Die Reise nach Paris startet in Nürnberg



Am ersten Januarwochenende startete für den Zweikampf-Bereich der DTU eine neue Reise. Eine Reise mit dem Ziel „Paris 2024“. Eine Reise, die für das Leistungssportpersonal und auch für die Athleten eine neue sein wird. Ob sie am Ende erfolgreich sein wird, werden wir am 26. Juli 2024 sehen, wenn in Paris die 33. Olympischen Spiele eröffnet werden und deutsche Taekwondo-Sportler den harten Weg der Qualifikation geschafft haben. 

Um all die Ziele, Voraussetzungen und Rahmenbedingungen festzulegen, den Weg für die Reise zu gestalten und um das neue Trainer-Team erstmals zusammenzubringen, traf sich Vize-Präsident Zweikampf, Jannis Dakos mit dem hauptamtlichen Leistungssportpersonal am Bundesstützpunkt zum „Kick-off-Meeting Paris 2024“ in Nürnberg. 

Jannis Dakos: „Das Kick-Off -Meeting war zu diesem Zeitpunkt sehr wichtig, um die Ziele und den Fahrplan für die einzelnen Bereiche festzulegen. Im Nachwuchsbereich, der zukünftig von Diplomtrainer Boris Winkler betreut wird, möchten wir in erster Linie die Zusammenarbeit mit den Landes- und Heimtrainern ausbauen, sodass wir den Kader breiter aufstellen können und auch frühzeitig ein Team für 2028 fördern bzw. aufbauen. Im Seniorenbereich ist unser oberstes Ziel, die Olympiakandidaten in der Weltrangliste in aussichtsreiche Positionen zu bringen, damit wir Athleten bzw. Athletinnen über die Weltrangliste direkt für Olympia qualifizieren.“ 

Es liegt viel Arbeit vor dem neuen Zweikampf-Team, doch mit dem ersten Meeting und den ersten Maßnahmen am Bundesstützpunkt in Nürnberg ist eine erstaunliche Energie entstanden. 

„Meine Erwartungen wurden in den ersten Wochen übertroffen und es herrscht aktuell eine sehr positive Energie. Bislang ziehen die Athleten sehr gut mit und nehmen die neue Situation, dass wir nun hauptsächlich hier in Nürnberg trainieren, an.“ – berichtet der neue Herren-Bundestrainer Marco Scheiterbauer.  

Marco Scheiterbauer ist neuer Herren-Bundestrainer

Nach seiner langen Zeit als Nachwuchstrainer war es für seine engen Mitmenschen und Trainerkollegen klar, dass er irgendwann diese Position übernehmen würde. Für ihn selbst, war dies lange eher ein schleichender Prozess. „Es fing eigentlich mit den Olympischen Spielen in Tokio an, die ich total intensiv erlebt habe. Ich habe plötzlich bei mir den Wunsch gespürt, auch einmal als Trainer bei Olympia dabei zu sein. Dann kamen viele auf mich zu und meinten, dass nun doch genau der richtige Zeitpunkt sei, solch eine Aufgabe zu übernehmen. Als der Vorstand gesagt hat, es müssen Veränderungen im Zweikampf-Bereich her, war ich mir sicher, dass ich diese Veränderungen mitgestalten möchte. Langfristig und mit einer klaren Struktur, sodass wir schon jetzt den Grundstein für Olympia 2028 legen.“

Der Stützpunkt in Nürnberg sei für Scheiterbauer mit den hochprofessionellen Rahmenbedingungen das perfekte Arbeitsumfeld für einen Trainerjob. In den Top-Trainingszentren in Europa ist es bereits gang und gäbe, dass die zuständigen Bundestrainer täglich mit den Kaderathleten trainieren. In der DTU ist es erstmalig, dass sich beide hauptamtlichen Bundestrainer vorzugsweise in Nürnberg aufhalten und hier das Training der Kaderathleten koordinieren. 

Der frühere Nationaltrainer aus Ungarn, Balazs Toth, bezieht im Februar hier in Nürnberg seine Wohnung und wird fortan den Damen-Bereich der DTU leiten. 

Balazs Toth wird neuer Damen-Bundestrainer

„Ich habe die Job-Anzeige im Internet gelesen und mich beworben. Ich wollte schon immer ein großes Team leiten und dies für ein anderes Land zu tun, war für mich eine große Motivation. In Ungarn habe ich oft nur einzelne Athletinnen im Nationalteam betreut. Aber hier in Deutschland ist ein sehr starkes und großes Damenteam. Das ist eine große Freude für mich. Und das Trainingszentrum hier in Nürnberg zählt für mich zu den Top Zentren in Europa.“ berichtet uns Balazs Toth während seiner zweiten Trainingswoche in Nürnberg.

