Alexander Bachmann will in Tokio um die Medaillen kämpfen



Schon am Montag, 19. Juli macht sich Alexander Bachmann mit seinem Trainer Vanja Babic auf den Weg zu den Olympischen Spielen nach Tokio. Seinen Geburtstag wird der Sportsoldat somit im Flieger verbringen. Ein besonderes Geburtstagsgeschenk kann er sich am 27. Juli selbst machen, wenn er in der Makuhari Messe Halle um eine olympische Medaille kämpft. Noch wichtiger ist dem sympathischen Taekwondo-Athleten aus Stuttgart jedoch: „dass ich gesund in die Heimat zurückkehre.“

Das größte Sportereignis der Welt wird am 23. eröffnet

Sie bleiben das größte Sportereignis der Welt: die Olympischen Spiele. Wenn am 23. Juli in Tokio die 32. Olympischen Spiele eröffnet werden, schaut die Sportwelt gespannt nach Japan, wie solch ein Megaevent unter Pandemiebedingungen stattfinden kann. Die Bilder von der vergangenen Fußball-Europameisterschaft mit großem Fanaufkommen sind sicherlich noch präsent. Diesem Phänomen hat das IOC und die japanische Regierung durch ein Verbot von Zuschauern einen strickten Riegel vorgeschoben. So gilt in Tokio: Kein Zutritt für in- und ausländische Zuschauer. Es wird sicherlich ein völlig anderes Flair sein, wenn die insgesamt 131 Taekwondo-Sportler in den acht olympischen Gewichtsklassen vom 24. Bis 27. Juli um olympisches Edelmetall kämpfen werden. Doch Medaillen wird es geben und genau aus diesem Grund, fährt der Stuttgarter Alexander Bachmann mit seinem Trainer Vanja Babic nach Tokio. Das Ziel ist klar formuliert: „Ich will eine Medaille gewinnen. Am besten die Goldene.“

Alexander Bachmann, der in Tokio von seinem langjährigen Heimtrainer Vanja Babic betreut wird, sagt über sich, dass er ein Kämpfer sei, der mit Druck gut umgehen könne. „Eigentlich arbeite ich unter Druck ein bisschen besser. Ich hoffe, dass mich diese Eigenschaft in Tokio aufs Treppchen bringen wird.“

Auf die Frage, was seinen Schützling vor allem im Training auszeichnet, findet Babic rasch eine Antwort: „Alex ist einer, der hört auf einen. Der macht was man ihm sagt... Es ist wirklich eine Freude mit ihm zu arbeiten, auch außerhalb der Wettkampfhalle und auch außerhalb von Taekwondo.“

Der Weg zur Medaille geht über Kasachstan

Am 27. Juli ab 03:00 Uhr deutscher Zeit (10:00Uhr japanischer Zeit) starten in Tokio die Taekwondo-Wettbewerbe in den Gewichtsklassen Herren über 80Kg und Damen über 67Kg. In seinem ersten Kampf, das ergibt die aktuelle Setzliste des Weltverbandes, wird Alex gegen Ruslan Zhaparov aus Kasachstan antreten. Keine leichte Aufgabe, doch Trainer Vanja ist zuversichtlich, dass sein Schützling den großgewachsenen Kasachen besiegen wird. „Wir kennen den Kasachen und haben ihn umfangreich mit dem Videomaterial von Klaus Haggenmüller analysiert. Es kommt natürlich auf die Tagesform an, aber ich bin optimistisch, dass Alex ihn besiegt. Und danach geht’s dann richtig los“. Danach, das wäre dann das Viertelfinale gegen Kyon Don In aus Korea oder Farzad Mansouri aus Afghanistan. „Bei Olympia warten niemals leichte Kämpfe“ – das weiß der leitende Bundestrainer Georg Streif aus eigener Erfahrung. Bei den Olympischen Spielen in Sydney gewann er mit Faissal Ebnoutalib die bislang einzige olympische Herren- Medaille für die DTU. Für Tokio bleibt Streif nur die Unterstützung aus der Ferne, da das Kontingent an Akkreditierungen bei nur einem Wettkämpfer stark limitiert ist. So werden in Tokio lediglich Herrenbundestrainer Vanja Babic und Alexander Bachmann, sowie Pressereferentin Helena Stanek die deutsche Taekwondo-Delegation vertreten.

DTU Präsident Stefan Klawiter freut sich auf die Eröffnung der Spiele

DTU-Präsident Stefan Klawiter: „Wir drücken unserem Olympioniken Alexander Bachmann und unserem Bundestrainer Vanja Babic alle Daumen und wünschen beiden den maximalen Erfolg. Selbstverständlich hätten wir gerne auch bei diesen Olympischen Spielen wieder ein größeres Team für den sportlichen Höhepunkt des Taekwondo- Zweikampfes gestellt, aber wir sind überzeugt, dass unser „kleines“ Taekwondo-Team für Tokio 202One die deutschen Farben auf und neben der Wettkampffläche würdig vertreten wird.“

Klawiter weiß, dass diese Spiele unter ganz besonderen Bedingungen stattfinden und sicherlich eine noch größere Herausforderung für jede Athletin und jeden Athleten sein werden. Dennoch ist er optimistisch, dass diese Olympischen Spiele „unter besonderen Vorzeichen“ auch wieder herausragende Leistungen der sportlichen Elite zeigen und den mitfiebernden Zuschauern an den digitalen Geräten in der Heimat besondere Momente bescheren werden. „Die Spiele werden auch in dieser Form als ein besonderes Erlebnis in Erinnerung bleiben.“

Wie letztlich die Spiele auf und neben der Fläche ablaufen, kann zum aktuellen Zeitpunkt nur erahnt werden. Die Vorbereitungen sind für alle Beteiligten, Sportler, Trainer und Organisatoren eine ganz neue Erfahrung. Doch wichtig ist, dass ab dem 23. Juli wieder zahlreiche olympische Träume wahr werden und die Olympischen Spiele stattfinden.

Der Wettkampfplan für Alexander Bachmann:
Achtelfinalkämpfe am 27.Juli ab 10:00 Uhr Ortszeit (03:00 Uhr deutscher Zeit) Ruslan Zhaparov aus Kaschstan
Viertelfinalkämpfe am 27. Juli ab 14:00 Uhr Ortszeit (07:00 Uhr deutscher Zeit) Kyon Donn aus Korea oder Farzad Mansouri aus Afghanistan
Halbfinalkämpfe am 27. Juli ab 16:00 Uhr Ortszeit (09:00 Uhr deutscher Zeit) Rafael Alba Castillo aus Kuba, Dejan Georgievski aus Mazedonien, Seydou Gbane von der Elfenbeinküste oder Abdoul Razak Issoufou aus Niger.
Finale Herren +80Kg 21:45 Uhr Ortszeit (14:45 Uhr deutscher Zeit)

INFO: Bei den Olympischen Spielen gibt es den Repechage-Modus. Das bedeutet, dass diejenigen Kämpfer, die gegen einen späteren Finalisten verlieren, trotzdem noch um die Bronzemedaille kämpfen können. Übersetzt: verliert Kämpfer xy in seinem ersten oder zweiten Kampf und sein Gegner kommt ins Finale, darf der Kämpfer xy erneut ins Turniergeschehen eingreifen und um die Bronzemedaille kämpfen. Bei anderen Taekwondo- Wettkämpfen ist nach einer Niederlage das Turnier vorbei.

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