Die 30. Sommer-Universiade - Ein Bericht



Rund 130 studentische Spitzensportlerinnen und -sportler vertreten die deutschen Farben bei der 30. Sommer-Universiade vom 4. bis 14. Juli 2019 in Neapel. Die Universiade ist mit rund 8.000 Teilnehmenden aus über 150 Nationen die größte Multisportveranstaltung nach den Olympischen Spielen.

Deutsche Poomsae Mannschaft 2 mal bestes europäisches Team – im Zweikampf sticht Madeline Folgmann mit Platz 5 heraus

 

Eröffnungsfeier

Unter dem Motto „Neapel im Zentrum der Welt“ wurde die 30. Sommer-Universiade feierlich am 03. Juli 2019 eröffnet. Der 24-jährige Student der Wirtschaftswissenschaften Liang Qiu war am Vorabend im Rahmen des deutschen Botschaftsempfangs als Fahnenträger benannt worden und führte die 190-köpfige adh-Delegation in das weite Rund des San Paolo-Stadions. 

 

Eine motivierende und zugleich unvergessliche Erfahrung war die Eröffnungsfeier für unsere Taekwondo-Sportler. Das besondere Flair einer Universiade, der kulturelle Austausch mit anderen Studierenden in Verbindung mit Spitzensport spiegelte sich an diesem Abend in den Emotionen der jungen deutschen Sportler wieder. Für viele im deutsche Taekwondo-Team war es die erste Teilnahme bei einer solch großen Multisportveranstaltung. Verständlich, dass die Eindrücke unvergessen bleiben werden.

Die Deutsche Taekwondo Mannschaft, bestehend aus 12 Taekwondo-Sportlern, 2 Trainern und dem Disziplinchef Christoph Lehmann (selbst ehemaliger Universiade-Teilnehmer), ist mit großen Ambitionen nach Neapel gereist. Nach den unvergesslichen Momenten während der Eröffnungsfeier, starteten die Taekwondo-Wettbewerbe am 07. Juli. 

Die Wettkämpfe

  

Shajan Sepanlou und Ronja Paschke behielten trotz verpassten Finaleinzug im Einzelwettbewerb ein Lächeln im Gesicht, schließlich hatten sie am darauffolgenden Tag noch die Chance, im Paarwettbewerb, um die Medaillen mitzukämpfen. Durch eine tolle Performance sicherten sie sich einen Platz in einem hochkarätigen Finalteilnehmerfeld. Mit Platz 6 beendeten die beiden Studenten als bestes europäisches Paar die Universiade und Ronja Paschke wurde zudem noch zur „Heldin des Tages“ vom ADH gekürt.

 

Ebenfalls bestes europäisches Team wurden unsere drei Herren Lukas Stein, Steven Behn und Shajan Sepanlou im der Teamwertung.

   

Eine winzig kleine Unkonzentriertheit haben bei einer starken Freestyle-Darbietung den Ausschlag gegeben, dass es nicht zu einer erhofften Medaille gereicht hat. „Es war cool im Finale zu sein. Wir waren sehr stolz auf der Fläche unsere Spezialität Freestyle zu performen. Die Atmosphäre hier war „amazing“, sagte Steven Behn nach dem gewonnen 7. Platz! Bei einer enorm starken Konkurrenz aus Asien können die Techniker jeweils als beste Europäer diese Universiade beenden und nun mit diesen wichtigen Erfahrungen neue Herausforderungen angehen. 

   

Die Medaillen im Zweikampf wurden dann ab dem 09. Juli 2019 vergeben. Von der Deutschen Mannschaft schaffte aber keiner den Sprung aufs Podium.