Für ihn sei zu Beginn seiner Arbeit die wichtigste Aufgabe das Team mit ihren individuellen Athletinnen kennen zu lernen und sie zu einem starken Team zu formen, in dem jeder füreinander da sei. Man könne Olympiamedaillen nicht allein gewinnen. Man benötige ein Team, in dem jeder bereit sei, hart zu arbeiten.  

Für die Besetzung der Trainerstellen hat das Leistungssportpersonal gemeinsam mit dem Präsidium nach den Vorgaben des Deutsche Olympischens Sportbundes (DOSB) gehandelt. Hier war eine hohe akademische Qualifikation der Bundestrainer Voraussetzung. Marco Scheiterbauer und Boris Winkler erfüllen mit der Diplom-Trainer Ausbildung an der Sporthochschule Köln diese Vorgabe. Balazs Toth sei ein Gewinn für die DTU, so der Vize-Präsident Zweikampf. „Er ist diplomierter Sportwissenschaftler, Weltmedaillen-Gewinner als Sportler und ehemaliger Nationaltrainer in Ungarn mit guten Erfolgen. Er ist international sehr gut vernetzt und seine Trainingsarbeit ist technisch spezialisiert auf die Frauen.“ 

Balazs ist allerdings nicht der erste ausländische Trainer in der DTU. Denn mit dem Niederländer Rafik Zohri konnte die DTU bereits im vergangenen Sommer die Bundesstützpunkttrainerstelle in Düsseldorf mit internationalem Flair besetzen. Jannis Dakos zu seinen neuen internationalen Trainern: „Rafik ist sehr scharfsinnig und bringt sich im Team gut mit ein. Dass wir in NRW eine deutliche sportliche Annäherung der TUNRW und NWTU erreicht haben, ist teils sein Verdienst. Die zwei ausländischen Trainer bringen frischen Wind in das Team und konnten bis jetzt mit guten Ideen und Vorschlägen punkten.“ 

Im Februar warten gleich 40 Weltranglistenpunkte 

Ob die neue Trainerkonstellation dann auch auf der Fläche punkten wird, werden die ersten Turnierteilnahmen zeigen. Für die Damen geht es Anfang Februar zu den Fujairah Open. Das Herren-Team wird bei den Turkish Open um Medaillen kämpfen und zum Abschluss des Monats Februar wird das Team dann beim Presidents Cup gemeinsam antreten. Es besteht somit bereits im Februar die Möglichkeit, maximal 40 Weltranglistenpunkte zu sammeln. 

Mit dem neuen „Bewertungssystem“ der WT, bei dem alle damaligen G1-Turniere zu G2-Turnieren aufgewertet wurden, kann man deutlich mehr Weltranglistenpunkte bei weniger Turnierteilnahmen sammeln. Das Punkte-Sammeln ist stets ein wichtiger Bestandteil der Turnierteilnahmen, denn nur die Top-gesetzten Sportlerinnen und Sportler schaffen es in ihren Gewichtsklassen in die so wichtige Grand Prix Serie. 

Balazs Toth beschreibt seine sportlichen Ziele für die Grand Prix Serie deutlich: „Mein Ziel ist es, für die DTU Geschichte zu schreiben und die erste Grand-Prix-Medaille für die Damen zu erkämpfen.“ Wenn das Rad einmal ins Rollen gekommen sei, würden weitere Medaillen bei der Grand Prix Serie folgen, so der neue Damentrainer. 

Balazs Toth kann hier auf eine große Anzahl an Sportlerinnen bauen, die aktuell für die Grand Prix Serie qualifiziert sind. Bei den Herren möchte Marco Scheiterbauer sein Team durch die ersten Turnierteilnahmen in ihren Ranking-Positionen verbessern, sodass es noch mehr Herren in den Kreis der Grand-Prix Mannschaft schaffen. 

 

Der Weg bzw. die Reise nach Paris wird sicherlich niemals einfach werden. Aber mit dem Kick-Off-Meeting in Nürnberg ist der Startschuss gefallen und das hauptamtliche Leistungssportpersonals geht mit großer Motivation an die gemeinsamen Aufgaben, sodass in Paris männliche und weibliche Taekwondo-Sportler auf der Fläche stehen werden. 

 

Wir wünschen dem Team viel Glück und freuen uns auf erste Erfolgsmeldungen im Februar!