Die Topgesetzten gewinnen das erste Gold für ihr Land – Ägypten feiert zweimal Bronze

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Am dritten Wettkampftag schreiben in der Makuhari Messe Halle Matea Jelic und Maksim Khramtcov Geschichte für ihre Länder.

Am dritten Tag in der Makuhari Messe Halle erlebten wir in den Gewichtsklassen Damen -67Kg und Herren -80Kg keine wirklichen Überraschungen, was die Goldmedaillenvergabe angeht. Auch die Bronzemedaillen gingen, zumindest in der Damenklasse -67Kg, an altbekannte Gesichter. 

 

Damen -67Kg

 

Das Finale

Matea Jelic (CRO) hielt dem Druck der Favoritenrolle stand und kämpfte zurecht im Finale dieser Olympischen Spiele. Nicht überraschend, aber bei diesen Spielen haben wir ja schon einiges erlebt, erkämpfte sich das Kraft-und Konditionspaket Lauren Williams (GBR) ebenfalls einen Platz im Finale. Beide Kämpferinnen trafen erst bei dieser Europameisterschaft aufeinander. Siegerin in Sofia: Matea Jelic.

Gewohnt aggressiv startete Lauren Williams in dieses Olympische Finale und beendete die erste Runde mit einer knappen 5:4-Führung. Fulminant starteten beide Sportlerinnen mit einem spektakulären Doppelkopftreffer aus der Pause, der zu einem Zwischenstand von 8:7 führte. Lauren weiterhin in Führung. Doch Matea zeigte ihre Kopftreffer-Stärke und setzte einen weiteren am Kopf der Engländerin. 10:10 zeigte das Scoreboard zur Pause. Auch die dritte Runde hatte es in sich. Nach kurzer konditioneller Verschnaufspause ging es in der letzten Minute noch mal richtig zur Sache. Nach zwischenzeitlicher 18:13 Führung für Lauren, zeigte Matea in den folgenden Sekunden, warum sie die Nummer 1 der Weltrangliste ist. Westentreffer, ein Kopftreffer in den letzten 7 Sekunden und ein weiterer Westentreffer führten zum 25:21 Punkte-Sieg für Kroatien. Matea gewinnt für Kroatien die erste Goldmedaille im Taekwondo!

Stimmen zum Finale:

Matea: "Mein Plan für das Finale war: einfach kämpfen. Kämpfen, kämpfen und kämpfen. Die ganze Zeit. Das war der Plan!"

Lauren: "Natürlich ist es nicht die Medaillenfarbe, die ich wollte. Aber ich werde sie mir noch holen."

Kampf um Bronze:

Die Bronzemedaillen an diesem Tag gehen an zwei bekannte Gesichter. Beide Sportlerinnen haben bereits eine olympische Medaille auf ihrem Konto stehen. Am heutigen Tag ist eine weitere dazu gekommen. Hedaya Malak aus Ägypten wird im Medaillenkampf gegen die dreifache Olympionikin Paige McPherson aus den USA für ihren aggressiven und stets aktiven Kampfstil belohnt und gewinnt am Ende mit 17:6 Punkten. Es ist nach Bronze in Rio die zweite Bronzemedaille der fröhlichen Ägypterin. In Rio startete sie allerdings in der Gewichtsklasse -57Kg. 

Die zweite Bronzemedaille in der Gewichtsklasse -67Kg erkämpft an diesem Tag Ruth Gbagbi von der Elfenbeinküste. Auch sie gewann, wie Hedaya auch, bei den Olympischen Spielen in Rio Bronze. Im so wichtigen Kampf um Edelmetall besiegte die Weltmeisterin aus dem Jahr 2017 die Brasilianerin Milena Titoneli mit 12:8 Punkten. 

Nach dem Kampf sprach ich mit meiner ehemaligen Gegnerin Gwladys Epangue aus Frankreich. Wir haben eine lange gemeinsame Geschichte und ich freue mich stets, sie auf Turnieren wieder zu sehen. Glawdys kennt Ruth sehr lange und ist eng mit ihr befreundet. 

