herausforderung für die Sportlerinnen und Sportler, gaben die Trainer sowie der angereiste Werner Mickler zwar entsprechende Rahmenbedingungen und Hilfestellungen, aber die Hauptentscheidungen sollten durch die Jugendlichen getätigt werden. Zu den Hauptentscheidungen zählten das Erstellen der Poollisten, die Zeitplanung und Vorbereitung auf die Kämpfe. Ziel dieser Simulation war es, die Bedeutung eines solchen Sparringstages zu steigern und die Erweiterung der Selbstkompetenz in Bezug auf einen Wettkampftag zu fördern. Die Sportlerinnen und Sportler sollten nicht nur Akteure auf der Fläche sein, sondern auch Gestalter neben der Fläche. 

In diesem Rahmen des Lehrgangs konnten so die Sportler Vorgehensweisen ausprobieren und für sich persönliche Strategien für die zukünftigen Wettkämpfe erarbeiten. 

„Ich habe in der Vergangenheit gemerkt, dass die Intensität bei Sparringstagen bei den Sportlerinnen und Sportlern sehr unterschiedlich ist. Einige haben einen Sparringstag sehr ernst genommen, anderen wiederum fehlte der Anreiz. Mit dieser Maßnahme wollte ich die Sportlerinnen und Sportler dazu animieren, mitzuarbeiten, um dadurch mehr Akzeptanz für den Sparringstag zu bewirken. Solche Simulationen helfen den Sportlerinnen und Sportlern an Wettkampftagen auf die gemachten Erfahrungen zurückzugreifen und entsprechende Entscheidungen für sich zu treffen. Und ich muss sagen, die Umsetzung durch die Sportlerinnen und Sportler war absolut zufriedenstellend.“ - Marco Scheiterbauer.

Begleitet wurde die Maßnahme auch von unserem Sportpsychologen Werner Mickler. Denn neben der Organisation der Wettkämpfe sollten die Sportler sich auch mental auf ihre selbstzusammengestellten Kampfpaarungen vorbereiten. Die unterschiedlichen Strategien, Taktiken und Vorgehensweisen haben innerhalb der Kämpfe mal funktioniert, aber auch mal nicht. Die Verläufe der im Anschluss folgenden Analysegespräche zeigten aber, dass die Ernsthaftigkeit und die Zielsetzungen der Maßnahme erkannt und auch entsprechend umgesetzt wurden.  

Wichtig an dieser Maßnahme waren auch die ständig stattfindenden Gespräche mit den Trainern. Fragen wie z.B. „Wie fühlt ihr euch nach dem ersten Kampf?“, „Was erwartet ihr von eurem Coach/Betreuer heute?“, „Wie haltet ihr euch den ganzen Tag fit und motiviert?“, „Was war gut in deinem Kampf und was kannst du im nächsten Kampf anders umsetzen?“. Die Auseinandersetzung mit solchen Fragen soll den Sportlerinnen und Sportlern helfen, dass sie bei hoffentlich bald wieder stattfindenden internationalen Wettkämpfen ihren Tag noch besser gestalten und eigenständig auf kleine Misserfolge während der ersten Kämpfe reagieren können. Ein gut organisierter und mitdenkender Athlet ist ein enormer Gewinn für einen Trainer. Die daraus resultierende Selbstkompetenz schafft nicht nur Sicherheit, sondern auch Selbstvertrauen in der Herangehensweise an einen Wettkampftag. 

  

Am Ende der Maßnahmen waren nicht nur die Sportlerinnen und Sportler mit ihren Leistungen zufrieden. Auch das Trainerteam kann diese ungewöhnliche Maßnahme als vollen Erfolg verbuchen.

„Es war klasse, wie sich die Sportlerinnen und Sportler miteingebracht haben und diesen Tag federführend organisiert haben. Auch die Leistungen auf der Fläche waren gut. Einige haben sich deutlich mehr ins Zeug gelegt, als ich es in der Vergangenheit von ihnen gesehen habe.“ – Marco Scheiterbauer. 

Die Teilnehmenden Sporlter/innen:

  • Marbele Pfaff
  • Franziska Drucklieb
  • Roja Rezaie
  • Vanessa Beckstein
  • Esmeralda Husovic
  • Furkan Kücüksungur
  • Ranye Drebes
  • Owen Kisskalt
  • Philipp Davids
  • Jona Pörsch