„Natürlich war es nicht das Resultat, was wir uns erwünscht und erwartet haben. Für so ein junges Team, was in Neapel auf der Fläche stand, war vieles Neuland. Dementsprechend waren sie aufgeregt und konnten an ihre normalen Leistungen nicht anknüpfen. Am Ende war es dann die Tagesform und die mentale Stärke die ausschlaggebend war, dass viele Sportler ihre Kämpfe nicht so gestalten konnten, wie sie es sich selbst gewünscht haben. Viele WM- und EM-Medaillengewinner, sogar Weltmeisterinnen gehörten zum Starterfeld, was das Leistungsniveau enorm hoch setzte.“ resümierte Christoph Lehmann als Disziplinchef nach den Wettkämpfen. 

Die Ergebnismeldungen des ADH im Zweikampf:

09. Juli 2019: 

  

Die beiden Taekwondoins Isabel Beckstein und Andreas Tausch haben in Palacasoria am ersten Kiorugi-Wettkampftag mit den Medaillenentscheidungen nichts zu tun gehabt. Die Sportwissenschafts-Studentin der TU München (57 kg) verlor ihr Auftaktmatch gegen ihre ungarische Gegnerin Csenge Patakfalvy trotz starkem Einsatz mit 5:7 und wurde am Ende 17te. Ihr 21-jähriger Teamkollege Tausch (Uni Erlangen-Nürnberg) hatte sich zwar zunächst in der Gewichtsklasse bis 80 kg gegen den Chilenen Munoz Garrido Bastian mit 24:8 klar durchgesetzt. Gegen den Russen Artur Baimatov hatte Tausch dann aber im Achtelfinale das Nachsehen und schied mit 11:21 als Neunter aus dem Wettkampf aus.

10. Juli 2019:

Die deutsche Taekwondoin Celine Schmidt (Institut Privé de Gestion), dank einem Freilos erst im Achtelfinale gefordert, hat in der Klasse bis 67kg ihr Duell gegen die US-Amerikanerin Cheyenne Lewis deutlich mit 4:10 verloren und belegte damit Rang neun.

11. Juli 2019:

   

Die deutschen Taekwondoins Yanna Schneider und Martin Stach, beide Studierende der HS Bonn-Rhein-Sieg, haben jeweils mit Platz neun die Top-8-Platzierungen knapp verpasst. Die auf eins gesetzte Schneider (73 kg) unterlag in ihrem Auftaktkampf buchstäblich in letzter Sekunde ihrer südkoreanischen Gegnerin Dohee Yoon 10:11. Stach (74 kg) dominierte nach Freilos seinen ersten Kampf gegen Francesco Maiani (SMR) deutlich mit 25:3. Im Achtelfinale hatte er jedoch gegen Soufiane Elasbi (MAR) mit 9:19 das Nachsehen. In der Gewichtsklasse bis 62 kg schied Jasmin Richter  (Uni Jena) in der Vorrunde mit 1:19 gegen Zariya Kosimova (UZB) als 17. aus dem Universiade-Turnier aus.

 

12. Juli 2019:

  

Am letzten Einzel-Wettkampftag der Taekwondo-Sportlerinnen und -Sportler hat Madeline Folgmann (53kg) als Fünfte für die erste Top-8-Platzierung und damit ein versöhnliches Ende der Kiorugi-Einzelwettbewerbe gesorgt. Die Bronzemedaillen-Gewinnerin von 2017 hatte sich – an zwei gesetzt  – nach einem Freilos in der ersten Runde in ihrem Achtelfinale klar mit 10:4 gegen Viktoriia Sobko aus der Ukraine durchgesetzt. Im Viertelfinale musste sich die 22-jährige Studentin an der DSHS Köln aber äußerst knapp mit 3:5 ihrer Rivalin Patimat Abakarova (AZE) geschlagen geben. Ihr Teamkollege Philipp Trzeciak (Uni Lüneburg) verpasste indes das Viertelfinale in der Klasse bis 87kg. Nachdem der BWL-Student sein Auftaktmatch gegen den Inder Lakshay deutlich mit 18:4 für sich entschieden hatte, unterlag der 24-Jährige in der Runde der letzten 16 Salaheldin Khairy (EGY) mit 13:18 und wurde dementsprechend Neunter.

