Die ersten Goldmedaillen gehen nach Thailand und Italien

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Am ersten Tag der Taekwondo-Wettbewerbe in der Makuhari Messe Halle standen die Entscheidungen in den Gewichtsklassen Damen bis 49Kg und Herren bis 58Kg an. Vor leeren Rängen wirkte die Stimmung fast gespenstisch. Kein großer Jubel bei Siegen, keine großen Fanproteste bei Niederlagen. Ich muss sagen: Die Fans fehlen. Auf der Fläche hingegen zeigten die Sportlerinnen und Sportler und ihre Trainer Emotionen und teilweise sehr spannende und knappe Kämpfe. Gleich am ersten Wettkampftag gab es einige Überraschungen in den Vorkämpfen und anschließenden Viertel-und Halbfinals. 

 

Damen -49Kg

Der spanische Youngstar Adriana Cerezo Igelsias beeindruckte im Viertelfinale gegen die doppelt so alte Doppelolympiasiegerin Jungyi Wu aus China und setzte ihren Weg ins Finale mit einem vorzeitigen Sieg über Rükye Yildirim aus der Türkei unbeeindruckt fort. Ebenso erkämpfte sich die haushohe Favoritin in dieser Klasse, Panipak Wongpattanakit aus Thailand, den Weg ins Finale. Sie siegte deutlich im Viertelfinale gegen Abigash Semberg aus Israel und wurde ihrer Favoritenrolle auch im Halbfinale gegen Thi Kim Tuyen Truong aus Vietman gerecht. 

Das Finale 

Favoritin gegen Youngstar. Ein ausgeglichener Kampf zwischen der Favoritin Panipak Wongpattanaki aus Thailand und der 17-jährigen Adriana Cerezo Iglesias aus Spanien. Die Leichtigkeit, mit der sich beide Sportlerinnen in ihren vorherigen Kämpfen präsentierten, war im Finale durch Anspannung verdrängt. Beide Sportlerinnen sind für ihre hohen Punkt-Siege bekannt. Doch in einem Olympischen Finale geht es um viel. So blieb der Kampf lange ausgeglichen. Verhältnismäßig wenig Punkte wurden erzielt. 30 Sekunden vor Schluss ging die immer gut gelaunt wirkende Spanierin mit 10:9 Punkten in Führung. Aber Panipak gelingt in den letzten 3 Sekunden noch der entscheidende Westentreffer zum 11:10 Sieg und gewinnt die Goldmedaille. 

Adriana: „Ich hatte den Plan heute zu gewinnen. Ich war sehr gut vorbereitet und habe die Spiele bislang genossen. Ich hatte die Hoffnung, Gold zu gewinnen. Aber die wurden heute in den letzten 3 Sekunden zerstört. Trotzdem bin ich sehr glücklich! Jetzt hoffe ich, dass mein Team noch weitere Medaillen gewinnt.“

Der Kampf um Bronze

Um 21:00 Uhr konnte in Tokio die Israelische Sportlerin Abigash Semberg für ihr Land Taekwondo-Geschichte schreiben. Mit einen 22:1 Punkte-Sieg gegen Thi Kim Tuyen Truong aus Vietman kämpfte sie ich über das Repechage zurück ins Turnier und besiegte im Bronzekampf mit 27:22 Punkten Rükye Yildirim aus der Türkei. Bronze für Abigash

Im zweiten Bronzemedaillenkampf sicherte sich Tijana Bogdanovic ihre zweite Olympische Medaillen. Nach Silber 2016 in Rio erlebte die Serbin an diesem Tag ein Auf-und-Ab der Gefühle. Flossen große Tränen nach der Niederlage im ersten Kampf gegen Adriana Cerezo aus Spanien, flossen nach dem Sieg im Bronzekampf gegen die Japanerin Miyu Yamada ebenso Tränen. Eine starke Leistung der 23-jährigen Serbien. Bronze für Tijana. 

Herren -58Kg

Zwei Youngstars sicherten ihren Ländern an diesem ersten Wettkampftag Medaillen. Der 19-jährige Tunesier Mohammed Khalil Jendoubi besiegte völlig überraschend im Halbfinale das Ausnahmetalent Jung Jan aus Südkorea mit 25:19 Punkten. Wenig überraschend, aber mindestens genauso euphorisch feierten die Italiener den Sieg ihres erst 20 Jahre alten Vito Dell`Aquilla. Er besiegte im Halbfinale mit 29:10 Punkten den Argentinier Lucas Guzmann und unterstrich seine enorm starke Form an diesem Tag. 

 

Das Finale 

Mohamed: "Ich habe für diese Turnier zwei Jahre sehr hart gearbeitet. Leider hat sich in den letzten 30 Sekunden der Kampf gedreht. Aber trotzdem bin ich sehr glücklich über diese Medaille. Ich habe mein Bestes gegeben und habe diese Medaille auch für Tunesien gewonnen."

Ein Finalkampf, der über die gesamte Zeit keinen klar Führende kristalisierte. Zwar konnte der Tunesier jeweils mit 5:2 Punkten und 9:8 Punkten in die ersten beiden Rundenpausen gehen, ein Sieger ließ sich hier aber noch nicht erkennen. Zu eng gestaltete sich der Kampf dieser beiden Youngstars. So kam es in der dritten Runde, wenige Sekunden vor Schluss zu den entscheidenden Treffern seitens des Italieners. Im richtigen Moment trifft der 20-jährige Vito noch mehrfach die Weste zum Endstand von 16:12 Punkten. Italien siegt und gewinnt nach Gold 2012 in London durch Carlo Molfetta nun erneut Gold in einer Herren-Klasse. 

Vito: "Es ist schade, dass heute keine Zuschauer da waren. Normalerweise kämpfe ich vor vielen Fans und das ist auch sehr wichtig. Aber ich war heute sehr fokussiert, darum hat es meine Leistung nicht beeinflusst. Trotzdem wünsche ich mir die Fans zurück. Ich bin noch jung und habe das Ziel mehr Medaillen für Italien zu gewinnen. Es ist so ein schöner Sport, ich liebe ihn und möchte diesen Sport noch bekannter machen."

 

Der Kampf um Bronze

Unter der „Russian Olympic Federation“ kämpfte sich nach einer Auftaktniederlage Mikhail Artamonov über das Repechage zurück ins Turnier. Hier besiegte der 24-jährige den Äthiopier Solomon Demse mit 27:5 Punkten. In einem spannenden Bronzemedaillenkampf gegen Lucas Guzmann aus Argentinien behielt Mikhail die Nerven und sicherte seinem Lang die Bronzemedaille. Bronze für Mikhail. 

All seine Enttäuschung über die Halbfinalniederlage wandelte Jang Jun in seinen Bronzemedaillenkampf gegen das Nachwuchstalent Oman Salim aus Ungarn in Punkte um. Mit einem neuen Punkte-Rekord an diesem Tag besiegte der hochdekorierte Koreaner mit 46:16 Punkten den erst 18-jährigen Salim im Medaillenkampf. Bronze für Jang. 

 

Herzlichen Glückwunsch!!!! 

 

Fotos: World Taekwondo