„Ich bin sauer auf sie. Sauer, wie sie gegen Lauren verloren hat. Sie kann so viel mehr. Aber es ist Olympia und sie hat nun ihre zweite Medaille. Das ist ein toller Erfolg. Ich hab nur eine. Aber ich weiß, sie kann es besser“

 

Herren -80Kg

Das Finale

Schon der Sieg im Halbfinale war für den Jordanier Saleh Elsharabty ein absoluter Freundentanz. Eine Medaille bei Olympischen Spielen erträumt man sich als Athlet. Für ihn ist es in der Makuhari Messe Hall Wirklichkeit geworden. Doch im Finale wartete kein geringerer auf ihn, als das „Goldkind“ aus Russland Maksim Khramtcov. Der junge Russe siegte insgesamt sechs mal bei Europameisterschaften (Jugend und Extra Games eingeschlossen), ist 2017 Weltmeister und 2019 Militär-Weltmeister geworden. Zudem 5-facher Grand Prix Sieger und insgesamt 18-facher Weltranglistenturnier-Sieger.

Erwartungsgemäß schließt Maksim die erste Runde mit einer Führung (5:0 Punkte) ab und baute diese auch in Runde 2 zum 7:1 weiter aus. Allerdings fiel in Runde 2 kein weiterer Treffer, es waren Verwarnungen gegen Saleh und Maksim, die weitere Punkte brachten. Saleh setzte alles auf eine Karte, um den Vorsprung zu verkürzen und riskierte einen Drehkick zum Kopf. Mit Erfolg. Zwischenstand 8:6. Doch auch der Russe zeigte, wie schon Matea Jelic im Damenfinale, dass er die unangefochtene Nummer 1 ist. Es folgen weitere Kopf-und Westentreffer durch den Russen. Ein letzter Westentreffer durch Saleh in den letzten Sekunden des Kampfes kann die 20:9 Niederlage nicht wettmachen. Es ist die erste Goldmedaille bei Olympischen Spielen für Russland.

Stimmen zum Finale:

Maksim: "Seit ich hier nach Tokio gekommen bin, wusste ich, dass ich Gold gewinnen kann und auch werde. Ich gebe niemals auf. Meine Mama wollte, dass ich die Goldmedaille in meinen Händen halte. Ich musste kommen und gewinnen*."

*Maksims Mutter starb vor 6 Monaten.

Saleh: "Ich habe sehr lange für diesen Erfolg gearbeitet. Es zählt für uns in Jordanien nicht, ob es Probleme gibt, ob die Pandemie herrscht. Wir finden immer einen Weg zu trainieren. Mit unseren Coaches und unserer Federation. Sie haben eine Basis für uns geschaffen. Daher kommt der Erfolg. Und von unserem Training."

Der Kampf um Bronze

Im ersten Medaillenkampf in der Herrenklasse, machte es Seif Eissa seiner ägyptischen Teamkollegin Hedaya gleich und gewinnt für Ägypten die zweite Bronzemedaille an diesem Tag. Er besiegt seinen Gegner Andre Richard Ordemann aus Norwegen mit 12:4 Punkten.

Toni Kanaet aus Kroatien hatte die Chance, in diesem Kampf die erste Olympische Medaille für einen männlichen Sportler zu gewinnen. Und er nutzte seine Chance gegen Nikita Rafalovich aus Uzbekistan. Nach einer ausgeglichenen ersten Runde, waren es 4 Westentreffer in Runde zwei, die dem Kroaten einen komfortablen 15:8 Vorsprung sicherten. In Runde drei war es phasenweise ein heißer Schlagabtausch. 12 Sekunden vor Schluss war es Nikita, der den Kampf mit einem Drehkick zur Weste noch einmal spannend machte und auf 18:22 Punkte verkürzte. Es folgten jedoch zwei Verwarnungen für den Uzbeken, sodass das Scoreboard am Ende des Kampfes 24:18 für Kroatien anzeigte. Somit schreibt ein weiteres Land bei diesen Spielen Geschichte: Die erste Medaille für einen männlichen kroatischen Sportler.

Stimmen zum Kampf:

Toni: Ich bin sehr stolz auf diese Medaille, weil es auch die erste für mein Land ist. Ich hoffe aber, dass gleich morgen eine weitere durch meinen Teamkollegen dazu kommt.