Inklusion – Para Taekwondo

Inklusion – Para Taekwondo – Der Begriff „Para“ im Para-Taekwondo ist nur eine abgekürzte Schreibvariante des paralympischen Taekwondo-Sports, jedoch wird dies nicht nur als Bezeichnung für den paralympischen Statuten benutzt, sondern fungiert als generelle Wortbedeutung und Oberbegriff für den Behindertensport im Taekwondo. In den folgenden Rubriken unserer Webpräsdenz möchten wir unseren Mitgliedern, Interessierten und allen Lesern einen Einblick auf den vielfältigen Bereich des Para-Sports geben und damit die neuen Perspektiven im Taekwondo-Sport mitteilen.

Hauptsächlich wird wie überall im Sport, auch im Bereich des Behindertensports in Leistungs- und Breitensport unterschieden. Eine weitere Besonderheit gibt es aber auch, nämlich den Bereich des Inklusionssports. Wir, die Deutsche Taekwondo Union e.V., haben ein besonderes Interesse daran, dass unsere Sportart von jedermann ausgeübt werden kann, ohne dass Herkunft, Geschlecht, Religionszugehörigkeiten, Neigungen und Behinderungen eine Rolle im Sport spielen. Taekwondo für jeden und überall ist das Motto, welches wir anstreben


Inklusion – Kampfsport mit Behinderung? 

Inklusion – Para Taekwondo – Sicherlich stellen sich viele dir Frage, wie man mit Behinderungen, also körperlichen und/oder gesundheitlichen Einschränkungen eine Sportart wie Taekwondo ausüben soll? Kämpfen mit Behinderung – geht das überhaupt und wenn ja, dann wie???

Die Antwort ist ganz simpel und das ist das tolle an der ganzen Sache: es geht durch Inklusion! 

Um dies Ihnen genauer zu erläutern möchte ich, Haşim Çelik, Ihnen meine Gedankengänge näherbringen, indem ich von persönlichen Beispielen berichte. Wie die meisten von euch aus der Taekwondo-Szene wissen dürften, bin ich mit beidseitigen Behinderungen an Händen und Füßen zur Welt gekommen. Auch um es all denjenigen, welche mich nicht kennen genauer und bildhafter darzustellen, soll gesagt sein, dass ich an beiden Händen und Füßen keine vollständig ausgeprägten Finger und Zehen habe, sondern nur Finger-Stümmelchen, die Zehen hingegen fehlen zum größten Teil ganz. Somit kann ich beispielsweise beim einfachen Pratzentraining, welches zum standardmäßigen Trainingsprogramm gehört keine Handmitts halten, da durch die Fehlbildung mir auch die Greiffunktion fehlt. Das bedeutet ich bin auf andere mit angewiesen, aber für mich ist das halb so schlimm, denn wozu hat man Freunde, Trainer und sonstige Vereinskollegen, die bei Wunsch mir helfen, ich Ihnen bei Bedarf helfe und wir gemeinsam trainieren. Genau das ist nämlich Inklusion im und durch Sport.  Inklusion im Sport bedeutet nichts anderes als das gemeinsame Sporterlebnis von Menschen mit und ohne Behinderungen. Die größten Barrieren und Hürden sind meist nur in den Köpfen. Zum Beispiel kann mal sein, dass der sogenannte „Normalo“ manchmal etwas scheu ist seine Hilfe anzubieten, und möchte dem gehandicapten damit nicht zu nahetreten, und andersherum will der gehandicapte vielleicht mal nicht nervig sein und ist etwas zu schüchtern um nach Hilfe zu fragen. Auf die Art bilden sich Schwierigkeiten, die hätten vermieden werden können. Daher legen wir, die DTU, einen großen Wert auf die Sensibilisierung, welches auch einen wesentlichen Teil meiner Arbeit ausmachen wird.


Inklusion – Para Taekwondo – Im Spitzensport durfte ich im Taekwondo bereits die Titel des Welt- und Europameisters feiern – und das fast schon ohne je eine Pratze gehalten zu haben. Meine Pratzen hielten unter anderem gute Freunde und Trainingspartner wie Servet Tazegül (Olympia-Sieger London 2012), Sergej Kolb (aktuell Bundestrainer der Sportfördergruppe), Hamza Adnan-Karim (Vize-Europameister für Deutschland, Herren-68 kg) usw. Das gemeinsame Training hat mich mit Sicherheit sehr geprägt, da ich mit Top-Athleten unter härteren Bedingungen habe trainieren müssen, so durfte ich von Ihnen lernen und die von mir. Denn im Para-Taekwondo gibt es leichte Regelunterschiede und nach diesen Regelungen hatten wir unsere Kämpfe stets ausgetragen, so konnten wir sogar auf der Ebene des Leistungssports ziemlich faire Wettkämpfe austragen und so gleichzeitig inklusiv und gleichberechtigt Sport betreiben. Selbstverständlich geht es auch im Bereich des Breitensports, und die Art der Behinderung spielt auch keine Rolle, denn alles kann den vorliegenden Situationen entsprechend angepasst und dementsprechend umgesetzt werden. Wichtig ist nur die gemeinsame Sport-Aktivität. Natürlich ist all das oft so leicht dahingesagt, klar ist es auch, dass es sich hierbei um einen langen gesellschaftlichen Prozess handelt, welcher sich immer fortentwickeln muss, aber genau dafür um diesen Prozess anzupacken hat der Deutscher Olympischer Sportbund jetzt ein besonderes Projekt zum Start gebracht:


DOSB-Projekt: Sport-Inklusionsmanager/innen im gemeinnützigem Sport 

Inklusion – Para Taekwondo – Das Projekt: „Qualifiziert für die Praxis: Inklusionsmanager/innen für den gemeinnützigen Sport“ des DOSB wird durch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) aus den Mitteln der Ausgleichsabgabe gefördert.

Um den Anteil von Menschen mit Behinderungen im Sportbetrieb und in den Sportverbänden anzuheben hat der DOSB ein neues Projekt ins Rollen gebracht. Bundesweit sollen insgesamt 20 neue Stellen als sogenannte Sport-Inklusionsmanager/innen eingerichtet werden. In der ersten Phase wurden 11 Menschen mit Behinderungen hauptamtlich eingestellt, die sich um die Belange von Menschen mit Behinderungen und für die Inklusion einsetzen. Die Idee dahinter ist es, von den Erfahrungswerten dieser Menschen zu profitieren und damit sowohl in den einzelnen der 11 ausgewählten Teilprojekten die Inklusion fortzuentwickeln als auch aufzuzeigen, dass Menschen mit Behinderungen durchaus in der Lage sind, in den unterschiedlichsten Sportbranchen als „Experten in eigener Sache“ zu arbeiten.

Zu den auserwählten 11 Teilprojekten gehört auch die Deutsche Taekwondo Union e.V. mit meiner Person, Haşim Çelik, als Sport-Inklusionsmanager an.

Sport-Inklusionsmanager
Deutsche Taekwondo Union e.V.


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