13. Juli 2019: Taekwondo-Damen Neunte

Am letzten Wettkampftag der Sommer-Universiade haben die Taekwondo-Kämpferinnen den Einzug in die Viertelfinals und damit die Chance auf eine Medaille in Neapel verpasst. Nach dem 16:22 gegen Polen im Achtelfinale stand am Ende Rang neun für Isabel Beckstein (TU München), Madeline Folgmann (DSHS Köln), Jasmin Richter (Uni Jena), Celine Schmidt (Institut Privé de Gestion) und Yanna Schneider (HS Bonn-Rhein-Sieg) zu Buche. 

 

Abschlussfeier

Mit einer bewegenden Abschlussveranstaltung ist die 30. Sommer-Universiade in Neapel zu Ende gegangen. Gastgeber Italien verabschiedete sich im ausverkauften San Paolo Stadion von den 8.000 Gästen aus aller Welt. Die deutsche Delegation blickt mit 18 Medaillen und 58 Top Acht-Platzierungen auf eine rundum erfolgreiche Veranstaltung zurück.

„Nicht nur aufgrund der äußerst starken sportlichen Leistung der deutschen Teilnehmenden und des überwältigen Teamgeists in der Mannschaft wird uns die Sommer-Universiade 2019 noch lange im Gedächtnis bleiben“, resümiert Delegationsleiter David Storek die diesjährigen Weltspiele der Studierenden. „Die italienische Gastfreundschaft und die große Hilfsbereitschaft der Volunteers hat uns alle tief beeindruckt“, so das Vorstandsmitglied des Allgemeinen Deutschen Hochschulsportverbands (adh) weiter.

„Vor dem Hintergrund des sehr hohen sportlichen Niveaus der Wettkämpfe sowie unter Berücksichtigung der Tatsache, dass das deutsche Team mit 22,3 Jahren Durchschnittsalter so jung wie noch nie war, ist das Gesamtergebnis mehr als beeindruckend“, lautet das Fazit des adh-Sportdirektors für die Sommer-Universiade 2019.

"Als ich mit Sasan vor 10 Jahren das erste Mal gemeinsam auf einer Universiade war, damals natürlich als Sporlter,und nun auf Funktionärsebene wieder hier zu einer Universiade zurück komme ist eine wirklich schöne Sache. Der Unterschied ist aber schon enorm. Als Sportler kann man sich im Prinzip immer wieder zurück ziehen und muss "nur" das befolgen, was der Teamchef vorgibt. Nun bin ich der Teamchef und das ist organisatorisch eine ganz andere Aufgabe". Christoph Lehmann - Disziplinchef

 "Als Sportart Taekwondo waren wir bei dieser Universiade total isoliert untergebracht. Was ein wenig schade war, denn genau die Gemeinschaft mit anderen Sportarten macht den Spirit einer Universiade aus. Es ist viel mehr Organisationsarbeit als früher, das ist klar. Aber als Trainer ist so eine Universiade auch immer etwas Besonderes, da man sich natürlich um das Wohl der Sportler kümmert, dass es ihnen gut geht und maximaler Erfolg resultieren kann". Sasan Darlinejad - Trainer Zweikampf

 

Der Ehren-Neapolitaner der Sommer-Universiade geht an das medizinische Team. Danke für euren Weitblick, eure Zeit und eure Energie. Damit habt ihr wesentlich zum Erfolg des deutschen Teams beigetragen! Für die Taekwondo-Sportler war, wie bei schon so vielen Einsätzen der DTU, unser Physio Wolfgang Berwanger vor Ort. Vielen Dank für deine Tolle Arbeit in Neapel. 

 

 

 

Eine umfangreiche Bildergalerie können Sie hier finden. Alle Fotos © Arndt Falter.

Die Taekwondo-Ergebnisse hier zusammengefasst